Was macht ihn aus, den Mann fürs Leben?

Grundsätzlich sollte man wissen, wie er ungefähr sein sollte. Allerdings kann man dann auch gleich anfangen, nach einem Backrezept zu suchen, um ihn zu backen, sollte die Vorstellung von ihm detalliertest bis in alle Einzelheiten sein– denn nur so entspricht er dann auch zu hundert Prozent allen möglicherweise gewünschten Ingredienzien.

Jemandem, der genau weiß, dass er sich den Mann fürs Leben erst zum Mann des Lebens erziehen muss… sollte besser Single bleiben. Denn in diesem Fall gilt: "Zu zweit hat man endlich all die Probleme, die man alleine nie gehabt hätte."

Und das klingt abschreckend. Eine Beziehung sollte doch keine ewige Therapie darstellen. Oder eine Erziehungsmaßnahme!

Was den Mann fürs Leben ausmacht, muss jede Frau für sich selbst entscheiden. Meist kann man ja nach dem Ende diverser Bekanntschaften ganz genau herauskristallisieren, was einem an dem jeweiligen Mann gefehlt hat – in Bezug auf seine Persönlichkeit, nicht selten aber auch in Bezug auf die Zeit des Kennenlernens.

Es ist wenig erfreulich, gleich beim ersten Date zu hören, dass der Vater des Betreffenden sich umgebracht hat, und ebenso wenig interessiert es Frauen in aller Regel, schon beim dritten Treffen zu hören, dass seine Mutter die eigene Religionszugehörigkeit gut finden wird…

Mit beiden Aspekten kann man zumindest mich zielsicher in die Flucht schlagen. Da fehlt nur noch die Erwähnung, "Mann" wünsche sich dringend ein bis drei Kinder. Und zwar, bevor von einer Beziehung auch nur ansatzweise die Rede war.

Also, was macht ihn aus, den Mann fürs Leben? Manche Frau wünscht sich möglicherweise genau einen der genannten Aspekte ganz dringend schon beim ersten Date mit ihm. Viele werden vermutlich meine Perspektive teilen… Was den richtigen Mann ausmachen könnte, ist prinzipiell die nötige Ruhe und Gelassenheit. Kaum eine Frau will die Vergangenheit durchleuchten, denke ich. Also Hände weg von den Vätern, Müttern – ja, und Ex-Beziehungen!

Den Mann fürs Leben macht für mich seine Persönlichkeit aus. Und nichts anderes. Wer mich damit alleine nicht fängt, kriegt es nicht mehr hin.

Suche nach Regeln

Hilfreich könnten diese Regeln sein, die schon Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bekannt waren:

 

  • Den Mann nicht zuerst ansprechen. Männer jagen ihre Beute lieber selber! Und welches Raubtier hat es gern, wenn es sich die zu Erlegende bei seinen Vorderfüßen bequem macht…mehr noch, die Jagd praktisch übernimmt! So nicht.

 

  • Beschäftigt wirken. Wer immer gleich Zeit hat und auch ansonsten nur auf ihn wartet – macht es ihm zu leicht und wird vermutlich alsbald abserviert.

 

  • Romantisches Geschenk zu Geburtstag und Valentinstag – oder das wars dann. Wer will einen Toaster zum Namenstag? Na eben.

 

  • Die 10-Minuten-Regel besagt, man solle alle Telefongespräche nach 10 Minuten beenden. Das erhält die Kommunikation spannend! Wobei ich persönlich mich jetzt frage, was ich mit einem Mann 10 Minuten zu besprechen hätte… also, ich würde es eher kürzer halten.

 

  • Verabredungen nach spätestens drei Stunden beenden! Die sogenannte Verknappungstechnik zieht immer: "Nur mehr drei Stück auf Lager!" "Nur noch heute!" Was selten ist, erscheint zwangsläufig wertvoller. Siehe auch die Regeln unserer Marktwirtschaft.

 

  • Nicht zu viel reden, stattdessen zuhören. Denn wer zuhört, erfährt mehr! (Über den anderen…manchmal mehr, als ihm selber lieb sein kann…denn auch so kann man gleich herausfinden, ob man mit dem Date eine gemeinsame Zeit haben will!) Und außerdem ist es immer gut, sich geheimnisvoll zu machen. Das weckt Interesse. Außerdem reden die meisten Männer eh so gerne, erklären einem gern die Welt, und was weiß ich noch alles…

 

  • Zurückhaltung ist immer gut – gerade, wenn es ums Küssen geht, oder den ersten Sex miteinander. Beim ersten Date reicht ein flüchtiger Kuss. Und Sex gibt es da auch noch nicht. Punkt. Ach so, es sei denn, es ging sowieso nie um was anderes.

 

  • Ihm die Führung überlassen! Das klingt wirklich schwierig… aber na ja. Man kann ja ruhig mal üben, sich ihm gewissermaßen anzuvertrauen… wirkt auf Männer angeblich beruhigend.

 

  • Nur Männer lieben, die einen auch lieben – das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ob er Interesse an einem hat, das wird er schon zeigen! Nach dem Date kann ruhig er anrufen, und wenn er es nicht tut, dann interessiert es ihn nicht. Das ist schon die erste Gelegenheit, mit der er zeigen kann, dass er Interesse an einem hat… und daraus ergibt sich dann auch irgendwann die Frage danach, ob er einen liebt. Oder eben nicht. Man sollte es Männern nicht immer so einfach machen – sie können sich für die erfolgreiche Eroberung nämlich ruhig etwas anstrengen!

 

  • Rechnung beim ersten Date bezahlt grundsätzlich er. Das kann er dann für später gerne gleich beibehalten. Ausnahme: Wenn man nach dem ersten Date kein Interesse an ihm hat, könnte man sie auch selber zahlen… denn dann ist einem eh schon klar, dass man ihn ganz sicher nie mehr datet. Allerdings: Eigentlich nicht!

 

Der Mann fürs Leben

…findet sich wahrscheinlich sowieso irgendwann, wenn es denn wirklich sein soll. Aber wer ihn dringend suchen möchte: Viel Erfolg!

 

Die angeführten Regeln wirken wahrscheinlich ein wenig von gestern, aber: Bei alldem geht es vor allem um Respekt. Einem Mann nachrennen ist wohl so ziemlich das Blödeste, was einer Frau einfallen könnte! Gibt es aber ziemlich oft.

 

Seltener beobachtet man dieses Spiel umgekehrt ;-) Und das spricht jetzt eigentlich wieder für Männer, denn die meisten Männer fühlen ziemlich schnell, ob es ihr mit ihm ernst ist – oder eben nicht. Und verarschen lassen muss sich niemand – denn auch das hat mit Respekt zu tun.

 

Wo man den Mann fürs Leben suchen kann? Das würde jetzt wahrscheinlich eine weitere elendslange Liste – aber grundsätzlich kann man ihn wohl überall antreffen. Im Supermarkt, im Lieblingscafe, auf der Straße…

Autor seit 3 Jahren
94 Seiten
Laden ...
Fehler!