E.T.: Ein Handy!

Wer würde es nicht kennen und lieben*, Steven Spielbergs Rührstück über den auf der Erde gestrandeten Außerirdischen E.T.? Böse Zungen behaupten zwar, E.T. wäre das erste Mobbing-Opfer der Science-Fiction-Geschichte gewesen, aber wir wollen die offizielle Darstellung seiner Kollegen eines versehentlichen Zurücklassens auf der Erde nicht in Frage stellen. Das berühmteste Zitat des Filmes gibt einen Hinweis darauf, welches Weihnachtsgeschenk E.T. Freude bereiten würde: Ein Telefon, um nach Hause zu telefonieren.

Natürlich hätte ihm der Weihnachtsmann anno 1982 diesen Wunsch schwerlich erfüllen können: Die Leitung wäre mit mehreren Billionen Kilometern einfach zu lang gewesen. Ein paar Jahrzehnte später wäre ein Handy die perfekte Wahl. Vorausgesetzt natürlich, die Netzabdeckung im Weltall machte dem kleinen Wicht keinen Strich durch die Rechnung. Apropos "Rechnung": Diese wäre wohl auch ganz schon gesalzen! Da hätte E.T. einen großen Teil der Milliardeneinnahmen aus seiner Biographie aufwenden müssen.

Das unpassende Weihnachtsgeschenk für E.T.:

Das von seiner Autobiographie inspirierte Videospiel aus 1983. Dieses erwies sich als veritabler Riesenflop, der die gesamte Videospielbranche über Jahre hinweg in eine tiefe Krise stieß und dem einstigen Marktführer Atari Millionenverluste bescherte. Angeblich wurden Millionen nicht verkaufte Exemplare des Spiels in der Wüste vergraben.

 

* abgesehen von John Carpenter, dessen grandioser Science-Fiction-Horror-Mix "Das Ding aus einer anderen Welt" im selben Jahr gnadenlos floppte. Nach dem süßen E.T. wollte einfach keiner ein garstiges, blutrünstiges Alien-Monster sehen.

ALF: ‘ne kleine Miezekatze

Ein weiterer sympathischer Außerirdischer: ALF, ein Akronym von "Alien Life Form", der in dieser typischen 1980er-Sitcom auf dem Dach einer amerikanischen Durchschnittsfamilie (Mutter, Vater, 2 Kinder) landete und das Leben der eher drögen Tanners ordentlich durcheinanderwirbelte. Verglichen mit dem wuscheligen ALF geht sogar E.T. als furchteinflößendes Monster durch. Und dennoch: Hinter dem unschuldigen Pelzgesicht lauert etwas Diabolisches!

Jedenfalls dann, wenn man eine Katze ist und weiß, dass ALFs Leibspeise Katzenburger ist. Die Familienkatze der Tanners erwischte ALF freilich nie – dafür war er viel zu schusselig.

Was ihm an Körpergröße oder Geschicklichkeit fehlte, machte er mit seinem Mundwerk wett. Eine seiner Leidenschaften bestand konsequenterweise im Telefonieren. Und er hatte sie alle … an der Strippe, wohlgemerkt! Vom US-Präsidenten angefangen über wildfremde Menschen bis hin zu Talkshow-Moderatoren. Bestimmt würde sich ALF deshalb über eine unlimitierte Wertkarte freuen – und mit ihm Familienoberhaupt Willie Tanner, der die galaktischen Telefonrechnungen ausbügeln musste.

Das unpassende Weihnachtsgeschenk für ALF:

Ein Rasierer! Wer möchte schon wissen, wie ALF unter dem Pelz aussieht? Schauder …

Das Ding aus einer anderen Welt: Einen Wirtskörper

Natürlich sind nicht alle Außerirdischen den Menschen freundlich gesonnen. Eines der wohl bösartigsten Aliens der Filmgeschichte ließ wie bereits erwähnt John Carpenter 1982 auf unschuldige Kinobesucher los. "Das Ding aus einer anderen Welt" ist zwar etwa 100.000 Jahre alt, hat sich aber besser gehalten als Cher, was vielleicht daran liegt, dass es eingefroren in der Antarktis verharrte. Perfide an dem außerirdischen Wesen ist seine Fähigkeit, jede beliebige Lebensform zu absorbieren und anschließend perfekt zu imitieren.

