Wie bildet sich eine Freundschaft?

Aus eigenem Antrieb. Der erste Blick, das erste Gespräch geben meistens den Ausschlag. Spontaneität bedeutet nicht, dass eine langandauernde Freundschaft unbedingt vom Himmel fällt. Im Gegenteil, sie muss oft erst verdient werden.

Aus gleichen Interessen. Gleich und gleich, dieses alte Sprichwort findet hier seine ultimative Bestätigung. Freundschaft stellt ein besonderes Verhältnis zwischen zwei Menschen dar.
Der Ausdruck inter-esse kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "dabei sein". Man kann nur intensiv teilnehmen, wenn man selbst mit dem Thema vertraut ist.
Sport, die Blumenzucht, ein Wissensgebiet – Freunde teilen intensiv die gleichen Interessen.

Durch Arbeit, Schule und Studium. Arbeit verbindet. Zahleiche Soziologen vertreten die Auffassung, dass durch gemeinsame geistige oder körperliche Arbeit eine Art geistiges Band zwischen den Beteiligten dauerhaft entstehen kann.

Durch Kontinuität. Das Vertrauen wächst durch Beweise. Jeder der Beteiligten muss sich an seine Versprechen halten. Zuverlässigkeit und Beständigkeit sind wesentliche Voraussetzungen für eine dauerhafte Verbindung.

Was macht eine Freundschaft aus?

Positive Eigenschaften des Einzelnen sind die Voraussetzung dafür. Sie stärken das Band zwischen den Beteiligten. Freunde haben Charakter.

Treue und Standhaftigkeit. Auf den Anderen muss man sich verlassen können. Ein Freund hält sein Wort. Und in Notsituationen steht er fest wie ein Stein. Beide erinnern sich dankbar an die jeweilige Hilfe. Dieses Bewusstsein nicht allein zu sein, wenn es darauf ankommt, dieses ist das starke Bindemittel für ein Aufkommen von Freundschaft und für den späteren Zusammenhalt.

Zuhören können. Wes das Herz voll ist, dem fließt der Mund über. Wenn der Freund etwas auf dem Herzen hat, dann will er es loswerden. Zuhören können ist eine Kunst. Manchmal stellt dies den Zuhörer auf eine harte Probe. Freunde halten das aus und geben anschließend ihre Meinung offen wieder.

Selbstlosigkeit. Im Verhältnis mit einem Freund will der Partner keine Vorteile für sich herausholen. Diesmal geht es um den Anderen. Der Grund ist in der freiwilligen Art und Weise zu suchen, in der eine solche Beziehung zustande kommt. Die persönliche Beziehung ist aus Freiwilligkeit entstanden, keine Vorteilsnahme und nicht die Aussicht auf wirtschaftlichen Zugewinn haben die Beteiligten zusammengeführt. Der Gebende bringt sich selbst ein. Es ist wie ein absichtsloses Tun.

Zuverlässigkeit. Freunde gehen durch dick und dünn. Sonnenschein oder Regentag, das spielt keine Rolle. Freunde sprechen ihre Probleme offen aus und suchen gemeinsame Lösungen. Dies erscheint einer der wichtigsten Punkte in einem solchen Verhältnis zu sein.
Party Party machen und locker zusammen sitzen ist leicht getan. Aber wenn einmal eine schwierige Lebenssituation eintritt, dann braucht der Mensch einen Halt. In solchen Situationen erweist sich die echte Freundschaft.

Zeitlosigkeit. Eine wahre Freundschaft kann nichts erschüttern. Lifetime companions bleiben zusammen bis ans Ende ihrer Tage. Warum dauert sie oft solange? Weil sie auf Gegenseitigkeit beruht und ohne Eigennutz und ohne einschränkende Regeln abläuft.

Freunde und Verwandte

In früheren Zeiten wurde zwischen Freunden und Verwandten nicht unterschieden. Die altdeutsche Wortwurzel vriunt steht entsprechend für den Freund, den Nächsten und den Blutsverwandten.
Filme wie "Band of Brothers" greifen diese Thematik unterschwellig wieder auf. Hier wird eine Art von Blutsverwandtschaft vorgeführt, die zwischen nicht verwandten Mitgliedern einer zweckorientierten Gruppe entstehen soll.

Freundschaft und Ehe

Interessant kann die Ansicht des Soziologen Georg Simmel wirken, wie diese in dem Wikipedia Artikel über Freundschaft zitiert wird. Demnach war die Ehe in früheren Zeiten ein Handel.
Es überwogen anscheinend die Zweck-Ehen aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen.
Diese Vorstellung ist uns in der Gegenwart weitgehend verloren gegangen, gottseidank. Die moderne Form der Ehe beruht in der Regel auf einer Liebesbeziehung, die von Simmel als "freundschaftliches Element" bezeichnet wird.

Der Philanthrop

Die griechischen Philosophen haben den Begriff vom Menschenfreund in unsere Kultur eingebracht. Worum geht es? Um die Einstellung des Einzelnen gegenüber allen anderen Menschen, der gesamtem Menschheit. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut – so heißt es bei uns. 

Eine wohlwollende Einstellung der Reichen gegenüber schlechter gestellten Mitbürgern soll der Ausgangspunkt dieser Haltung gewesen sein. Philanthropen sind in diesem Verständnis Wohltäter, die freiwillig geben von dem, was sie zu viel haben.
Menschlichkeit und Nächstenliebe finden sich als Ausdrucksformen nahe bei diesem Verständnis vom Miteinander. Ein wohlgemeinter Ansatz, der sich noch beweisen kann.

Kinder

Sie haben es leicht. Kinder sind Weltmeister im Freundschaften schließen.
Sie handeln aus einem natürlichen Bedürfnis heraus.
Menschen sind Gesellschaftswesen. Im Wirtschaftsleben galten Kleidung, Nahrung und Behausung für eine lange Zeit als die drei Grundbedürfnisse des Menschen. Darüber hinaus benötigt er die Kommunikation mit anderen Menschen.

Wenn zwei Kinder Hand in Hand gehen wie auf diesem Foto, dann kann der Erwachsene sich wieder einmal Gedanken drüber machen, wie es um seinen Freundeskreis steht.

Wie heißt es so schön? Ihr sollt sein wie die Kinder – Freundschaften eingeschlossen.

Die Ausdrücke Freund, Partner u.ä. werden als Gender Begriffe verwendet.

Textquellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Freundschaft https://de.wikipedia.org/wiki/Philanthropie

Autor seit 2 Jahren
181 Seiten
Laden ...
Fehler!