Oben ohne – nicht überall gerne gesehen

Oben ohne – nicht überall gerne gesehen (Bild: pixabay/Parox Dark)

Andere Länder andere Sitten

Wer Respekt zeigt, hat mehr vom Urlaub

Egal wohin die Reise führt, in jedem Land, ja fast in jeder Region, gibt es unterschiedliche Gepflogenheiten und kulturelle Ausprägungen, die wiederum durch unterschiedliche Traditionen, Religionen oder geographischen Bedingungen abhängen können. …

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man sich als Urlauber oder Gast des jeweiligen Landes diesen Sitten zwar nicht gänzlich unterwirft, aber doch soweit anpasst, dass man von Respekt sprechen kann. Keiner sollte sich dabei gänzlich verbiegen und nicht selten wirkt es sogar ausgesprochen lächerlich, wenn man versucht "scheinbar landestypisch" aufzutreten. Man denke nur an unsere Reaktionen, wenn ein Japaner in Lederhose und Tirolerhut Hamburg besichtigt. Doch wer ein paar Verhaltensregeln für den Strand beachtet, der hat genügend Möglichkeiten mit einem eleganten Badeanzug, oder je nach Region auch Bikini, eine gute Figur zu machen und sich immer noch genügend Individualität zu erhalten.

Eines sollte man insbesondere im Bereich der Bademode jedoch beachten. Hier geht es nicht nur um Mode oder Modeerscheinungen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Bademode in aller Regel freizügiger ist, als die Alltagskleidung. Gerade das macht das Thema aber so sensibel, schließlich ist Freizügigkeit keine feststehende Größe, sondern wird in unterschiedlichen Ländern und Kulturen auch unterschiedlich bewertet. Grundsätzlich herrscht überall innerhalb bestimmter Grenzen ein gewisser Spielraum, innerhalb dessen man sich auch bezüglich der Bademode entfalten kann, den man aber möglichst nicht überschreiten sollte. Dass hierbei insbesondere die Bekleidung der Frauen im Blickfeld erscheint, darf diskutiert, bemängelt und kritisiert werden, doch dies entspricht nun einmal den Tatsachen und als Urlauber in einem fremden Land Frauenrechte wie sie uns vertraut sind durch Provokation einzufordern erscheint weder erfolgreich noch angemessen zu sein, hierfür gibt es andere, wirksamere Plattformen.

In manchen Ländern ist es schlichtweg verpönt mehr als ein Minimum an nackter Haut zu zeigen, während in anderen Länder, man denke an Frankreich oder besonders Brasilien, viel nackte Haut geradezu zur Bademode gehört. Während im einen Land sich schon lange niemand mehr am Oben-ohne-Baden stört, ist in manchen anderen Ländern schon ein nicht besonders knapper Bikini nicht gerne gesehen. Deshalb empfiehlt es sich, sich rechtzeitig vor dem Badeurlaub zu informieren und sich um die Verhaltensregeln für den Strand zu kümmern. Einige Tipps und grundlegende Verhaltenregel für den Strand sind hier nach Ländern zusammengestellt, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das notwendige Fingerspitzengefühl sollte ohnehin jeder selbst mitbringen.

Badeurlaub in Europa

Badeanzug oder Bikini sind in Europa kaum Grenzen gesetzt

Am Vertrautesten was Regeln und Gepflogenheiten angeht ist uns naturgemäß Europa. Selbstverständlich gibt es in Europa ebenfalls unterschiedliche Kulturen und dementsprechend unterschiedliche Ansichten, wenn es um den Badeanzug oder Bikini am Strand geht. Im Allgemeinen jedoch kann man sagen, dass man sich nicht allzu große Gedanken machen muss, welches Strandoutfit das passende ist, bzw. angemessen ist. 

Ob sportlich, klassisch elegant oder auch sexy – in erster Linie zählt, was einem selbst gefällt und in welchem Badeanzug oder Bikini man sich wohl fühlt. Männer haben es ohnehin einfach, allzu groß ist die Vielfalt an Badehosen nicht und den meisten Männern genügt es, wenn »alles verpackt« ist. Möchte man sich dennoch länderspezifisch kleiden, sollte man sich ganz einfach kundig machen, was in diesem Jahr im jeweiligen Land der Trend in Sachen Bademode ist. Tendenziell lässt sich festhalten, dass zurzeit in Frankreich Badeanzüge und Bikinis insgesamt eher dezent sind, entweder unifarben, schwarz oder ganz klassisch mit Polka Dots, während beispielsweise in Spanien und auf den Balearen knallige Farben am Strand angesagt sind. Mit einem Pareo ist man schnell und unkompliziert »angezogen« für den Weg vom Strand ins Hotel oder auch zum Flanieren.

Badeurlaub an den Traumstränden bekannter Werbespots

Bademode für den Garten Eden

Die Seychellen, Mauritius, LaReunion. Drei mal der Inbegriff an Traumzielen für Badeurlauber. Zahllose Werbespots und Fotoshootings lassen einen von diesen paradiesischen Fleckchen Erde träumen. Auf den Seychellen spürt man noch immer den Hauch der längst vergangenen französischen Kolonialzeit was sich im eleganten, edel gediegenen Stil ausdrückt, der sich auch in der Bademode wider findet.

