Warum sind die Bomben nicht explodiert?

Eigentlich hätte beim Abwurf bzw. beim Auftreffen der Bombe auf dem Boden ein Glasröhrchen, das eine Säure enthält, zerbrechen sollen. Die austretende Säure sollte ein Kunststoffplättchen zersetzen, dass einen Schlagbolzen vom Zünder trennt. Durch diesen Bolzen wäre die Bombe dann ausgelöst worden, je nach Dicke des Plättchen zwischen einer halben und mehreren Stunden nach dem Aufschlag. Das funktioniert aber nicht immer. Je nach Aufschlagwinkel läuft eventuell nicht die gesamt Säure auf das Plättchen. Wenn dieses dann noch relativ dick ist, wird es nicht zerstört und die Bombe nicht ausgelöst. Das Material ist aber geschädigt und kann jederzeit brechen und somit die Bombe auslösen.

Während des Krieges war das zwar günstig, heute stellt es aber eine große Gefahr dar. Material altert und innerhalb der Bombe laufen chemische Prozesse ab, die deren Bestandteile oft noch gefährlicher machen als sie im Ausgangszustand schon waren. Daher können nicht nur kleinste Erschütterungen diese Blindgänger auslösen, sondern sie können auch von selber explodieren.

 

Wurden die Bomben nach dem Krieg nicht geräumt?

Natürlich sind mittlerweile viele der aus dem 2. Weltkrieg übrig gebliebenen Bomben heute gefunden und unschädlich gemacht worden. Zur Suche wurden sowohl Karten der Alliierten, in denen die Abwurfzonen verzeichnet sind, als auch Luftbildaufnahmen, wie sie auch zur Auffindung archäologisch interessanter Stätten im Erdboden verwendet werden, genutzt. Wird in einem bestimmten Bereich eine Bombe vermutet, kann diese gezielt mit Metalldetektoren lokalisiert werden.

Aber leider gibt es immer noch tausende dieser Bomben, die unerkannt im Erdboden lauern. Der Kampfmittelräumdienst musste 2012 alleine in Bayern 52 Spreng- und Splitterbomben beseitigen, 2011 waren es 214 dieser Bomben, die gräumt werden mussten. Dies geschieht entweder durch Ausbau des Zünders, anschließendem Abtransport der Bombe und Zerstörung des Sprengstoffs oder durch eine gezielte Sprengung. Dazu müssen oft ganze Stadtviertel evakuiert werden, da diese Bomben eine ungeheure Sprengkraft haben. Ein spektakulärer Fall einer gezielten Sprengung einer Fliegerbombe fand im August 2012 in München Schwabing satt. Dieser Arbeit des Kampfmittelräumdienstes ist extrem gefährlich. Immer wieder sterben Mitarbeiter bei der Bombenräumung oder werden schwer verletzt.

Im Boden liegende Bomben werden oft bei Bauarbeiten gefunden, wie Anfang des Jahres in Euskirchen. Oder ein Bauer entdeckt sie beim Pflügen auf dem Feld. Beides endet oft tödlich. Entdeckt man ein Objekt, dass eine Bombe sein könnte, muss man auf jeden Fall die Polizei verständigen, die dann Kampfmittelexperten hinzuzieht. Auf keinen Fall darf man das Objekt zur genaueren Besichtigung bewegen.

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