Mit Eis muss man schnell laufen

Die Chinesen sind also als erste auf den Geschmack gekommen (*). Sie haben der Legende nach riesige Lager angelegt, in denen sie das Eis aus dem Himalaya und aus anderen Hochgebirgen eingelagert hatten.
Die alten Inder sind ebenfalls auf diese Idee gekommen. Die Griechen haben das Eiswasser dann mit Früchten, Honig und Rosenwasser veredelt.

Rosenwasser Eis,

das muss man sich merken. Mit diesem Wunsch kann man bei seinem Lieblings Italiener am nächsten Samstag die große Show abziehen.

"einmal Rosenwasser Eis, bitte" (Bild: 789083)

Ex oriente Eis

Die Römer waren bekannte Gourmets. Doch wie bekam man im heißen Rom ein frisches Eis, wenn der Kühlschrank noch nicht erfunden war? Durch Schnellläufer. Sie brachten das Eis von den Hügeln des Apennin hinunter in die Hauptstadt. Die Eisboten müssen ziemlich gut zu Fuß gewesen sein.

Kommen wir jetzt zur Erfindung des Eissalons? Nein. Das römische Reich ging unter, und das Wissen um die leckere Speise ging in den Wirren der Nachkriegszeit verloren. Diese Notiz im digitalen Lexikon kann den Leser schon erstaunen.

Kreuzfahrer und Entdecker

Die Kreuzfahrer brachten das Wissen aus Arabien wieder mit in das alte Europa. Man nimmt an, dass die Araber über indische oder chinesische Kaufleute an dieses Wissen kamen. Auch Marco Polo, der Weltreisende, soll darüber berichtet haben.

Dann traten die Italiener wieder auf den Plan. Über Katharina von Medici wird in den Geschichtsbüchern nicht nur Gutes berichtet. Jedenfalls soll die Dame eine Eis Spezialität mit Fruchtsaftpüree in den europäischen Königshäusern bekannt gemacht haben. Möglicherweise sah dies am Hofe dann so oder ähnlich aus, nur eben geeist.

(Bild: meid)

Und die Deutschen? Eine Frau Anna Wecker (*) hat um das Jahr 1600 gekühlten Milchrahm als Vorläufer von Milcheis in ihrem Kochbuch beschrieben. Frau Wecker war wohl zu ihrer Zeit eine bekannte Dichterin. Der Legende nach hatte sie auch der erste gedruckte Kochbuch in Deutschland herausgebracht.

Ein Zwischenstatus

Man kann bisher festhalten. Das Speiseeis trat historisch in verschiedenen schmackhaften Variationen hervor:

  • Rosenwasser Eis bei den Griechen
  • Mit Honig veredelt, ebenfalls aus Griechenland
  • Fruchtsaftpüree aus dem mittelalterlichen Italien
  • Milchrahm Eis aus Deutschland.

Eis Gourmets werden sich an dieser Stelle vielleicht erste Notizen machen.

(Bild: Romi)

Bella Italia

Die Neuzeit beginnt für die Rubrik Speiseeis um das Jahr 1700 – in Italien (*).Der erste Eissalon nördlich der Dolomiten soll um 1820 in Wien eröffnet worden sein. Die ersten "Eisdielen" wurden bereits in den 1920er Jahren in Deutschland gegründet.

Unsere südlichen Nachbarn hatten sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Geschmacksvarianten einfallen lassen. Dazu gehörten:

  • Zitronensaft
  • Früchte
  • Schokolade und
  • Zimt.

Der Ausdruck Zimteis allein kann zu einem Break beim Lesen und dem schnellen Gang zum nächsten Eissalon verleiten.

Preußen – Wiege einer Eissorte

Zum Schluss soll noch eine alte Frage geklärt werden. Was hat es mit dem "Fürst-Pückler Eis" auf sich?
Es besteht in der Regel aus drei Sorten (Schokolade-Erdbeer-Vanille), die gemeinsam gefroren werden. Namensgeber ist ein preußischer Reise-Schriftsteller und Landschaftsgestalter. Das Rezept selbst wurde von einem preußischen Hofkoch um das Jahr 1840 kreiert.
Die Preußen erfinden eine Eissorte – man lernt nie aus.

Autor seit 2 Jahren
182 Seiten
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