Update November 2016. Johannesburg.

Lassen Sie uns raten. Ein religiöser Städtegründers hat Johannes den Täufer als Vorbild für die Namensgebung ausgewählt?
Nein. Die Geschichte der Namensherkunft ist nicht ganz geklärt. Möglicherweise haben zwei Kolonialbeamte um das Jahr 1880 im Auftrag des Staates die Claims rund um eine Goldmine abgesteckt und dort die erste Siedlung gegründet (*).
Heute ist Johannesburg eine der größten Städte in Afrika und dabei die bevölkerungsreichte Region im südlichenTeil des Kontinentes. Städte wachsen heutzutage zu sogenannten Metropol-Regionen zusammen. Und damit kommt Johannesburg auf über vier Millionen Einwohner.
Berlin als Metropolregion bzw. als sogenannte Agglomeration kommt, je nach Sichtweise, auf vier bis sechs Millionen Einwohner (*).

(*) Textquellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Johannesburg#Der_Name_Johannesburg
https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin

Also: Johannesburg wurde wahrscheinlich nach zwei Kolonialbeamten mit dem Vornamen Johannes benannt.

Und auf diesem Foto sieht die Stadt im Zentrum schon ein bisschen wie New York aus.

(Bild: misio)

Update August: 2016 Aachen und Karl der Große

Ist Aachen mit dem Namen von Karl dem Großen in einer besonderen Art verbunden? Nein, der Ursprung des Städtenamens wird auf das lateinische "aqua", gleich Wasser zurückgeführt (*). Gesunde heiße Quellen haben seit Urzeiten die Gesundheit ihrer Bewohner bewahrt oder wiederhergestellt.
Karl der Große hatte sich dort um das Jahr 800 mehrfach aufgehalten. Er ließ in Aachen eine Kaiserpfalz, also eine befestigte Anlage, und eine Kapelle bauen. An der Stelle der ehemaligen Kapelle befindet sich heute der Aachener Dom.
Wer sich für Baustilkunde interessiert, der findet für den Aachener Dom eine sehr interessante Hintergrundgeschichte (*).

 

(*) Textquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Aachen
https://de.wikipedia.org/wiki/Aachener_Dom

(Bild: falco)

Jagdszenen aus Baden-Württemberg

Karlsruhe ist eine Kunststadt oder, besser ausgedrückt, eine Planstadt.

Sie wurde fächerförmig angelegt, ausgehend vom Karlsruher Schloss. Vom zentralen Punkt aus laufen 32 Straßen in gleichen Winkelgraden aus, ebenso so viele wie ein Kompass Markierungen hat.

Karlsruhe - das Schloss in einer ...

Karlsruhe - das Schloss in einer schönen Ansicht (Bild: tpsdave / pixabay.com)

Und wie kommt Karlsruhe zu seinem Namen?

Karl-Wilhelm, eine badischer Graf aus dem frühen 18. Jahrhundert, soll während einer Jagd in einem Wald eingeschlafen sein. Im Traum sah er eine Stadt entstehen, deren Straßen wie Sonnenstrahlen von einem Zentrum ausgehen sollten. Karl hat geruht – Karlsruhe.

Dies ist eine schöne Entstehungsgeschichte. Sie macht Lust auf mehr.

Ritter und das Leben am Hofe

Kaiserslautern bietet sich an. Welcher Kaiser hat hier wohl residiert?

Wenn man raten darf, dann tippt mancher Leser wieder auf Karl den Großen und seine Pfalzen. Nehmen wir an, der Leser liegt richtig, dann steht immer noch ein Rätsel über der Namensendung "–lautern". Schauen wir einmal nach.

 

 

Oh nein, es war Kaiser Barbarossa um das Jahr 1100, der die Stadt zu einer ersten Blüte gebracht hat.

Wer war Barbarossa? Wir lesen auf Wikipedia von Rittern und deren Sinnbild für Höfisches Leben.

Ritter Rüstung (Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com)

Die Lauter ist ein Fluss in dieser Region; das hat der Autor auch noch nicht gewusst.
Dann gab es um 800 eine villa Luthra, später wurde die Siedlung mit einem Schloss erweitert.
Ein ähnlich klingender Name wie Kaiserslautern wird dann um das Jahr 1300 erwähnt.

Die Residenz eines Kaisers an einem Fluss Lauter.

Also, bei dem Namen von Kaiserslautern hat der Autor wieder etwas dazugelernt. Und es macht auch Spaß, zur Abwechslung ein bisschen im Geschichtsbuch zu schmökern.

Absolutismus und deutscher Flickerl-Teppich

Friedrichshafen am schönen Bodensee wurde dann tatsächlich von einem König mit gleichem Namen gegründet. Im 18. Jahrhundert gab es einen württembergischen König Friedrich, der diesen Landesteil regiert hat.

