Ein vertrautes Bild: Oma mit Kinderwagen

Ein vertrautes Bild: Oma mit Kinderwagen (Bild: Kristýna Matlachová / Pixabay)

Grundüberlegung beim Kinderwagenkauf

Als erstes sollte man sich die allereinfachste Frage stellen. Wo und wie werden sie sich mit dem Kinderwagen bewegen, bzw. vorwiegend aufhalten? Sind sie in erster Linie im Wohngebiet unterwegs? Hier wiederum eher im beschaulichen, vielleicht ländlichen, Neubaugebiet oder in der hektischen City mit U-Bahn, Bus und Menschenmassen. Lieben Sie ausgedehnte Spaziergänge in unwegsamerem Gelände? Gehören Sie zu den Sportlichen, die mitsamt Kinderwagen auch mal Joggen wollen? Sind für sie auch nach der Geburt des Kindes Reisen sehr wichtig bzw. regelmäßige Besuche bei den Großeltern die etwas entfernter wohnen? Mit der Beantwortung solcher Fragen können Sie bereits die Auswahl an Kinderwagenmodellen stark einschränken und somit gezielter weitersuchen. Hier nun ein paar Kategorien, die die eigene Einschätzung vielleicht schon ein bisschen einfacher macht.

Kinderwagen für den Gang durchs Wohngebiet

Gerade in gut erschlossenen Wohngebieten mit ausreichender Infrastruktur, die das Wesentliche bietet wie Bäcker, Metzger, Supermarkt, Arzt und Apotheke, Kindergarten Schule, Vereine (wenn bereits größere Kinder da sind), dann wird viel zu Fuß erledigt werden. Nicht nur aus Kosten- oder Umweltschutzgründen, sondern ganz einfach auch, weil sich dies mit einem kleinen Spaziergang und frischer Luft fürs Baby verbinden lässt. Zudem sind Sozialkontakte am allereinfachsten zu Fuß zu knüpfen. Hierfür ist ein Kombiwagen die erste Wahl. Dieser lässt sich nach der ersten Zeit, in der er wie ein klassischer Kinderwagen genutzt wird und das Baby noch liegend durch die Straßen chauffiert wird mit wenigen Handgriffen zu einem Sportwagen umgebaut werden, so dass das Kind sitzend die Welt um sich herum erkunden kann. In der Regel sind diese Kombikinderwagen konstruktionsbedingt handlicher als der klassische Kinderwagen.

Viele Kombikinderwagen haben kleinere Räder, deren Gelenk sich entsperren lässt, so dass sie wesentlich wendiger sind, was gerade Innerorts von großem Vorteil ist. Bei entsprechender Qualität, und auf die sollte man in diesem Fall tatsächlich achten, ist ein Kombikinderwagen häufig deutlich teurer, als ein klassisches Model, allerdings zahlt es sich meist aus, da Sie hier einen einzigen Kinderwagen solange nutzen können, bis ihr Kind nicht mehr darauf angewiesen ist und lieber zu Fuß die Welt erkunden möchte.

Kinderwagen für die City

Die Stadt gewissermaßen als Variante des Wohngebietes bietet einige Herausforderungen, die in einem beschaulichen Wohngebiet so nicht vorhanden sind und somit gesondert betrachtet werden muss. Auch hier ist es natürlich wichtig, dass der Kinderwagen nicht nur leicht zu schieben sein muss, sondern auch möglichst wenig ist, schließlich gilt es vielen Hindernissen auszuweichen – ob, dies andere Passanten sind, enge Kaufhausgänge, Türen, U-Bahnzugänge oder anderes. Grundsätzlich ist auch hier ein Kombikinderwagen die beste Wahl. Besonders sollte man hierbei darauf achten, dass dieser schwenkbare Vorderräder hat, um so einen engen Wendekreis zu gewähren. Wie eng es in Städten tatsächlich zugeht, bemerkt man häufig erst, wenn man selbst mit einem Kinderwagen sich durch Menschenmassen hindurch manövrieren muss. Wenn Sie die Möglichkeiten des Nahverkehrs häufig nutzen, ist es sinnvoll auch auf das Gewicht zu achten. Das gilt insbesondere natürlich auch wenn sie zuhause den Kinderwagen in ein oberes Stockwerk tragen müssen, weil im Hausgang keine Abstellmöglichkeit besteht. Falls es aber die Möglichkeit gibt, am Eingangsbereich bzw. auf gemeinsamen genutztem Platz den Wagen abzustellen, empfiehlt es sich, nicht das allergrößte und sperrigste Modell zu wählen, denn selbst bei Kleinkindern hält sich das Verständnis der Mitbewohner leider oftmals in Grenzen.

Vielzweck-Kinderwagen

Eine weitere Variante, die zu den beiden erstgenannten ergänzend genannt werden kann, ist die, wenn der Kinderwagen gleich mehrere Zwecke auf einmal erfüllen soll. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Einkäufe zu Fuß mit Kind erledigt werden sollen. Taschen tragen, Kinderwagen schieben und dann vielleicht noch ein zweites größeres Kind an der Hand führen dürfte wohl die meisten überfordern (und vielleicht auch schon einmal überfordert haben). Da ist es sinnvoll, sich nach einem Kinderwagen umzuschauen, der stabil ist und ein Einkaufsnetzt oder besser noch einen Einkaufskorb besitzt. Zudem sollte er genügend Masse haben, so dass er auch bei etwas schwereren Einkäufen nicht gleich ins Kippen gerät oder nicht mehr lenkbar ist. Von Vorteil sind in diesem Fall möglichst vier gleichgroße Räder. Für den größeren Nachwuchs gibt es spezielle Rollbretter, die sich an den Kinderwagen anhängen lassen, auf dem das Kind stehen kann. 

