Feste feiern? Von September bis Dezember - Dank, Einheit, Geister, Buße, Tote, Weihnachten

© Loriot - Es war doch gerade erst Ostern...Es beginnt im September. Das ist nämlich der Monat, in dem die Kalender für das nächste Jahr in die Geschäfte geliefert werden - und seltsamerweise auch die ersten Weihnachtssachen. Es ist in den letzten Jahren etwas gemäßigter geworden - so hat es den Anschein. Statt das gesamte Weihnachtssortiment bereits im September zu präsentieren, beginnt man nun zunächst nur mit Lebkuchen, Spekulatius, Zimtsternen und anderem weihnachtlichen Gebäck. Die Weihnachtsmänner, Geschenkpackungen und Co. werden erst später herausgeholt - oder sollte ich besser sagen: Die eingeschmolzenen Osterhasen werden neu angeboten?

Hat man sich von dem ersten vorweihnachtlichen Schrecken (OMG ist es schon wieder so weit?) im September (eigentlich der letzte Sommermonat, denn Herbstbeginn ist erst am 23. September) erholt und an den Anblick der störenden Sonderplatzierungen in den Geschäften gewöhnt, befindet man sich im Oktober. 

Leider versäumen die meisten in dieser Zeit einen schönen und sinnvollen Feiertag, denn es gibt auch in Deutschland ein Erntedankfest, das hierzulande leider völlig arrogant übergangen wird. Schade. In 2014 war Erntedank übrigens am 5. Oktober, in 2015 wird es der 4. Oktober sein. Das scheint geändert worden zu sein, denn üblicherweise wurde der letzte Sonntag im September oder der erste Sonntag nach Herbstbeginn als Erntedankfest bezeichnet. So kenne ich es jedenfalls.

Der Nationalfeiertag ist alljährlich am 3. und man vermisst in jedem Jahr den ehemaligen Nationalfeiertag, nämlich den freien 17. Juni, weil Oktober so überhaupt nichts Feierliches hat, sondern meist nur schon ziemlich kühl und regnerisch ist. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wurde ausgiebig mit der Familie ausgeschlafen oder gar ein verlängertes Wochenende genutzt (denn gefeiert wird dieser Feiertag nun wirklich nur von den Politikern bei offiziellen Veranstaltungen, aber keineswegs in den Familienkreisen), dann lässt sich der Rest des Oktobers gut ertragen, denn es gibt die Vorfreude auf Halloween. Zu Allerheiligen (31.10., evangelisch) und Allerseelen (01.11., katholisch) oder dem Reformationstag (evangelisch-lutherisch), der ebenfalls am 31. Oktober ist, haben nur sehr wenige Christen in Deutschland eine Assoziation oder überhaupt etwas am Hut. Das nordamerikanische Halloween hingegen wird zelebriert und ausgeschmückt, dass man sich wundern muss. Ich liebe dieses Fest, aber hier wirkt es irgendwie deplatziert.

Nun, Ratzfatz ist es November, der Martinstag wird nur noch in Gruppen und Vereinen gefeiert, dann folgen Volkstrauertag und schließlich Totensonntag. Den christlichen Buß- und Bettag gibt es nicht mehr. Dabei wäre es wirklich wichtig, gerade so einen Tag zur Besinnung und inneren Einkehr zu haben. Nicht nur, um sich seiner Sünden bewusst zu werden, sondern auch, um sich mit anderen vielleicht auszusöhnen. Wie schnell führen ein heftiger Streit, Missverständnisse, entgegengesetzte Ansichten dazu, dass die Menschen den Kontakt verlieren oder abbrechen. Selbst dann, wenn einer bereits versucht einzulenken, blockt der andere noch. Wie dumm - aber leider sehr deutsch! Wie schön wäre es, sich rechtzeitig vor der Weihnachtszeit auszusprechen und friedlich den Jahreswechsel gemeinsam zu zelebrieren.