Gerade das macht die unwiderstehliche Faszination des garstigen Aliens aus: Niemand weiß, ob nicht der beste Freund in Wahrheit ein Monster ist. Basierend auf John W. Campbells 1938 (!) veröffentlichter Science-Fiction-Geschichte "Who Goes There?", beschreibt Carpenter den ultimativen Horror: Völlig abgeschnitten von der übrigens Welt, ohne jede Chance, Hilfe zu erhalten, muss sich eine Gruppe Forscher im Ewigen Eis ihrer Haut erwehren.

Auch dem Alien selbst, dessen ursprüngliche Form unbekannt bleibt, ist nicht ganz wohl in seiner Haut: Nach zehntausenden Jahren im Eis möchte es der Antarktis entfliehen. Dazu benötigt es freilich einen Wirtskörper, der es aus dem Ewigen Eis hinaus schafft. Deshalb wäre sein Wunsch vermutlich ein Wirtskörper. Ladies, aufgepasst: Das Ding aus einer anderen Welt ist noch Single! Es ist völlig anspruchslos, passt sich jeder Umgebung problemlos an, mag Tiere und hat nur einen romantischen Herzenswunsch: Seine Zellen mit Ihren zu verschmelzen! Und zwar alle.

Das unpassende Weihnachtsgeschenk für Das Ding aus einer anderen Welt:

Ein Flammenwerfer. Damit hat es in John Carpenters Version schlechte Erfahrung gemacht.

"Gehorche! Du ... musst ... mich ...

"Gehorche! Du ... musst ... mich ... streicheln!" (Bild: http://pixabay.com/)

Mr. Spock: Einen Computer

Zwar ähnelt Commander Spock äußerlich einem Menschen – manche Fans der TV-Serie "Star Trek" munkeln, er würde dem Schauspieler Leonard Nimoy bis aufs Haar gleichen -, doch seine streng logische Sichtweise entlarvt ihn als Außerirdischen. Oh, und er hat grünes statt rotes Blut. Nicht, dass dies in einer gewaltfreien Fernsehserie eine Rolle gespielt hätte.

Was natürlich die interessante Frage aufwirft: Hätte Quentin Tarantino bei "Star Trek" Regie geführt, wie hätte sich die Serie entwickelt? Möglicherweise hätte Christoph Waltz Commander Spock verkörpert, stets darauf bedacht, William Shatner in Punkto Overacting auszustechen, derweil Salma Hayek als Leutenant Uhura exotische Tänze zum Besten gibt, die Klingonen sich als intergalaktische Drogenschmuggler herausstellen und über allem die Frage schwebt: Wie nennt man Viertelpfünder in einem Schnellimbiss auf Vulkan? Und kann Fußfetischist Tarantino auch in einem "Star Trek"-Film seiner Leidenschaft frönen und die Füße und blanken Sohlen seiner Hauptdarstellerin weidlich fotografieren?

Wir werden es nie erfahren. Logischerweise, da Quentin Tarantino gerade einmal alt für die Einschulung war, als "Star Trek" eingestellt worden war, würde Commander Spock antworten. Seine streng analytische Herangehensweise machte ihm nicht immer Freunde, vermochte die Crew aber aus so manchen brenzligen Situationen zu retten. Sein bester Freund blieb aber der Bordcomputer.