Das finden die Kinder spaßig und für die Mutter oder den Vater kann das trotz geringfügig größerer Kraftanstrengung enorm viele Nerven beim Einkauf sparen. Keine Frage, derjenige der viel im Wohnsiedlung unterwegs ist, regelmäßig mit dem Bus in die Stadt fährt, im zweiten Stock wohnt und alle Einkäufe mit dem Kinderwagen erledigt steckt ein wenig in der Zwickmühle … Hier gilt wie überall, einen gesunden Kompromiss zu finden.

Kinderwagen für Auto und Reise

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist oder auch gerne öfters übers Wochenende mit der Familie wegfährt, für den ist ohne Zweifel ein Kinderwagen sinnvoll, der sich vor allem gut verstauen lässt. Hierbei gibt es jedoch große Unterschiede. Oftmals geht es dabei auf Kosten der Stabilität bzw. Robustheit. Stabile Kinderwagen, die sich mehrfach klappen lassen sind in der Regel deutlich teurer, allerdings auch langlebiger. Insbesondere Gelenke müssen besonders stabil und auch noch nach dem x-ten Mal auf- und zuklappen funktionieren und so ist es sicherlich an der falschen Stelle gespart, wenn man ein leichtes Billigmodell nimmt. Wer hingegen nur ab und zu wegfährt und auf manchen Komfort verzichten kann, für den kann es sinnvoll sein, einen günstigen Zweitwagen zu kaufen, der diesen Qualitätsansprüchen nicht genügen muss.

Eine ausgesprochen sinnvolle Lösung bieten inzwischen mehrere Hersteller an: Eine Kombination aus Kindersitz fürs Auto und Kinderwagen. Hierbei ist eine Tragetasche in den Autositz integriert, die sich mitsamt dem Kind herausnehmen und auf das Fahrgestell des Kinderwagens bzw. in den Kinderwagen setzen lässt. Damit spart man nicht nur Stauraum, sondern kann das Kind schlafend, etwa nach einer längeren Fahrt, ohne es zu aufwecken zu müssen aus dem Auto in den Kinderwagen heben. Nicht ganz so komfortabel aber dennoch eine Erleichterung ist ein Adapter, der es ermöglich den Kindersitz auf dem Kinderwagen zu befestigen.

Kinderwagen zum Chillen

Wer eher gemütlich unterwegs ist, gerne Spaziergänge unternimmt, vorwiegend aber nicht über Land sondern eher mit Päuschen am Ententeich im Park, der wird voll und ganz mit einem ganz klassischen Kinderwagen auf seine Kosten kommen. Sie bieten auf alle Fälle, schon alleine aufgrund der Größe, für das Baby in den ersten Monaten ein hohes Maß an Komfort.

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Meist sind die heutigen auch Wetterfest und stabil. Bei diesen Modellen spielt oftmals auch ein etwas größeres Maß an Modebewusstsein eine Rolle. Gerade die klassischen Kinderwagen bieten sich für den allgemeinen Retrotrend an, da an sie keine größeren technischen Anforderungen gestellt werden können sich die Designer nach Hezenslust zur Freude der Eltern austoben.

Kinderwagen für Gelände

Wer die Natur liebt und gerne asphaltierte Wege und Promenaden verlässt, stattdessen lieber in Wald und Flur unterwegs ist, wo es holperig, steinig und wurzelig ist, der braucht zwangsläufig einen geländetauglichen Kinderwagen. Die Vorderräder sollten nicht nur möglichst groß sondern auch verstellbar, bzw. arretierbar sein. Je unebener das Gelände wird umso wichtiger ist es, dass die Vorderräder festgestellt werden können, damit diese sich nicht ständig quer stellen und so blockieren. Eine gute Federung ist für das Kind besonders wichtig, damit es nicht jede Unebenheit als Schlag direkt zu spüren bekommt. Das Bezugsmaterial sollte leicht abwaschbar sein, damit es nicht schon nach der ersten Ausfahrt aussieht wie nach dem zehnten Kind. Die besseren Modelle haben in der Regel eine extra Handbremse wie an einem Fahrrad, so dass man auch bei stark abschüssigem Gelände bequem und für das Kind gefahrlos unterwegs ist.

Kinderwagen für den Sport

Seit einigen Jahren sieht man immer häufiger junge Mütter und Väter mit dem Kinderwagen durch die Gegend joggen. Warum auch nicht? So lassen sich gleich mehrere Dinge miteinander verbinden und die Kinder haben durchaus auch ihren Spaß. Aber Vorsicht ist dabei geboten: Vom Joggen mit Kinderwagen sollte man in den ersten Monaten des Babys tunlichst absehen! Stöße auf den Rücken des Kindes lassen sich kaum vermeiden und genau das sollte man aber. Wenn das Kind aber etwa ein Jahr alt ist, kann man sich getrost einen so genannten Jogger kaufen, der extra so gebaut ist, dass es sich beim Laufen einfach schieben lässt, und das auch mit einer Hand.

Die meisten Jogger sind jedoch tatsächlich nur hierfür, bzw. fürs Spazierengehen konzipiert, also eher als »Zweitwagen« gedacht. Einzelne Hersteller haben die Marktlücke erkannt und bieten in der Zwischenzeit tatsächlich auch schon Kombikinderwagen an, die sich zum Jogger umbauen lassen. Um auf Nummer sicher zugehen, empfiehlt es sich aber darauf zu achten, dass der Kinderwagen laut TÜV bzw. Hersteller explizit für den Sport geeignet ist.

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