Der Hacker - ein junger linker Rebell mit dem vorsichtigen Blick. (Bild: https://www.chinasmack.com)

Von der grauen Eminenz ...

Doch wie hat er das gemacht? Eine international zugängliche Datenbank mit geheimen US-Militärdokumenten im Internet zu positionieren. (Antwort: Mit Ehrgeiz!) Es ist nun mal einer seiner größten Erfolge: Wikileaks - online seit März 2010. 

Assange hat sich dadurch vermutlich nicht nur Freunde gemacht, denn ein paar Monate später wurde er von zwei Journalistinnen sexueller Vergehen bezichtigt, das seinem Ansehen und dem Image als "Pirat der Gerechtigkeit" und der Aufklärung von Hintergründen enorm schadete. Nun gelangte der vielseitige Julian, dessen Markenzeichen wohl das helle Haar und die geballte Faust sind, in ernsthafte Schwierigkeiten, denn die Staatsanwaltschaft wurde aufmerksam und stellte im November 2010 einen internationalen Haftbefehl. Nun ist die politisch interessante, wenn nicht gar brisante, Veröffentlichung von militärischen Dokumenten der bedeutendsten Streitmacht der Welt jedenfalls eine weithin vermutlich unterschätzte Tat, die den Tod bedeuten kann, doch gelingt es Assange geschickt, sich Verbündete zu machen. Das führte zu einem Asylansuchen in der amerikanischen Botschaft in Ecuador, dem stattgegeben wurde und zu zahlreichen Medienberichten und Büchern über den Fall. 2013 wurde von den USA - genau genommen der Regierung Obamas - untersucht, ob eine Anklage nach dem Spionagegesetz erfolgen sollte, worauf letztendlich verzichtet wurde. Aufgrund seiner immer wieder gesetzten Aktionen wurde der Rechtsstreit chronisch.

Es ist die Frage, ob sich Assange bereits in einer Position befindet, in der jeder neue Twitter-Tweet bereits indirekt zu einem Aufschrei der Verfolgungsbehörden führt? Andererseits ist Assange, der sich durchaus immer wieder seinen Verfolgern stellt, auch daran interessiert, dass seine Botschaften ein breites Publikum finden. So könnte man ihm wohl Professionalität im Spiel mit Verfolgungsbehörden, Medien und der öffentlichen Meinung bescheinigen, die zu einer fast schon kult-ähnlichen Verehrung seiner Person in alternativen Kreisen führt. 

Älter und immer ein wenig anders - ist er es?

... zum schillernden Polit-Star?

Kann es ein Mann wie Julian Assange, der sich mit seinen Meldungen immer wieder in die Öffentlichkeit und in Schwierigkeiten bringt, schaffen, ein respektiertes hohes Amt in der Politik zu erlangen - oder ist das etwas, was er sich gar nicht wünscht? 

Fest steht, die Öffentlichkeit verdankt ihm eine starke Stimme für Menschenrechte und Gerechtigkeit, der Journalismus eine Menge Datenmaterial und außerdem vermutlich die Schöpfung neuer Worte wie "Whistle-Blower". Und wenn Angela Merkel ins Ausland reist, so ist er indirekt auch Teil ihres Reisegepäcks, denn sie ist es dann, die für ihn Partei ergreift, um sein Leben kämpft.

Dieser Tage wurde Julian Assange 50 Jahre alt. Und eines ist sicher: Man hätte den Spion Assange längst über den Jordan geschickt, wenn er nicht clever wäre und sich für die Meinungsfreiheit stark gemacht hätte. Sein Motto: Der Staat ist stark und er muss es aushalten, kritisiert zu werden. Alles Gute zum Geburtstag!

 

 

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