Dezember - die Zeit rast

© LoriotJa, Weihnachten kommt für die meisten Menschen immer so plötzlich. Adventskalender werden - obwohl sie seit Oktober in den Geschäften liegen - auf den letzten Drücker gekauft. Der Nikolaustag? Ach ja, du Schreck! Der ist ja wieder am 6. Dezember. Schon 6 Türchen geöffnet und noch kein Weihnachtsgeschenk - Moment (!) - da war noch was. Oha! Der Adventskranz, vier gleiche Kerzen und irgendwie Zweige oder doch einen Kranz fertig kaufen? Macht nichts, haben wir den ersten Advent halt verpasst, war ja auch ein bisschen früh in diesem Jahr...

Kleine Anmerkung: Der 1. Advent ist immer exakt 4 Sonntage vor Weihnachten.:))

Es wird also alles besorgt und spätestens die letzten 2 Adventssonntage finden dann auch in allen sogenannten 'christlichen' Haushalten mit Adventsgesteck oder Kranz inklusive Kerzen statt.

Deutschland atmet durch. Dann die Urlaubsplanung. Wer hat wie frei. Das wird entweder bereits im Oktober geplant und dann vergessen oder aber es fällt den Menschen im Dezember ein, dass sie gern frei hätten. Hektik an den Arbeitsplätzen. Blöde Kollegen. Wieso wollen DIE auch frei haben? Tja. Dann ist sie da - die Weihnachtswoche und - oh, Schreck - in diesem Jahr liegen die Feiertage alle vor einem Wochenende. Das sind ja 5 Tage hintereinander an denen - in den meisten Büros - nicht gearbeitet wird. Also, dann muss man ja JETZT Geschenke UND die Lebensmittel einkaufen. Was kocht man bloß? Die traditionelle Gans? Kann man einen Feiertag woanders verbringen, dass man nicht selbst kochen muss? Hm. Wichtige Entscheidungen sind zu treffen - das dauert!

Heute ist Heilig Abend. Ich sitze entspannt und fleißig an meinem Laptop und arbeite, was ich gern tue, weil ich meinen Beruf liebe und wirklich gern arbeite. Die Welt um mich herum scheint unterzugehen. Nicht nur, weil es seit Tagen ziemlich stürmisch ist, sondern auch, weil die mich umgebende 'christliche' Menschheit zu glauben scheint, dass Weihnachten etwas mit der Apokalypse zu tun hat. Es wird eingekauft als müsse man das Überleben für drei Generationen bis Ostern sichern. Nicht, dass ihr mich falsch versteht, auch mein Kühlschrank ist gut gefüllt, aber ich weiß auch, dass Weihnachten eigentlich nur zwei Tage dauert. Am heutigen Mittwoch könnte ich, wenn ich Langeweile und viel Zeit hätte oder Menschenstudien betreiben wollte, noch einkaufen und - ihr werdet es kaum glauben - am Samstag öffnen die Geschäfte auch wieder.

Hinzu kommt - solltet ihr wirklich vergessen haben, Lebensmittel einzukaufen oder außer Landes gewesen sein und ähnliches: Es gibt in diesem Lande Restaurants, in denen man gut speisen kann und an jedem größeren Bahnhof in den Städten gibt es Geschäfte, die auch an Feiertagen öffnen!

Tja, man möchte ausrufen: 'Entspannt euch!' - aber es ist tatsächlich in jedem Jahr das gleiche Spiel. Ich habe an vielen Orten gewohnt. Die Menschen um mich herum sind nie die selben, doch ihr Verhalten gleicht dem der Menschen an all den anderen Orten. Sehr seltsam. Doch es wird noch seltsamer, denn: Ein Baum kommt ins Zimmer ...:)

Der Tannenbaum

© LoriotOh mein Gott, oh mein Gott...! - Nee, das heißt: Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum...! Welch unglaubliche Dramen spielen sich in den Familien und Ehepaaren alljährlich rund um den Tannenbaum ab. Wann sollte er gekauft werden, wann sollte er aufgestellt werden (oder andersrum gefragt)? Dann, was darf er kosten (die Bäume sind aus Sicht der Menschen in jedem Jahr irgendwie teurer geworden)? Was noch? Ach ja, was für ein Baum soll es denn sein? Schließlich wie soll er geschmückt werden und die Königsdisziplin: Wie war das noch mal mit der Lichterkette?

