Auf den Punkt gebracht – wie denke ich am effektivsten?

Geradeaus. Die größten Aufgaben haben immer die einfachsten Lösungen. Dann macht der Mensch das doch einfach.

 

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Denkblockade

Dem Denker fällt im Moment nichts ein. Er muss aber eine Lösung finden, zum Beispiel eine Aufgabe im Arbeitsalltag fristgemäß lösen. Was tun? Im US-Western kommt, im Augenblick der höchsten Not, die Kavallerie zu Hilfe.

Im Wissenschaftsbereich schlägt in solchen Notsituationen die Stunde der Systematiker. Sie haben eine Reihe von Denkoptionen parat und schlagen ihre Liste nun auf. Diese sind:

  1. Logik
  2. Intuition
  3. Dialektik
  4. synthetisches und
  5. laterales Denken

Logik. Das ist doch logisch, eine Redewendung aus der Alltagssprache, kennzeichnet diese Vorgehensweise nahezu perfekt ab. Beim logischen Denken schaut der Mensch sich das Problem an (Analyse), entwickelt zum Beispiel drei Lösungswege, und er entscheidet sich für die beste Lösung. Das logische Denken wird auch als analytisches Denken bezeichnet. Sachverhalte werden untersucht und einer Lösung zugeführt.
Findige Systemdenker haben dazu eine Reihe von Faktoren entwickelt, um die einzelnen Lösungsschritte und Elemente zu gewichten. Anhand von Entscheidungstabellen und ähnlichen Hilfsmitteln erfolgt dann die Auswahl der geeigneten Methode. Kopfmenschen handeln so.

Mit Gefühl. Intuition kommt vom lateinischen Wort intuere, mit der Bedeutung von ansehen oder betrachten – die Nabelschau. Der Gegenbegriff lautet diskursiv, also erörternd.
Bei der intuitiven Version hört der Mensch auf seine innere Stimme. Dazu muss er etwas ruhiger werden als im normalen Tagesablauf. Eventuell muss der Denker sich an einen ruhigen Ort zurückziehen, also in sich gehen. Woher kommt die Stimme, die dem Rufenden die korrekte Antwort gibt? Aus der Erfahrung. Intuition, auch analoges Denken genannt, kommt also aus der Erfahrung. Die Analyse wird durch eine spontane Lösung ersetzt..
Intuition ist die Denkarbeit der Stillen im Lande. Die großen Denker eines Volkes traten früher oft nicht in den Vordergrund. Intuition ist auch die Sprache der Kreativen. Sie lassen den Urteilen ihres Unbewussten freie Hand.

Dialektik. Höhere Schulen in Deutschland erfreuen ihre Nutzer mit dialektischen Aufsätzen. Ist es besser zuerst seine Schulaufgaben zu machen oder erst zum Fußballspielen zu gehen?
Das Wort Dialektik stammt aus dem Griechischen und Bedeutung in etwa "die Kunst der Unterredung". Wir würden heute auch Gesprächskunst dazu sagen.
Rein formalistisch, und im Zusammenhang mit dem vorliegenden Thema, bedeutet Dialektik den Gebrauch einer These, der Gegenthese und der Synthese. Dialektische Problemstellungen sind durch Gegensätze gekennzeichnet, während der logische Weg von der auch eindimensionalen Fragestellung zur Lösung kommen kann.
Was macht das dialektische Denken attraktiv? Es bewährt sich in Streitgesprächen. In den Gesprächsrunden zur späten TV-Sendezeit lassen sich dialektische Denkvorgänge hervorragend beobachten.

Synthetisches Denken. Das Puzzlespiel im Kopf. Dies ist ein bisher weniger benutzter Begriff. Gedankensplitter, Elemente werden zu ganzheitlichen Konzepten zusammengefasst.
Das Denken in Zusammenhängen kommt den Kreativen sehr entgegen. Während das lineare Denken Schritt für Schritt erfolgt, dürfen beim synthetischen Denken Gedankensprünge und auch ungewohnte Kombinationen zu neuen Ideen zusammengeführt werden. Entsprechende Kreativitätstechniken werden eingesetzt. Einmal dienen sie dazu Probleme zu lösen. Weiterhin ermöglichen sie den Teilnehmern, Visionen zu denken, die außerhalb der etablierten Richtungen liegen können. Das Brainstorming ist ein weithin bekannter Begriff aus diesem Umfeld. Synthetisches Denken wird gern eingesetzt, wenn die bisher benutzten, wohlstrukturierten Lösungswege kein befriedigendes Ergebnis gebracht haben.

 

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Lateral. Querdenker. Laterales Denken ist so spannend wie das Internet. Alles ist erlaubt. Gedankensprünge, ungebräuchliche Gedankenverbindungen, Änderungen in der Ausgangslage und im vorgegebenen Ziel. Change the rules - so lautet der Ausdruck im amerikanischen Geschäftsleben. Wenn der Auftrag so gut wie verloren ist, wenn auf normalen Weg gar nichts mehr geht, dann schlägt die Stunde der lateralen Denker. In einer für den betreffenden Teilnehmer schlechten Verhandlungsposition bringt der laterale Gedankenansatz die Teilnehmer einer Sitzung oft gewollt aus dem Konzept. Der Auftrag wird heute nicht vergeben, die Sitzung wird vertagt - und es entsteht eine neue Chance für den bisherigen "zweiten Gewinner".

 

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Think positive

Ein gut gelaunter Mensch kommt eher zu einem positiven Ergebnis seiner Denkarbeit als ein verkrampfter Muffel. Warum ist das so?
Der Gutgelaunte hat möglicherweise seine Gefühle ausgelebt und sich mit einem oder mehreren guten Vorsätzen (Affirmationen) ausgestattet. Auf diese Weise kommt er gut durch den Tag.
Zu diesem Thema findet der Leser zum Beispiel den Artikel des Autorenmitglieds brigitte77: https://pagewizz.com/positives-denken-macht-das-krank-33004/

Fazit

Welche Denkmethode bringt nun den größtmöglichen Erfolg?
Diejenige, die im gegebenen Fall funktioniert hat.

Gute Tage, schlechte Tage – jeder Mensch hat seinen Biorhythmus. An einem Tag funktioniert das logische Denkvermögen prächtig. Beim nächsten Problem diktiert das Reptiliengehirn eine emotionale Lösung.
Besonders beeindruckend sind die Leistungen von großen Wissenschaftlern. Der Chemiker August Kekulé hatte jahrelang an einer Erforschung von Kohlenstoffverbindungen, speziell des Benzols, gearbeitet, ohne auf eine Lösung zu kommen. Im Schlaf ist ihm dann der Legende nach die Ringform der chemischen Verbindung eingefallen. Dies kann sehr gut das Ergebnis einer Mischform des Denkens sein. Logik kommt nicht zum Ziel, aber das Systemdenken wird über neuronale Verbindungen im Zustand der tiefen Entspannung aktiv.

Es gibt, wie immer, zahlreiche Versionen und Sichtweisen zum Begriff der Denkmethoden. Die kleine tour d'horizon kann eventuell auch den Anreiz bilden, einmal eine neue Denkweise auszuprobieren.
Denkanstöße. Öfter 'mal etwas Neues.

Autor seit 2 Jahren
180 Seiten
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