Präzision ist gefragt

Das Bowling ist ein sogenannter Präzisionssport (1). Dieser Ausdruck begegnet dem Durchschnittsbürger nicht allzuoft in seinem Alltag. Beim Präzisionssport muss ein vorgegebenes Ziel mit einem Gegenstand möglichst genau getroffen werden.
Der Oberbegriff zum Bowling ist das Kegeln. Beim Kegeln ist der Ausdruck sofort klar. Die Pins oder Hölzer müssen fallen. Aber was gibt es sonst noch auf diesem Gebiet?

  • Billard
  • Bogenschießen
  • Gewehrschießen
  • Golf
  • und einige andere – und Darts gehört ebenfalls dazu

 


 

Beim Bogenschießen ist die Bezeichnung selbsterklärend. Der Schütze muss ins Schwarze treffen. Daher stammt auch das geflügelte Wort.
Beim Billard, beim Snooker und Darts schauen inzwischen Millionen von Fernsehzuschauern bei den Meisterschaften zu. Präzisionssport liegt im Trend der Zeit.

Hin und zurück

Zurück zum Bowling. Wie kam das Kegeln nach Amerika?
Deutsche und holländische Einwanderer brachten es mit auf ihrer Reise in die neue Welt. In der heutigen Zeit, da es uns wirtschaftlich recht gut geht, vergisst der Mensch manchmal, dass vor hundert Jahren und zuvor noch Tausende von Europäern aus wirtschaftlicher Not ausgewandert sind. Auf diesem Weg ist also das Kegeln in die USA gekommen.

Warum heißt es dort dann nicht "Kegeln"?

Die "Amerikabahn"

Dazu gibt es eine "funny story" (2). Die Einwanderer haben drüben beim Kegeln ordentlich Geld gewettet, in allen Schattierungen. Die Behörden hatten daraufhin diese Sportart verboten, um das nicht-lizenzierte Wettgeschäft auszutrocknen.
Die findigen Neu-Amerikaner hatten allerdings die Spielregeln geändert und den Sport neu getauft. So einfach geht das.

 

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In den wilden 1920er Jahren ist das Bowling dann nach Europa "zurückgewandert". Der damals zuständige Sportbund hat die neue Wettkampfbahn seinerzeit als "Amerikabahn" bezeichnet. Die Bahnoberfläche bestand nicht aus Holz, sondern aus einem Kautschukgemisch, es gab zehn Pins anstelle er neuen Kegeln, und die Regeln lauteten anders als im deutschen Regelwerk.

So richtig kam die US-Variante mit dem zehnten Pin allerdings nicht ins Rollen. Ab 1988 wurde Bowling vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) als Demonstrationswettbewerb zugelassen. Es ist bis heute allerdings keine offizielle olympische Disziplin.

Was ist ein Demonstrationswettbewerb?

Dies sind Sportarten, die sich in speziellen Vorführungen bewerben. Baseball, Tennis und Taekwondo haben sich auf dies Art für ihre spätere Aufnahme in den offiziellen Katalog vorgestellt. Inzwischen wurde diese Art von Wettbewerben wieder gestrichen. Bowling ist die Aufnahme als olympische Disziplin nicht gelungen.

Was Sie vielleicht nicht wussten

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Bowling-Kugeln. Mit der einen geht man in die Vollen. Die andere wird zum Abräumen von stehen gebliebenen Pins verwendet.

Die Löcher im Ball werden Bohrung genannt. Der Daumen verschwindet komplett in dem vorgesehen Loch. Der Mittel- und der Ringfinger werden bis zum zweiten Glied in die Löcher eingesteckt. Dies ist die Version für den Freizeit- und Gelegenheits-Bowler.
Die Sportbowler verwenden Kugeln, bei denen die Zeige- und Mittel- oder Ringfinger nur bis zum ersten Fingerglied eingesteckt werden. Sie verlängern den Spann in der Hand, und die Spieler können den Ball filigraner kontrollieren.
Wenn Sie also demnächst wieder mit Freunden zum Freizeitkegeln gehen, dann kennen Sie einen Trick mehr.

Shoe shine

Schuhe sind eine Wissenschaft für sich.
Das spezielle Schuhwerk ist mit Sohlen und Absätzen aus verschiedenen Materialien ausgestattet, um dem Spieler einen sichereren Stand zu verschaffen und einen rutschfreien Schritt zu ermöglichen.

Beim Bowling haben sich nämlich bestimmte Anlauftechniken entwickelt. Diese werden durch eine entsprechende Körperhaltung unterstützt. Schwung, Dynamik, Kraft und Festigkeit kombiniert der erfahren Bowler zu seinem wesentlichen Vorteil im Wettbewerb. Und zu diesem Komplex gehört eben der perfekte Sportschuh.

Geselligkeit

Das Bowling hat sich Deutschland offenbar weg von einer Vereinssportart und hin zu einem Fun-Sport entwickelt. Fun Bowling ist in diesem Zug ein stehender Begriff geworden. Seit den frühen 1970er Jahren gibt es auch eine Bundesliga für Herren und eine für Damen.

 

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Wer hat es denn nun erfunden?

Die Deutschen? Die Holländer? Weit gefehlt – die Ägypter waren es. Kegeln war ein Pharaonen-Sport. Später hat man Informationen über die Spiele der alten Germanen zusammengetragen. Die wilden Krieger sollen mit Steine auf Knochenstäbe geworfen haben.
Um das Jahr 1100 n. Chr. wurde es dann bei uns nachweislich populär. Rothenburg ob der Tauber und Xanten werden in alten Handschriften erwähnt. Wer hätte das gedacht?
Zu diesen Zeiten spielte man im Freien, auf Jahrmärkten zum Beispiel. Um 1800 entstanden dann die ersten Vereine in Deutschland, und das Spiel verbreitete sich über die halbe Welt.
Und wer ist nun der Erfinder des modernen Bowling? Die Amerikaner waren es - ein Stück weit.

Have fun

Ägypter beim Kegeln, Germanen beim Steinewerfen und Ritter auf Jahrmärkten - das Netz, respektive Wikipedia, weiß manchmal wirklich interessante Geschichten zu erzählen - zum Beispiel über die Erfinder des Bowling.

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