Entspannter wäre es übrigens, den Baum im November zu kaufen, ihn am 01. Dezember aufzustellen und zu schmücken, sich den ganzen Monat lang daran zu erfreuen und seine Schönheit zu ehren und ihn dann nach Weihnachten umgehend zu entsorgen, denn an Silvester wirken Weihnachtsbäume für mich bereits peinlich, da Weihnachten definitiv vorbei ist. Aber nein, das ist ja viel zu früh aufgestellt, das geht doch nicht, man braucht den Platz schließlich, also wird er auf den letzten Drücker gekauft (dann ist er frisch - ha, ha!) und so wird er bis Mitte Januar nadelnd und voll geschmückt in der Wohnung gelassen. Merkt denn niemand, dass DAS total lächerlich ist? Ja, aber die Heiligen drei Könige.... - was haben die mit Tannenbäumen zu tun, gab es dort in der Wüste welche? Das will ich sehen.

© Loriot: Im Försterhaus die Kerze brennt...

Die Dinge, die man ernsthaft bis zum Jahresende tun sollte

Es gibt Dinge, die bei all der oben beschriebenen Hektik und dem Trubel und Jubel untergehen. Dabei sind sie lebenswichtig.

1. Für den Notfall eindecken. Wer Medikamente nehmen muss, der sollte sie sich rechtzeitig vor den Feiertagen besorgen, damit er nicht im Trubel alles vergisst. Idealerweise bereits im November. Wer erst spät erfährt, dass er Medizin braucht, muss die Öffnungszeiten nutzen - kleiner Tipp: Der frühe Vogel kommt überall gut und schnell dran! Ihr solltet auch, und das eigentlich regelmäßig - eure Hausapotheke überprüfen. Habt ihr Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen, etwas gegen Bauchweh, Blähungen und überfüllte Mägen, Pflaster, Hustensaft/-salbe, Vitamine und vor allem: Taschentücher?

2. Jahresabschluss. Ich bin Freiberufler, also selbstständig. Damit muss ich einen Jahresabschluss machen und meine Unterlagen für meine private Einkommenssteuererklärung vorbereiten. Mein System ist ganz einfach, denn ich halte jeden Monat immer aktualisiert und auf dem neuesten Stand. Damit ist der Jahresabschluss eigentlich nur noch der Monatsabschluss für Dezember.

3. Steuererklärung. Die Vorbereitungen für die private Einkommenssteuererklärung erledige ich jeden Monat parallel zum Monatsabschluss. Ich drucke alle Kontoauszüge sofort aus, kontrolliere die Buchungen, notiere sie auf den Belegen und hefte die Auszüge ab. Hinzu kommen dann private Belege, die ich in meiner Steuererklärung geltend machen kann. Diese werden in jedem Jahr kopiert und die Kopie sofort in den Ordner geheftet, den die Steuerberaterin bekommt. Damit bin ich so superordentlich, dass es mir selbst schon unheimlich ist. Der Vorteil dabei ist, dass ich permanent genau weiß, wie viel Geld ich wo habe, welche Einnahmen ich wann erwarte und überprüfen muss und welche Ausgaben bevorstehen. Doch der beste Vorteil ist: Mein Jahresabschluss und die Steuerdinge dauern nie lange.

Übrigens: Wer seine Steuererklärung früh einreicht bekommt schneller sein Geld, denn viele warten bis auf den letzten Drücker. Dann dauert die Bearbeitung im Finanzamt natürlich umso länger.

