Beten

Beten (Bild: Bildquelle: Gedenkseiten.de (Oliver Schmid))

Weltliche Trauersprüche

Im Gegensatz zu anderen Formen des geschriebenen Wortes gelingt es Trauersprüchen oftmals einen besonderen Zugang zu den Themen Sterben und Tod zu schaffen. Gefühlvoll und einfühlsam wird der Schmerz, der durch den Tod eines geliebten Menschen ausgelöst wird, in Worte gefasst.

In erster Linie sollte ein Trauerbrief individuell und persönlich sein, so dass es gilt, die richtigen Worte zu diesem traurigen Anlass zu finden. Ergänzend können Trauersprüche verwendet werden, die in der Regel nicht vom Verfasser der Beileidspost, sondern beispielsweise aus bekannten Werken der Trauerliteratur stammen.

Der Tod gilt im Allgemeinen als eines der letzten Mysterien der Menschheit. Viele Dinge, die den Menschen noch vor einigen Jahrhunderten unerklärlich waren, lassen sich heutzutage mithilfe wissenschaftlicher Methoden untersuchen und erklären. Was aber nach dem Tod kommt, ist nach wie vor ungewiss. Während Gläubige vieler Religionen von einem Leben nach dem Tod ausgehen, berufen sich Rationalisten nicht auf Gott und betrachten den Tod als absolutes Ende. Verstirbt ein nahestehender Verwandter, der geliebte Partner oder ein enger Freund, gibt es somit keinen Glauben, der Trauernden Trost spenden könnte. Folglich ist es in solchen Fällen besonders wichtig, dass das gesamte Umfeld für die Angehörigen da ist und diese auffängt.

Wenn der Verstorbene ein eher rationaler Mensch war und dessen Angehörige eine ähnliche Einstellung haben, sollte man in dem Trauerbrief hierauf Rücksicht nehmen und von religiösen Trauersprüchen und Gedichten Abstand nehmen. Diese würden eher befremdlich wirken. Man muss aber keineswegs auf Trauerlyrik verzichten, denn diese ist eine wundervolle Ergänzung der persönlichen Worte in der Kondolenz. Große Literaten wie Goethe, Rilke und Hesse liefern in ihren Werken weltliche Trauerverse, die ohne weiteres in Trauerbriefen verwendet werden können. 

Friedhof

Religiöse Trauersprüche

Der Ursprung der Welt und das Wunder des Lebens gehören zu den größten Mysterien, die die Menschen seit jeher beschäftigen. Die Wissenschaft ergründet unter anderem den Ursprung des Seins, aber trotz allen Fortschritts gibt es nach wie vor keine absoluten Antworten. Viele Menschen brauchen aber auch keine Erklärungen für die Entstehung des Universums oder der Erde, denn die Religion liefert entsprechende Erklärungen. Die Religion ist seit jeher fester Bestandteil der menschlichen Kultur und war früher für viele Phänomene die einzige Erklärung, da es keine wissenschaftlichen Antworten auf zahllose Fragen des Lebens gab. Im Laufe der Zeit haben die Menschen aus Beobachtungen und wissenschaftlichen Untersuchungen zahlreiche Erkenntnisse gewonnen, die Religion ist aber nach wie vor ein großer Bestandteil der Kultur. Die Haltung zum Glauben hat sich zwar gewissermaßen gewandelt, aber Fragen nach der Existenz eines göttlichen Wesens oder einem Leben nach dem Tod blieben bislang unbeantwortet. Da es in der Natur des Menschen liegt, sich die Welt und das Leben zu erklären, ist der Glaube in diesen Bereichen nach wie vor von großer Bedeutung.

In Krisensituationen ist die Religion für viele Menschen eine wichtige Stütze, die ihnen trotz des schweren Schicksalsschlages Hoffnung gibt. Wer den Angehörigen sein Beileid bekunden und hierzu eine Kondolenzkarte zukommen lassen möchte, sollte dies berücksichtigen, denn mit religiösen Trauersprüchen kann man so die tröstliche Wirkung der Kondolenz unterstützen. Die Hinterbliebenen fühlen sich verstanden und können Kraft aus den Zeilen schöpfen, die sie mit dem Trauerbrief oder der Trauerkarte erreichen.

Im Mittelpunkt religiöser Trauersprüche steht im Allgemeinen die Güte Gottes, der die Verstorbenen in sein Reich aufnimmt. Hierbei sollte man allerdings die Konfession des Verstorbenen berücksichtigen, denn Christentum, Buddhismus, Islam, Judentum und Hinduismus vertreten zum Teil stark voneinander abweichende Ansichten im Bezug auf den Tod. Der Koran beschreibt den Tod als Heimkehr zu Gott und die Bibel erzählt als heilige Schrift des Christentums von dem Wunder der Auferstehung. Im Judentum hat es oberste Priorität seinen Mitmenschen beizustehen und Trauernden Trost zu spenden. Neben Kondolenzkarten mit passenden religiösen Versen sind Besuche des Trauerhauses hier eine Selbstverständlichkeit, schließlich sollen sich die Angehörigen des Verstorbenen nicht alleingelassen fühlen. Buddhisten glauben im Gegensatz zu Gläubigen vieler anderer Religionen an die Wiedergeburt und betrachten den Tod somit nicht als absolutes Ende der Existenz. 

Trauer

Trauer (Bild: Bildquelle: Gedenkseiten.de (Oliver Schmid))

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