Einen modischen Kulturmix findet man auf Mauritius wieder. Als Insel des Designs, herrlich im Indischen Ozean gelegen, treffen hier Indien, Afrika, Europa und Asien aufeinander und bilden eine Mischung aus Farben, Mustern und Formen. Doch bei der Strandmode geht es eher ein wenig dezent zu, was daran liegt, dass die Mehrheit der Einheimischen entweder Hindus oder Muslime sind. Dementsprechend sollte man sich am Strand auch nicht unbedingt mit einem allzu knappen Bikini zeigen, wenngleich es keine offiziellen Verbote dafür gibt. Aber wie gesagt, Fingerspitzengefühl ist manchmal besser als nach Verboten und Regeln zu suchen.

Auch im Indischen Ozean gelegen und mindestens genauso paradiesisch ist LaReunion mit seinen traumhaft schönen Stränden. Strandpromenaden und Badeorte die an Filmklassiker erinnern, lassen einen schon auch mal an Saint Tropez denken. In Saint Gilles Les Baines beispielsweise findet man zahlreiche noble Hotels mit großen Poolanlagen. Auf der Insel geht es ausgesprochen ausgelassen und locker zu was mit am relativ geringen Durchschnittsalter der Bewohner liegen mag. Hier kann man wirklich tragen was gefällt, egal ob flippig, im Retrolook, elegant oder sexy. So bunt wie hier geht es definitiv nicht überall zu.

Badeurlaub im Oman

Karibisches Flair, entspannter Badeurlaub

Auf den ersten Blick könnte man sich bei einem Badeurlaub im Oman auch in der Karibik wähnen. Tropisches Klima und traumhafte Badestrände an der Südküste lassen einen den Alltag ganz bestimmt vergessen.

Wie in jedem islamisch geprägten Land, sollte man sich gewisser Verhaltensregeln am Strand bewusst sein, wenngleich all die Klischees, die wir von Ländern in denen der Islam die prägende Religion ist, im Kopf haben, hier so nicht zutreffen. Im Gegenteil. Das Leben spielt sich hier auch am Strand wesentlich entspannter und offener ab, dementsprechend darf auch der Badeanzug oder Bikini durchaus, sofern es sich im gemäßigten Rahmen abspielt, »europäischer« sein.

Welchen Badeanzug oder Bikini in Dubai?

Die Vereinigten Arabischen Emirate und hier insbesondere Dubai, sind immer häufiger Ziel von europäischen Urlaubern. All diejenige, denen ausgiebiges Shopping in edlen Boutiquen Vergnügen bereitet, fühlen sich hier garantiert wohl.

Aber auch mit schönen feinsandigen Stränden kann Dubai aufwarten, die sehr häufig Privatstrände der Hotels sind und zu tropischen Badevergnügen einladen. Ganz so konservativ, wie man häufig denkt, ist Dubai nicht, im Gegenteil, die Moderne und Offenheit trifft hier auf Tradition. Dennoch sollt man sich bewusst machen, dass auch die Emirate ein islamisch geprägtes Land ist und was die Freizügigkeit am Strand angeht, durchaus nicht ganz so offen ist. Bikinis sind hier weniger gerne gesehen und mit einem dezenten eleganten Badeanzug wird man garantiert mehr Respekt erfahren. Außerdem sorgt schulterfreie Kleidung schnell für Unmut, was sich jedoch leicht durch einen luftige Seidenschal oder ähnliches vermeiden lässt.

Badeurlaub in Indonesien

Mischung aus Freizügig und bedeckt

Auch Indonesien ist ein Land, dessen Kultur vom Islam geprägt ist. Allerdings, und dies ist vielleicht auch eine Besonderheit, ist der Tourismus hier schon lange zuhause und Urlauber aus aller Welt besuchen diese Perle des asiatischen Raums. Durch die große Anzahl an Besuchern über diesen langen Zeitraum hinweg, haben sich die Einwohner längst an das Auftreten unterschiedlichster Kleidungsstile gewöhnt und akzeptieren am Strand auch manche Freizügigkeit. Allerdings verbietet es sich auch hier unbedingt oben ohne oder gar nackt zu baden. Auch abseits der Strände gilt eine etwas strengere Kleiderordnung, zumindest sollten die Schultern von Frauen bedeckt sein, ebenso die Knie, was sich aber mit einem schönen Tuch einfach in den Griff bekommen lässt.

Informationen und Fingerspitzengefühl

Verhaltensregeln für den Strand sind nirgends aufgeschrieben

Mit dieser kleinen und zwangsläufig unvollständigen Auflistung, welchen Badeanzug oder Bikini in welchem Land getragen werden kann, soll eine kleine orientierende Hilfestellung gegeben werden. Natürlich könenn nicht alle Länder der Welt aufgezählt werden, was jedoch auch keinen Sinn machen würde. In groben Zügen geben diese aufgeführten Beispiele eine Orientierungshilfe für Kulturen oder Regionen. Nicht alles lässt sich eins zu eins auf benachbarte oder kulturell verwandte Länder übertragen, aber Verhaltensregeln für den Strand sind ohnehin nirgends schriftlich festgehalten und gesetzlich festgelegt. Vielmehr sollten diese Tipps zusammen mit den Fingerspitzengefühl das eigentlich jeder besitzen sollte dazu führen, den richtigen Badeanzug oder Bikini für jedes Land zu finden. Gute Reise!

Laden ...
Fehler!