4. Geldanlagen, Versicherungen, VerträgeAktien und Bankkonten checken, Sparverträge und Versicherungen überprüfen. Handyverträge und ähnliche Verträge auf Laufzeit und eventuelle Wechsel checken und Termine notieren, wann was zu tun ist.

5. Check der erreichten Ziele. Wisst ihr noch, was ihr euch am Anfang dieses Jahres vorgenommen hattet? Habt ihr euch eine Liste gemacht und sie in den Kalender gelegt oder auf der Seite des 1. Januars notiert? Vielleicht führt ihr Tagebuch und ihr findet sie dort. 

Es ist wichtig, dass ihr euch überprüft, denn nur so könnt ihr erfolgreich sein oder werden!

Du wolltest mehr Zeit für deine Kinder/Familie/Eltern/Freunde einplanen und das hat nicht geklappt? Überprüfe, woran das lag und wie du dir im nächsten Jahr zwischen deinen Terminen mehr Luft verschaffen kannst. Ein wichtiger Tipp: Jeden Tag erst einmal 30 Minuten irgendwo abzwacken und diese im Laufe des Jahres dann zu einer Stunde ausbauen. Das funktioniert!

Du wolltest mehr für dich selbst tun und dafür hat die Zeit nicht gereicht? Das ist nicht dein Ernst! Es ist wirklich ganz einfach. Es ist dir jetzt bewusst geworden? Setze dich in und stelle dir einen Zeitmesser auf 30 Minuten. Diese 30 Minuten gehören dir ganz allein. Du sitzt also da und tust, was du willst. Vielleicht guckst du einfach nur ganz still aus dem Fenster, um dich zu sammeln oder zu träumen. 30 Minuten nichts tun kann am Anfang wahre Wunder bewirken. Vor allem das Wunder, dass du feststellen wirst, wie lang 30 Minuten sind. Stelle dir einen Zeitmesser auf 30 Minuten und dann sprinte los und erledige so viele Dinge wie du nur schaffen kannst - ohne nachzudenken. Küche aufräumen, Betten beziehen, Wäsche sortieren, Winterräder endlich aufs Auto ziehen, Garage aufräumen, Keller ausmisten usw. - Du wirst dich wundern, wie viel du schaffen kannst, wenn du weißt, dass du nach 30 Minuten aufhören darfst.

6. Kontakte. Ja, ich weiß, die Weihnachtspost habe ich oben ausgelassen, ebenso die Plätzchenbäckerei und all das Kinderprogramm. DAS kann ich schlichtweg auch nicht als stressig bezeichnen. Aber die Kontakte. Weihnachtspost wird meist vergessen und dann schnell per eMail verschickt. Wie grausam! Also, ich will meine eMails nicht über Weihnachten öffnen müssen. Ach, ich bekomme keine Weihnachtskarten, denn ich verschicke selber keine! Böse? Nein, keineswegs, denn ich besuche die Menschen lieber oder rufe sie persönlich an. Das ist viel netter für beide Seiten. Wie traurig es ist, wenn man immer nur Geburtstags- und Weihnachtskarten geschrieben hat und dann jemand unerwartet stirbt, weiß ich aus eigener Erfahrung. Daher kann ich immer nur empfehlen, den direkten Kontakt zu suchen. Telefon ist nicht wirklich direkt, doch man hört wenigstens die Stimme des anderen und kann zuhören, eventuell ermutigen, Trost spenden oder sich einfach gemeinsam freuen.