Friedrichshafen am schönen Bodensee

Friedrichshafen am schönen Bodensee (Bild: nitli/ pixabay.com)

Diese Geschichte um Friedrich I. erinnert den Autor auch an die Bezeichnung Flickerl-Teppich aus dem Geschichtsunterricht.
Deutschland bestand jahrhundertelang aus Königs- und Fürstentümern wechselnder Größe.
Unsere Bundesrepublik kommt, in geschichtlichen Zeitmaßen, dagegen eher wie ein Teenager daher.

 

Das Schloss sieht recht nett aus. Aber es waren wohl böse Zeiten für die Bürger, vielmehr für die Untertanen.
Unsere Vorfahren um anno 1811, dem Gründungsdatum von Friedrichshafen, waren von Meinungs-, Informations- und Reisefreiheit noch einige Generationen entfernt.

Die Beschäftigung mit Reisen und Städtenamen kann auch zum Nachdenken über die Segnungen der Gegenwart führen.

The Big Ones

Man könnte diesen Artikel über deutsche Städte und ihre Namenspatrone noch einige Zeit fortsetzen. Augsburg, Wilhelmstadt und viele andere bieten sich an.

Gehen wir nun in die weite Welt hinaus. Der Autor hat einige der bekannten Weltstädte auf ihre Namensgeber hin untersucht. Dies ist dabei herausgekommen:

Rom – Romulus und Remus, die legendären Gründer, um 800 v. Chr. Das war einfach. Es gibt laut Wikipedia allerdings noch einige andere Erklärungen für diesen Namen.

Paris – eine Wortschöpfung nach dem Stamm der Parisi, der in vor-römischer Zeit dort ansässig war

London – wurde als römische Provinzhauptstadt gegründet. Der Name ist möglicherweise keltischen Ursprungs und bedeutet "Siedlung am Fluss". Hier finden wir keinen Namensbezug zu einem Gründer.

Peking? – Raten Sie einmal. Die Siedlungsgeschichte ist über 5.000 Jahre alt. Im Laufe der Zeit hat Peking zahlreiche Namen getragen. Seit ca. 1400 n.Chr. wird sie ähnlich der heutigen Schreibweise, Beijing, genannt. Der Name bedeutet laut Wikipedia: Nördliche Hauptstadt.

Washington D.C. – Es gibt mehrere Orte mit diesem Namen in den USA. Das Kürzel D.C. steht für den District Columbia, also die Region, in der sich die US-amerikanische Hauptstadt befindet.

Washington - Karlsruhe

Washington, so liest man, ist eine Planhauptstadt. Sie ist, ähnlich wie Karlsruhe, am Reißbrett entstanden. Und da steht es auch: Karlsruhe war eine der Vorlagen für die architektonische Anlage von Washington.

Die Stadt wurde dann im Jahre 1800 zur Hauptstadt erklärt. Ihr Namen bezieht sich tatsächlich auf den damaligen Präsidenten.

Washington Obelisk (Bild: tpsdave/ pixabay.com)

Athen – besteht seit 5000 Jahren, und sie besitzt den schönsten Gründungsmythos, von dem der Autor bisher gelesen hat.

Wikipedia nennt Athene und Poseidon, die beide Namensgeber der Siedlung werden wollten.
Beide haben den Einwohnern ein Geschenk gemacht, um die Wahl zu gewinnen.
Poseidon gab einen Brunnen, der leider nur Salzwasser von sich gab.

Athene schenkte einen Olivenbaum, der Früchte und Holz spendete. Sie gewann also das Casting – Athene Superstar. Und so kam die Stadt zu ihrem Namen.

Athen, Athene und die Sage vom Olivenbaum (Bild: gadgeits / pixabay.com)

An der schönen Mosel

Also, dieser Artikel könnte wirklich endlos werden. Zum Schluss will der Autor noch einen Blick zur Mosel werfen, wegen der schönen Landschaft und dem leckeren Moselwein.

Bernkastel-Kues bezieht seinen Namen der Sage nach von einem Bischof Nikolaus Cusanus aus dem 15. Jahrhundert.

Moselblick und Moselwein

Moselblick und Moselwein (Bild: elianemey / pixabay.com)

Ein Kaiser Ludwig von Bayern wurde der Sage nach dort durch ein Glas Wein von schwerer Krankheit geheilt.

Diese Sage beschert uns einen passenden Schluss. Es bewahrheiten sich wieder die alten Sprichwörter. Wie heißt es noch? Namen sind Schall und Rauch – aber Gesundheit ist das höchste Gut.

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