Geschenktipp Nr. 1: Mit der Mini-Umhängetasche immer alles dabei

Es mag für den Spaziergang sein, den Arztbesuch oder den Theaterabend: Wer unterwegs ist, sollte in jedem Fall Geld, Ausweis und vielleicht ein Handy dabei haben. Doch Taschen können wirklich stören und werden leicht vergessen. Da sind kleine Handtaschen (etwa 15 mal 20 Zentimeter) mit einem langen Umhängeriemen ideal. Sie können einfach quer über den Körper unter Mantel und Jacke getragen werden. Ältere Menschen wissen es immer mehr zu schätzen, wenn sie beim Gehen die Hände frei haben und sich im Bus schnell festhalten können. Spätestens wenn Gehstöcke oder Rollatoren beim Ausflug dabei sind, müssen die Hände sowieso frei sein.

Weiterer Pluspunkt einer kleinen Umhängetasche: Die Wertsachen sind so sicherer untergebracht. Schließlich bekunden Taschendiebe immer lebhaftes Interesse an alten Menschen als potenziellen Opfern. Da ist es gut, alles Wichtige nah am Körper zu tragen. Die Handtasche ist im Einkaufswagen alles andere als sicher. 

Auch für Männer gibt es handliche Schultertaschen. Zwar haben Herrenjackets immer komfortable Innentaschen, um das Portemonnaie sicher zu verstauen. Doch mit dem Geldbeutel allein ist es oft nicht getan. Und spätestens im Sommer sind andere Unterbringungsmöglichkeiten gefragt.

Wichtig: Die Modelle sollten so schick sein, dass die Enkel sie am liebsten gleich abstauben würden.                                                                       

Geschenktipp Nr. 2: Den Durchblick behalten

Die Lupe für die Handtasche: Manchmal kann es nicht klein genug sein. Das gilt vor allem für Lebensmittel-Etiketten. Oder für Beipackzettel von Medikamenten. Oder für Fahrpläne. Da reicht keine normale Brille. Eine handliche Lupe für die Handtasche ist da wirklich nützlich. Sie kann im Supermarkt diskret aus der Tasche gezogen werden. Besonders klasse finde ich Modelle mit Beleuchtung. Denn oft hat schlechtes Sehen auch mit diffusem Licht zu tun. So eine beleuchtete Lupe wirkt beim Einkauf in jeder Hinsicht erhellend. 

Apropos Lichtverhältnisse: Straßen und Plätze sind immer schlechter beleuchtet. Kein Spaß, da plötzlich im Dunkeln zu stehen. Schlüsselanhänger mit drei kleinen LED-Leuchten reichen jedoch, um Stolperfallen zu erkennen und dunkle Ecken sicher zu passieren. Sehr praktisch, so etwas in der Tasche zu haben – nicht nur für 80-Jährige. Die LED-Lampen sind solarbetrieben. Es reicht also, den Schlüsselanhänger immer mal wieder ins Tageslicht zu legen, damit er sich auflädt. Es gibt übrigens noch viele weitere nette Geschenkideen mit Solar.

Noch etwas zu Lampen und Leuchten: Oft fehlt es in Wohnungen an wirklich hellen Lichtquellen. Und eine gute Ausleuchtung wird beim Lesen, Handarbeiten, Formulare ausfüllen oder Sudoku- und Kreuzworträtsellösen immer wichtiger, um die Augen optimal zu unterstützen. Eine Tisch- oder Stehlampe mit einer regulierbaren, leistungsfähigen Halogenleuchte oder sogar mit Tageslicht-Spektrum ist gerade im Alter sehr hilfreich. 

Geschenktipp Nr. 3: Ein Whirlpool für die Füße

Über die Füße lässt sich das Wohlbefinden des ganzen Menschen beeinflussen. Das zeigt sich schon daran, wie schwer es ist, mit kalten Füßen einzuschlafen. Ideal vorm Schlafengehen ist ein kleiner Whirlpool für die Füße. Das sprudelnd warme Wasser massiert die Füße und stimuliert Reflexzonen. Mit wenigen Tropfen Aroma-Öl im Wasser (Lavendel und Melisse beruhigen) ist für ein Rundum-Wohlgefühl gesorgt. Eine nette Alternative zu Bettsocken, die bei 80-Jährigen so gern unterm Weihnachtsbaum liegen.

