Privatisiertes Trinkwasser - Wahnsinn am Wasserhahn

Es ist die Grundlage allen Lebens. Wer es nicht hat, stirbt. Wir bestehen zu 70 % daraus. Wasser. Dieses natürliche Gut, das seit Milliarden von Jahren große Teile unseres Planeten bedeckt, wollen Konzerne jetzt in ihr Portfolio aufnehmen. In einigen europäischen Staaten ist die Übernahme bereits in vollem Gang.

Zum Beispiel in Portugal. Aktuell protestiert die portugiesische Bevölkerung gegen überteuertes Wasser. Die Preise stiegen in betroffenen Regionen laut einem Onlineartikel der Deutschen Wirtschafts Nachrichten um sage und schreibe 400 Prozent. Außerdem klagen die Bürger über mangelnde Qualität: Das Wasser öffentlicher Brunnen, früher ohne Weiteres trinkbar, sei nun ungenießbar.

Pro Privatisierung - Argumente der Lobbyisten

Folgende Argumente führen Befürworter der Privatisierung unter anderem ins Feld:

  • Städte und Gemeinden haben weiterhin die freie Entscheidung darüber, wie sie ihre Wasserversorgung gestalten
  • Durch freien Wettbewerb am neu entstandenen "Wassermarkt" wird es für den Konsumenten billiger

Fakt ist aber, dass in Portugal genau das Gegenteil eingetreten ist. Der Preis vervielfachte sich, man  wurde aufgrund von Geldmangel durch die Schuldenkrise praktisch zur Privatisierung des Wassers gezwungen und obendrein hat sich auch noch die Qualität verschlechtert.

Wird die Wasserversorgung bald von Großkonzernen geregelt?

Wasserversorgung (Bild: pixabay.com)

Wasserentzug - Ihr schuldet uns Papier, wir nehmen euer Wasser

Große Konzerne (im unten folgenden Video werden einige genannt) sehen die aktuelle Schuldenkrise als Chance, einen neuen milliardenschweren Markt zu erschließen: die Wasserversorgung Europas. Kein Wunder, Wasser ist ein Verbrauchsgut, um dessen Verwendung niemand herumkommt. Ein dauerhaft benötigter und sogar überlebensnotwendiger Bestandteil des menschlichen Alltags. Das sind optimale Voraussetzungen, um sich damit eine goldene Nase zu verdienen.

Besonders unangenehm ist die Tatsache, dass der schleichende Prozess der Öffnung eines "Wassermarktes" bisher nicht öffentlich war, also ohne die Zustimmung der Bevölkerung vonstatten ging. Wo bleibt da die viel gelobte Demokratie? Gerade jetzt, in der Dauerkrise unserer Finanzwelt, an der mit Sicherheit nicht der einfache Bürger Schuld hat, treiben die Konzerne ihren Plan voran. Die Verursacher der Krise schlagen nun auch noch Vorteile aus der prekären Lage angeschlagener Staaten. Man versucht Fakten zu schaffen, um eine Umkehr unmöglich zu machen.

Auch im krisengeschüttelten Griechenland will die Troika, ganz ohne großes Aufsehen zu erregen, das Land zwingen, die Wasserversorgung Athens und Thessalonikis zu privatisieren, um so einmalige Zahlungen zu gewinnen. Langfristig besteht die Gefahr, dass dieses Prinzip in ganz Europa angewendet wird.

Wasser ist ein Menschenrecht - Heftiger Widerstand gegen die Privatisierungspläne

Um sich bei dieser eindeutigen Faktenlage als EU-Kommissar noch hinzustellen und zu behaupten, die Privatisierung des Trinkwassers geschehe allein zum Wohle des Bürgers und würde absolut nichts verändern, braucht man schon viel Humor. Den besitzt Michel Barnier ganz offensichtlich. Oder er bekommt genug Druck von Lobbyisten der Wasserkonzerne.

Das wollen die Betroffenen (und damit sind alle EU-Bürger gemeint) nicht länger hinnehmen. Widerstand regt sich und schlägt immer größere Wellen. Auf der Seite right2water.eu sammelt eine länderübergreifende Initiative Unterschriften gegen die Privatisierung und für die Aufnahme einer rechtlich bindenden Garantie für die Grundversorgung mit Trinkwasser ins europäische Recht. 1.000.000 Unterschriften sind mindestens nötig, damit sich die EU mit der Eingabe befasst. Das ist schon lange fällig. Die Vereinten Nationen stufen den Zugang zu Wasser zwar als Menschenrecht ein, einklagbar ist dieses Recht jedoch bisher nicht.

Neben all den rationalen Gründen, die gegen den Verkauf der Wasserversorgung an private

Anleger sprechen, ist es auch einfach eine Frage der Moral. Wasser gab es schon lange bevor der erste Mensch auf diesem Planeten wandelte. Lange, bevor auf der Erde überhaupt Leben existierte. Es ist die Grundlage unserer Existenz. Niemand sollte das Recht haben, es käuflich zu erwerben. Im Gegenteil: Wir müssen es um jeden Preis schützen.

Wasser ist Macht - Verteilen wir es gerecht!

Wasser bedeutet Macht. Wer die Kontrolle über die Wasserversorgung besitzt, entscheidet in letzter Konsequenz über Leben und Tod. Deswegen darf sie auf keinen Fall in den Besitz von Unternehmen oder gar Einzelpersonen gelangen!

Die Privatisierung des Trinkwassers betrifft uns alle. Gehen wir gemeinsam dagegen vor. Helfen Sie mit, die Informationen und vor allem die oben genannte Webseite (http://www.right2water.eu/de) im Internet zu verbreiten, um dem gefährlich Treiben so schnell wie möglich ein Ende zu setzen. Denn Wasser ist für alle da!

Autor seit 4 Jahren
10 Seiten
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