Es steht zu vermuten, dass Mr. Spock einen Computer unter dem Weihnachtsbaum vorfände, wenn, ja wenn er denn an den Weihnachtsmann glaubte. Und christlichen Glaubens wäre. Oder überhaupt einer Konfession anhinge. Und ein Stückchen kindlichen Übermut in seinen grünen Blutbahnen bewahrte. Alles höchst unwahrscheinlich, weshalb der etwas unterkühlte Mann mit den nach Prince Charles und Niki Lauda markantesten Ohren der Welt vermutlich gar nichts unter dem nicht existierenden Weihnachtsbaum am Heiligen Abend, an den er nicht glaubt, vorfände. Das ist zwar nicht faszinierend, aber logisch.

Das unpassende Weihnachtsgeschenk für Mr. Spock: Eine Aufzeichnung von Bundestagsreden. Die ergeben nämlich überhaupt keinen Sinn.

"Aua! 25 Milliarden kostet das Apollo-Programm - aber die verdammten Schuhe drücken!" (Bild: http://pixabay.com)

"Erstmals sind wir bei der Geburt eines Astronauten live dabei ... deutlich zu sehen ist die Kabelschnur des Mutterraumschiffs" (Bild: http://pixabay.com)

Der Predator: Fango-Heilerde

Sind Sie in Stimmung für einen richtig bösartigen Außerirdischen? Nein? Gut! Wir präsentieren: Der Predator aus dem gleichnamigen Science-Fiction-Film! Eine Art Space-Redneck, der auf alles ballert, was sich bewegt, unverständliche Grunzlaute von sich gibt und dessen ultimative Lösung aller Probleme offenbar die Atombombe ist.

Andererseits hat er sich mit diesen Fähigkeiten zum wohl härtesten Gegner hochgearbeitet, den Arnold Schwarzenegger jemals zu bekämpfen hatte. Und er ist, anders als in vielen modernen Filmen üblich, ein körperlich unattraktiver Antagonist. Selbst Arnie, dem man nicht unterstellen könnte, es durch sein gutes Aussehen nach oben geschafft zu haben, attestiert dem Predator: "You're one ugly momma's boy!" (Anmerkung: Ein Wort fiel der Selbstzensur des Autors zum Opfer und wurde durch ein gleichwertiges Schimpfwort ersetzt).

Übrigens räumten im ursprünglichen Script von Eli Roth, dem verheimlichten Sohn von Claudia Roth, der Predator und Arnie ihre Differenzen bei einer Schale Früchtetee aus und kamen überein, dass Gewalt keine Lösung sei. John McTiernan schrieb das Script leicht um und erzielte damit zwar einen Kassenschlager, verscherzte es sich jedoch mit dem Vatikanfilm, der den Streifen auf Grund der Gewaltdarstellungen nicht mehr als Vorfilm zu Mel Gibsons "Die Passion Christi" aufführte.

Faszinierend würde der zuvor erwähnte Mr. Spock folgenden Umstand finden: Zwei der Darsteller, nämlich Arnold Schwarzenegger und Jesse Ventura, würden wenige Jahre später Gouverneure amerikanischer Bundesstaaten werden, ein dritter, Sonny Landham, knapp an einem ähnlich ehrgeizigen Ziel scheitern. Um diese Skurrilität in einen hiesigen Kontext zu bringen: Stellen Sie sich den blutrünstigsten Tatort mit Götz George vor, in dem er mit Edmund Stoiber und Winfried Kretschmann auftritt, bevor sie Ministerpräsidenten wurden.

Obwohl er de facto der bad boy war, metzelte sich der nicht gerade subtile Predator in die Herzen der Fans. Einer schwachen Fortsetzung folgte mit "Predators" ein durchaus annehmbares Sequel, wohingegen die "Alien vs. Predator"-Crossovers nur mit viel Sinn für Humor als ernstzunehmende Filme bezeichnet werden können.

Und mit welchem Weihnachtsgeschenk könnte man dem Predator wohl eine Freude machen? Mit einer Glock-Pistole zu den Klängen von: "Peng, Glockchen, Pengelingeling"? Oder einer DVD des Schwarzenegger-Flops "Sabotage"? Nein – die Empfehlung des Hauses lautet: Eine Packung Fango-Heilerde fürs Gesicht. Zwar könnte keine Heilerde dieses oder eines anderen Planeten das Antlitz des Predators tatsächlich verschönern, aber zumindest bliebe der grauenerregende Anblick desselben erspart und das arme Wesen müsste sich von Arnie nicht mehr auf herabwürdigende Weise diskriminieren und auf sein Äußeres reduzierend lassen.