7. Aufräumen. Jetzt? Das ist nicht wichtig und hat Zeit? Von wegen... ab mit den alten Zöpfen, weg mit dem alten Kram! Bei mir ist der Jahreswechsel die Zeit des Ausmistens. Was nicht mehr gebraucht wird oder nicht mehr gefällt wird aussortiert und entweder verkauft (alte Bücher und ähnliches) oder entsorgt (Sperrmüll). Das verschafft Luft und Raum für Neues - auch im © Holtschulteübertragenen Sinne. Ganz wichtig sind dabei die Dinge, die euch schon lange irgendwie ärgern oder ein Dorn im Auge sind. Wisst ihr was ich meine? Jeder hat Dinge, mit denen er schlechte, negative, traurige Erinnerungen verbindet. Schmeißt das Zeug weg. Meine liebe Mama hat mir stets geraten, mein Herz nie an Dinge zu hängen. Recht hat sie, besonders dann, wenn es aus den falschen Gründen geschieht. Warum hebt ihr das Zeug, mit dem ihr Negatives und Trauriges verbindet auf? Weil es Geld gekostet hat? Weil es doch ein Geschenk war? Was, wenn man danach gefragt wird? 

Ehrliche Antwort: Das ist doch völlig egal! Wenn jemand fragt, dann ist es eben beim Umräumen kaputtgegangen. Hauptsache ihr befreit euch - im wahrsten Sinne des Wortes. 

Der nächste Termin zum Ausmisten ist dann übrigens im März - denn mit dem Frühjahrsputz solltet ihr auch den Inhalt eurer Schränke mal gründlich 'durchsieben'.:)) Jede Wette, dass sich das lohnen wird.

8. Neue Ziele. Gehört ihr zu denjenigen, bei denen die oben erwähnte Liste der guten Vorsätze und Ziele komplett abgehakt und erfüllt ist? Wunderbar. Dann auf zu neuen Ufern. Oh, du hast deine Liste nicht geschafft? Woran lag's? Dumm gelaufen? Die ganze Welt ist gegen dich? Kopf hoch, die anderen hatten entweder nur drei Dinge auf dem Zettel oder bei der Antwort auf meine Frage geschwindelt.:) 

Mit anderen Worten: Setze dich hin und schreibe dir deine Liste für das nächste Jahr oder auch nur für den nächsten Monat. Was möchtest du erreichen, was sind deine Wünsche, Träume usw.? Schreibe alles auf, es gibt niemanden, der dich be-/verurteilt außer dir selbst. Geld, Zeit, andere Menschen - spielt alles keine Rolle. Alles ist möglich, also schreib alles auf. 

Das macht mehr Spaß, wenn du dir ein Blatt Papier nimmst und die Dinge kreuz und quer darauf schreibst. Vielleicht nimmst du Filzstifte und für jeden Wunsch, jedes Ziel eine andere Farbe. Oder du malst kleine Symbole daneben. Ein Herz für den Favoriten, ein Kleeblatt, um dir selbst Glück zu wünschen, dieses Ziel zu schaffen. Auch das Ausschneiden und Aufkleben von Bildern/Fotos, die deine Ziele darstellen oder symbolisieren hilft dir, deine Liste fröhlich aussehen zu lassen. 

Warum ist fröhlich wichtig? Nun, das Leben soll Spaß machen, das Erreichen deiner Ziele auch. Es ist nichts Negatives darin zu finden, dass man eine to-do-Liste oder eine Wunschliste hat. 

Außerdem visualisierst du unbewusst deine Ziele mehr, wenn du schon beim Aufschreiben Symbole malst, Bilder aufklebst und dich damit auseinandersetzt. All dies hilft deinem Unterbewusstsein, diese Dinge erst zu nehmen. Deine Wahrnehmung für Möglichkeiten und Wege zu deinen Zielen wird sich schlagartig (aber für dich zunächst unbewusst) verändern.

Brauchst du ein Beispiel? Nun, Du blätterst jeden Morgen deine Zeitung durch oder guckst im TV die Morgennachrichten. In deiner Zeitung findest du den Hinweis auf eine Veranstaltung oder einen VHS-Kurs oder ähnliches, das dich einen Schritt näher an dein Ziel bringt. Im TV läuft in der Morgensendung plötzlich ein Bericht über einen Menschen, der dein Ziel schon erreicht hat und er erklärt sogar, wie - du bräuchtest seinem Beispiel nur zu folgen. Selbst wenn du nicht den ganzen Weg genauso gehen willst wie in dem Bericht, hast du doch den Anstoß für die ersten Schritte. Ganz wichtig ist dabei: Fege diese 'Zeichen' nie achtlos beiseite, sondern lasse dich darauf ein, lese den Text in der Zeitung und höre dir den Bericht an. Alles andere wäre unglaublich arrogant und ein abfälliges Wegwischen von Möglichkeiten und Chancen, die dir das Leben aufzeigt.

