Was ist nun ein Feuerzeug?

Ein handliches Gerät zur Erzeugung einer Flamme (1). Wikipedia hat wieder einmal den Bogen heraus. Grundsätzlich unterscheidet der Fachmann zwischen einem Benzin- und einem Gasfeuerzeug. Weitere wichtige Fachbegriffe lauten Zündstein, Reibrad und Funkenerzeugung. Jetzt hat man schon eine ganze Reihe von Begriffen gesammelt. Wie funktioniert nun das Anstecken?

Der Schrecken hat einen Namen

Wenn Sie demnächst einmal mit Ihrem Paragleiter in der Ostsee starten und über einer bisher unbekannten und zudem menschenleeren Insel abstürzen, dann stehen Ihnen bis zur Rettung durch die Küstenwacht drei grundsätzliche Methoden der Feuererzeugung zur Verfügung.

  1. Sie suchen sich Schwefelkies und einen Feuerstein und schlagen beide gegeneinander. Wie sehen dieser Kies und der Stein aus? Wenn Sie das nicht wissen, dann müssen Sie wohl oder übel bis zum Eintreffen der Rettungsmannschaft frieren.
  2. Sie reiben Holz gegen Holz. Das liest sich schon einfacher. Als Ergebnis trägt der moderne Robinson allerdings wahrscheinlich ein paar Schwielen davon.
  3. Sie verdichten Luft mit einem Kompressor. Dies hört sich schon so kompliziert an, dass der Autor diese Variante für den unfreiwilligen Inselaufenthalt nicht weiter untersucht hat.

Fazit. Für einen unbedarften Großstadtmenschen ohne direkte Naturerfahrung bleibt wohl die Schwielen erzeugende Holzreibmethode übrig. Allerdings benötigen Sie noch Zunder. Gib ihm Zunder, dem Lagerfeuer - daher stammt die Redensart. Man kann nur hoffen, dass der Teilzeit-Insulaner zumindest weiß, was Zunder ist.

Geschichte "at its best"

Der erste Brennstoff eines modernen Feuerzeuges bestand aus Pilzschwamm. Man wird es vielleicht nicht glauben, aber dabei handelt es sich um eine Pilzart (2). Wenn man Feuer daran hält, dann glimmt der Pilz offenbar leicht auf und behält das Glimmen auch eine Zeitlang bei.

 

Bildquelle: WimJongejan / pixabay.com

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Richtig interessant wurde es durch die Arbeiten des Herrn Döbereiner. Dieser Mann arbeitet um 1820 an der Universität Jena und erfand eine Mischung aus Zink und Schwefelsäure. Daraus hat er dann flüssigen Wasserstoff erzeugt, der beim Überfließen eines Materials aus Platin eine Flamme entfachte. Dieses Verfahren hilft Ihnen in der geschilderten Notsituation eher nicht weiter, aber das Wissen darum beruhigt doch in einer gewissen Weise. Es geht irgendwie; nur muss man halt ein Chemiker sein.

Kienspan oder Öllampe (Bild: habergibitv / pixabay.com)

Das moderne Klick-Feuerzeug wurde sowohl in den USA als auch bei uns von einem Herrn Carl Auer von Welsbach um 1900 entdeckt. Er hat einen Werkstoff hergestellt, der aus zwei verschiedenen Komponenten besteht. Ein Teil davon war Eisen (3). Seine Erfindung liefert noch heute die Grundlage für das Funktionieren von Einwegfeuerzeugen.

Solche Werkzeuge funktionieren mit Benzin oder mit Gas.
Benzinfeuerzeuge benetzen einen Docht und erzeugen eine Kapillarwirkung. Dieser Umstand fällt dem alttäglichen Benutzer nicht ohne weiteres auf. Bei dieser Gelegenheit ist es vielleicht interessant zu wissen, dass bestimmte Flüssigkeiten in engen Röhren, wie dem Docht, erst eine gewisse Oberflächenspannung erzeugen müssen, damit der Verbrennungseffekt eingeleitet wird.

Zu guter letzt noch einige Informationen zum Gasfeuerzeug. Über eine Brennerdüse wird das Gasgemisch stark komprimiert. Es entsteht genügend hoher Druck. Das Gas verbindet sich mit dem Sauerstoff der Umgebung. Dann genügt ein Funken aus dem Reibrad gegenüber dem Feuerstein und die Flamme brennt.

Ein Feuerzeug anzuzünden funktioniert auch ohne dieses Wissen, aber interessant ist es schon.

Ein Lob dem modernen Leben

Chemiker müssen kluge Leute sein und Physiker ebenfalls, denn sie bringen die in der Natur verstreut liegenden Elemente zu einem funktionierenden Ganzen zusammen.

Der sportliche Gleitschirmflieger wird sich eher an der Holzreibemethode versuchen – oder auf das Eintreffen des Rettungstrupps warten.

 

Bildquelle: Suedelbien/ pixabay.com

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Wenn er wieder sicher in seinem Hotel angekommen ist, dann genehmigt sich der Zigarren-Aficionado einen seiner geliebten Stumpen. Dabei benutzt er natürlich nach wie vor einen Kienspan.

Eines hat der moderne Mensch aus dem kleinen gedanklichen Ausflug möglicherweise gelernt. Dankbarkeit gegenüber den Segnungen der Zivilisation.

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