Das unpassende Weihnachtsgeschenk für den Predator: Eine Filmkollektion mit seinen eigenen Filmen. Am Schluss bekommt er ja doch stets eine auf die Umme, und das deprimiert. Und wenn Predatoren deprimiert sind, müssen sie ihrem Frust freien Lauf lassen, was die bekannten Folgen zeitigt. Wahrscheinlich wütete er in Teil 1 nur deshalb im Dschungel, weil er Streit mit seiner Gattin hatte.

"Aber Babe: Die Querstreifen lassen dich überhaupt nicht dick erscheinen!" (Bild: http://pixabay.com)

"Hm, mal nachdenken ... wem könnte ich heute die Kokosnuss klauen?" (Bild: http://pixabay.com)

"Ühüber sieben Brückenechsen muhusst du geeeehn ..." (Bild: http://pixabay.com)

"Räusper ... Jenny, darf ich dir diesen Brokkoli verehren und dich zum Essen ... ach, wem mach ich was vor: Ich stinke!" (Bild: http://pixabay.com)

Das Alien: Dale Carnegies "Wie man Freunde gewinnt"

Es ist skrupellos, aalglatt und schleimig. Die Rede ist von keinem FDP-Mitglied, sondern vom Alien! Der korrekte Ausdruck wäre zwar Xenomorph, aber seit es 1979 die Leinwand und John Hurts Brustkorb unsicher machte, ist es zum Synonym des Wortes "Alien" geworden. Wie könnte man es nicht lieben, das unheimliche Wesen aus einer anderen Welt, kreiert vom viel zu früh in eine andere Dimension gewechselten H. R. Giger? Kein anderes Filmmonster strahlt eine ähnliche Faszination wie das augenlose Ungeheuer mit dem Überbiss aus. In einer frühen Drehbuchversion sollte es letztendlich sogar die menschliche Sprache zu imitieren lernen.

Nicht nur das Alien selbst, auch Sigourney Weaver profitierte vom enormen Erfolg der Serie. Aus der unbekannten Bühnendarstellerin wurde 1979 quasi über Nacht ein Filmstar und mit der Figur der Ellen Ripley die erste echte Action-Heroine, das role model für viele weitere weibliche Actiondarstellerinnen in einer einstigen Männerdomäne.

Dem Erfolg von Ridley Scotts "Alien" folgten bis dato drei Sequels, zwei "Alien vs. Predator"-Crossovers, mehrere Videospiele, Unmengen an Alien-Comics- und Romanen, und was des Merchandisings mehr war und ist. Kurzum: Kein anderes mörderisches Monster aus einer fremden Welt biss sich nachhaltiger ins popkulturelle Bewusstsein und erfreut sich seither größerer Beliebtheit als das Alien.

Nun mag die Frage, welches Weihnachtsgeschenk dem Alien gefallen könnte, abstrus erscheinen. Allerdings sei auf die Intelligenz des Wesens verwiesen. Speziell in der ersten Fortsetzung "Aliens" von James Cameron wird ruchbar, welch‘ kluge Köpfchen sich unter dem Exoskelett verbergen. Sogar einen Aufzug können die Aliens bedienen! Bloß an ihren sozialen Umgangsformen sollten sie noch arbeiten. Deshalb sollte unterm Weihnachtsbaum von Herr und Frau Alien Dale Carnegies Klassiker "Wie man Freunde gewinnt" liegen. Säureka!

Das unpassende Weihnachtsgeschenk für das Alien: Ripleys "Believe It or Not!". Alleine beim Wort "Ripley" bricht jedem Alien die Angstsäure aus …

Autor seit 6 Jahren
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