Zugegeben, das ist ein relativ persönliches Geschenk, das ich aber trotzdem Tante und Onkel zur Goldenen Hochzeit überreichte. Ein bisschen Bammel war da schon, wie sie das aufnehmen würden. Später kam heraus, dass sich die beiden den Freitag zum Whirpooltag erkoren haben. Ob sie die Füße nacheinander oder gleichzeitig ins Wasser tauchen, bleibt das süße Geheimnis des Jubelpaares.

Geschenktipp Nr. 4: Dinge, die den Alltag erleichtern

Kopfhörer zum Fernsehen: Vielleicht täte mal eine neue Kuscheldecke fürs abendliche Fernsehen gut. Wenn das Gehör nachlässt, kann ein Kopfhörer praktisch sein, der an den Fernseher angeschlossen wird. Dann können Senioren abends und nachts den Ton so laut stellen, wie sie möchten, ohne die Familie und Nachbarn zu stören.

Stressfrei Kaffee trinken: Mit zunehmendem Alter ist es manchmal heikel, die Tasse ruhig in Händen zu halten. Zu Hause ist das kein Problem. Dann wird die Tasse eben nur halb voll eingeschenkt. Unterwegs kann das aber Stress machen. Hilfreich ist da ein Cocktaillöffel, der wie ein Strohhalm genutzt werden kann. Das ist diskret und hilft, auch eine bis zum Rand gefüllte Tasse Kaffee in Ruhe zu genießen. 

Tischlein deck dich: Um einmal den Tisch zu decken, sind viele Wege zwischen Küche und Esszimmer nötig. Und die werden mit den Jahren immer beschwerlicher. Ein Servierwagen ist da doppelt praktisch: Zum einen hilft er, alles sicher hin und her zu transportieren. Außerdem ist in der Küche auf einen Blick zu sehen, ob an alles Nötige gedacht worden ist. Beim Kauf unbedingt prüfen, wie leicht der Servierwagen zu rollen ist – auch auf Teppichboden. Ein Griff ist immer praktisch, damit sich beim Schieben niemand allzu sehr bücken muss.

Geschenktipp Nr. 5: Erinnerungen ins Wohnzimmer holen

Mit zunehmenden Alter denken Menschen gerne mal an vergangene Zeiten. Doch nicht immer wird dafür extra der Diaprojektor hervorgeholt oder das dicke Fotoalbum. Eine nette Idee sind da digitale Bilderrahmen, die früheren Zeiten ins Wohnzimmer holen. Auf Sticks lassen sich da kleine Fotoserien zusammenstellen. Solche digitalen Bilderrahmen sind auch eine nette Alternative zu den ewigen Kalendern mit Familienbildern von Enkeln & Co.

Allerdings: Die wenigsten Senioren haben ihre Fotos schon auf dem PC archiviert. Wer also so einen Hightech-Bilderrahmen verschenkt, muss eigentlich auch anbieten, die alten Fotos und Dias einzuscannen...

Das Nonplusultra: Zuwendung, Zeit und Fürsorge

Wer herausfinden möchte, was alte Menschen wirklich brauchen, sollte einfach ein bisschen Zeit mit ihnen verbringen. Nur dann kommt man auf die kleinen Notwendigkeiten im Alltag zu sprechen. Und plötzlich sind sie da, die Ideen, welche Geschenke praktisch und hilfreich sein könnten.

Oft haben Senioren das Gefühl, dass es sich für die noch verbleibenden Lebensjahre nicht mehr lohnt, das ein oder andere zu erneuern. In der Küche ist das oft unübersehbar. Erstaunlich, mit was für abgenutztem Handwerkszeug die erfahrenen Hausfrauen so hantieren. Deswegen: Einfach mal ein bisschen mithelfen und beobachten. Dann fällt schon auf, was fehlt oder die Arbeit erleichtern würde. 

Heinzelmännchen-Gutscheine: Immer wieder nett sind Gutscheine für Arbeitseinsätze von Kindern und Enkeln – im Garten, im Haushalt, beim Streichen, beim Renovieren. Denn neben der eigentlichen Hilfe genießen es Senioren, Kinder und Enkel für ein paar Stunden um sich zu haben. Aber auch da gilt: Zeit haben und im Gespräch bleiben. Es ist einfach wie bei allen Beziehungen: Wenn der Kontakt stimmt, fällt es nicht schwer, sich ein Geschenk für den anderen auszudenken.

 

 

Mondstein, am 28.10.2012
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Bildquelle:
Heimo Cörlin (Frohes Fest: Texte für Weihnachtskarten)

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