(Bild: jill111)

Vom Himmel hoch

Das irdische Leben entstand im Pferdekopfnebel im Sternbild Orion.
Die Maya haben zahlreiche gigantische Bauwerke, wie die Hauptachse der Götterstadt Teotihuacán, auf dieses und ähnliche Sternbilder ausgerichtet. Für sie waren die Pyramidenstädte ein "Spiegel des Himmels"..

Wie kamen die Vertreter dieses alten Kulturvolkes zu ihrer Ansicht? Durch astronomische Beobachtungen … und sie lagen ganz offenbar nicht ganz so weit von den Forschungsergebnissen der Wissenschaftler im 21. Jahrhunderts entfernt.
Auch Forscher der Gegenwart wollen in Kometenstaub aus fernen Galaxien Strukturen entdeckt haben, die die Voraussetzung für Lebensmoleküle darstellen. Die Grundvoraussetzungen für die Entstehung von Leben werden möglicherweise in den Sternen liegen.

Der Normalbürger steht erstaunt vor diesen Erkenntnissen. Selbst wenn er akzeptiert, dass die Bausteine des Lebens also aus dem Weltraum kamen, so steht dennoch gleich die zweite Frage im Raum: Wie entstand aus diesem Sternstaub dann das Leben, so wie wir es verstehen?

Sternenstaub - Wiege der Menschheit? (Bild: skeeze/ pixabay.com)

Life is life

So einfach wie in Schlagertexten geht es in der Wissenschaft nicht zu. Wissenschaftlich betrachtet ist Leben ein Vorgang. Diese Erkenntnis führt zur Bestimmung von einigen Grundvoraussetzungen für die Definition des Lebens. Diese Kriterien sind:

  1. Lebewesen können sich von der Umgebung körperlich unterscheiden. Einzeller haben eine Zellmembran herangebildet. Der Mensch trägt eine Haut.
  2. Sie treten gleichfalls in Kontakt mit ihrer Umwelt. Der Mensch braucht die Luft zu Atmen.
  3. Lebewesen können ausbalancieren zwischen den inneren Körpervorgängen und den Einflüssen von außerhalb. Wir schwitzen, wenn es heiß wird.
  4. Ein Lebewesen pflanzt sich fort. Auch der tausendjährige Baum stirbt eines Tages.
  5. Unterscheidungsvermögen. Menschen und Tier bilden sehr unterschiedliche Zellen aus, zum Beispiel Sehzellen und Darmzellen.
  6. Lebewesen nehmen Signale aus der Umwelt auf und reagieren darauf.

Was ist das Minimum, um ein Geschöpf als Leben zu bezeichen? Nach biologischem Verständnis muss die Erscheinungsform in der Lage sein

  1. Sich selbst zu erhalten und
  2. Sich zu reproduzieren.

Biologen reduzieren den Begriff "Leben" damit auf zwei Grundfunktionen: überleben und fortpflanzen. Alles Weitere ist im biologischen Verständnis vom Leben - sekundär.

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Bios heißt im Griechischen "Leben" und logos bedeutet "Wissen". Die Biologie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen um das Leben, seine Entstehung und seinen Verlauf zu ergründen und verständlich weiterzugeben.

Nahezu alle Lebewesen auf diesem Planeten sind auf einem gleichartigen genetischen Code aufgebaut. Diese Biomoleküle (DNA und RNA) erzeugen den genetischen Schlüssel der Lebewesen, vom Bakterium bis zum Menschen. Ketten aus Biobausteinen verbinden sich zu komplexen Strukturen und formen den Körper, die Organe und zahlreiche Verbindungen, die lebenswichtige Vorgänge im Individuum ermöglichen. Die gespeicherten Erbinformationen werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben.
Mutationen sorgen dann für den nächsten Quantensprung in der Entwicklung einer Art. Die Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben besteht also darin, dass Moleküle mit anderen Bausteinen in Verbindung treten können. Kommunikation ist die Basis allen Lebens.

Hinzu kommt die Fähigkeit zur Anpassung. Interessanterweise scheinen die potenziellen Mutationsgene bereits in den Molekülen angelegt zu sein. Irgendwann einmal, durch äußere Einflüsse bedingt, wird das Mutationsgen in einem Individuum aktiv und sorgt für eine Veränderung, die die ganze Gattung betreffen kann.

Molekül-Ketten (Bild: ColiN00B/ pixabay.com)

Die Vulkanier

Das erste Leben entstand nach geltender Meinung vor etwa vier Milliarden Jahren in den Urmeeren aus einem Gemisch von Metallmolekülen in den Urozeanen und zahlreichen Gaskombinationen in der Erdatmosphäre. Eisen- und Schwefelmoleküle traten miteinander in Verbindung und bildeten erste Einheiten. Dieser Vorgang nennt sich - Stoffwechsel. Mit der Zeit bildeten sich immer komplexere Strukturen; dies ist die Geschichte der Evolution von der Amöbe zum Menschen.

Eine andere Sichtweise betrachtet die Entstehung des Lebens aus dem Weltall kommend. Das Schlagwort lautet: Panspermie. Kometen und Asteroiden brachte demnach die Bausteine des Lebens aus den Weiten des Alls auf die Erde. Dort bildeten sich dann im Zuge der Evolution irdische Geschöpfe heraus.

Schöpfung und die Neuschöpfung

Religio kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Verbundenheit". In einem anderen Zusammenhang spricht man von Connection.
Vom Grundgedanken liegen Naturwissenschaftler, Biologen, und Religionswissenschaftler nicht weit auseinander. Bei den Biologen und Chemikern stehen die chemischen und physikalischen Bindungen im Vordergrund des Interesses. In der Religion spricht man von transzendenten Beziehungen. Dabei handelt es sich um Verbindungen zwischen Mensch und einem angenommenen Schöpfer, die mit den Sinnen nicht erfassbar sind. Religiöse Verbindungen entstehen demnach auf übersinnlichen Kommunikationswegen, sie transzendieren, übersteigen, die Sinne.
Der Glaube an einen Schöpfer bestimmt die Entstehung des Lebens - und den Wunsch nach einem ewigen Leben. Für einen religiös orientierten Menschen ist die Entstehung des Lebens begründet in einem Schöpfungsakt einer Gottheit.

Die Grenze vom natürlichen zum künstlich erschaffenen Leben könnte zunehmend fließender werden. Eine kürzlich erfundene CRISPR Technologie soll den Biologen die Erschaffung und Manipulation von veränderten Genen wesentlich erleichtern. Zellfrequenzen können demnach gezielt verändert werden. Die Eingriffe in das Erbgut beinhalten neue Chancen und Risiken in unserem Umgang mit dem Leben.

Stardust Memories

Die Maya haben nach Ansichten der Forscher den Ursprung des Lebens in die Region des Pferdekopfnebels verortet. Die altägyptische Mythologie wird mit dem Orion-Nebel in Verbindung gebracht. Moderne Astronomen vermuten ebenfalls, dass Sternenstaub aus dieser und anderen Regionen die Urbausteine irdischen Lebens zum Planeten Erde gebracht haben könnten.

Nur, wie kamen diese uralten Kulturen zu ihren Erkenntnissen – ohne Hubble Teleskop und ohne Labors mit einer Ausstattung von modernen Spektrometern? Ihre Erkenntnisse bleiben rätselhaft und bieten ausreichend Raum für weitere Betrachtungen.
Wie entsteht Leben? Wir verstehen immer mehr. Das Leben bleibt spannend.

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