9. Unerledigtes erledigen. Abgesehen von den nicht erreichten Zielen und unerfüllten Träumen gibt es eigentlich immer etwas, das unerledigt liegenbleibt. Ich schiebe schon seit Wochen einige Artikel hier auf Pagewizz vor mir her. Die Recherchen sind umfangreicher als ich dachte - oder das Thema ist spannend, aber ich habe gerade keine Lust darauf. Diese Artikel möchte ich unbedingt bis zum Jahresende geschrieben haben, denn dann sind sie nicht mehr nur graue Titel in meiner Artikelliste sondern fertige Arbeiten. Ich wette, dass jeder von euch auch irgendetwas hat, das ebenso darauf wartet, endlich erledigt zu werden. Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester eignen sich dafür hervorragend. Ich persönlich finde sogar, dass sich gerade die Festtage dafür eignen, diese Dinge nebenbei in einer ruhigen Stunde zu erledigen. 

10. Entspannen. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr wird immer als besinnlich beschrieben. So ein Blödsinn! Es ist ein einzigartiges Gehetze von Menschenmassen, die erst durch sämtliche Geschäfte jagen und dann (sorry, aber das muss mal so gesagt werden) scheinheilig in die Kirchen hetzen, um für einen Tag (oder sollte ich sagen eine Stunde in der Kirche?) besonders christlich zu werden. 

Es ist viel wichtiger wirklich ernsthaft zu entspannen. Das gilt für jedes einzelne Familienmitglied. Wie kann das gelingen? Kinder kommen zur Ruhe, sobald das Licht etwas gedimmt wird und eine märchenhafte Stunde beginnt. Geschenke sind dann plötzlich ganz unwichtig. Kasperletheater kann man auch mit alten Socken und hinter dem Sofa versteckt spielen, Märchen vorlesen ist zauberhaft (aber zu schnell erledigt). Was, wenn ihr zu zweit eine Geschichte erzählt. Entweder ihr habt ein witziges Erlebnis zu erzählen oder ihr denkt euch abwechselnd etwas aus. Lasst einen anderen Erwachsenen den ersten Satz sagen - ganz egal was es ist. Dann spinnt ihr euch eine Geschichte zurecht, dass Käpt'n Blaubär schwindelig wird. Alles klar?

Ansonsten sollte sich jedes Familienmitglied einen Tag für ein heißes Bad aussuchen dürfen. An diesem Tag darf derjenige sich in aller Ruhe in die Wanne legen, planschen, ein Buch lesen, Wein trinken, tauchen üben, Legoschiffe und Piraten versenken oder einfach nur Schönheitspflege betreiben. 

Wenn sich euer dickköpfiger Teenager gerade mit Ohrstöpseln vor den Computer setzt, dann lasst ihn, aber gebt ihm vor, dass er nur eine Stunde hat und dann helfen muss - oder was auch immer. 

Euch fällt gewiss noch mehr ein, wie ihr entspannen wollt und könnt. Seid lieb und rücksichtsvoll zueinander gehört auch zu diesem Punkt. In diesem Sinne... Fröhliche Weihnachten und ein schönes Neues Jahr!

Lili, am 24.12.2014
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Bildquelle:
© wegedesleben.info (Chanukka oder Hanukkah - das jüdische Lichterfest)
Der Davidstern - Petra Bork via pixelio (Deutsch-jüdische Fragen)
twinlili/pixelio.de (Kreativer werden und mehr daraus machen)

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