Keime und Bakterien – Gesundheitsrisiko vermeiden

Wie lautet der schon sehr in die Jahre gekommene Witz? »Herr Doktor, kann man, mit Durchfall baden? Ja, wenn Sie die Wanne voll kriegen …«

Nun gut, wir wollen die Schmerzgrenze ja nicht allzu sehr übertreten, doch Durchfall und Baden können in der Tat eng zusammengehören, gerade wenn man im Sommer gerne an einen Badesee geht. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass die Badeseen und Badeplätze an Flüssen in Deutschland – und davon gibt es ungefähr 2300 – durchweg den Qualitätsanforderungen die vorgegeben sind genügen. Lediglich gut 2 Prozent sind bedenklich. 90 Prozent erfüllen sogar nicht nur die vorgegebenen Anforderungen, sondern sind deutlich besser und als sehr gut zu bewerten, so das Umweltbundesamt. Das ist doch für alle Badeseen-Liebhaber eine positive Nachricht.

Bikini Set Barbados
Amazon Anzeige

Was sind aber die Anforderungen und wie wird die Wasserqualität beurteilt? Maßgeblich sind hierfür Darmbakterien, bzw. deren Konzentration im jeweiligen Gewässer. Einerseits sind das die Escherichia coli (abgekürzt E. coli) oder auch Kolibakterien, von denen vermutlich die meisten schon gehört haben sowie die Enterokokken. Durch diese Bakterien wird nachgewiesen, ob Fäkalien, beispielsweise durch angrenzende landwirtschaftliche Flächen, in das Gewässer gespült wurden.

Die möglichen Krankheitserreger sind dabei nicht die Indikatorbakterien, sondern vor allem Viren oder auch Parasiten, die über die Fäkalien in den See gelangen. Die Konzentration dieser muss auch nicht besonders hoch sein, um eine Infektion hervorzurufen. Typische Symptome sind Durchfall und Brechen oder auch Hautausschläge und Reizungen. Dennoch können auch Bakterien die Ursachen für Infektionen sein, jedoch ist hierfür eine weit höhere Konzentration notwendig.

Kann man einen belasteten Badesee selber erkennen?

Nicht jeder ist Virologe, Mediziner, Mikrobiologe oder ähnliches – wie also kann man selbst beurteilen, ob ein Gewässer verschmutzt ist und ob von ihm ein Gesundheitsrisiko ausgeht oder nicht?

Glasklares Wasser lädt sofort dazu ein, bei warmen Temperaturen ohne Zögern hineinzuspringen. Doch Vorsicht! Klar ist nicht gleichzusetzen mit sauber. Nicht jede Verunreinigung ist so einfach und ohne Hilfsmittel zu erkennen. Auch hier können gefährliche Krankheitserreger lauern. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte – und das empfiehlt sich in jedem Falle – sollte bevor er an einen Badesee fährt, die interaktive Karte des Umweltbundesamtes aufrufen und sich dort bequem über den Gewässerzustand informieren (hier geht's zur Karte)

Wann sind Flüsse gefährlich?

Flüsse sind aufgrund des bewegten Wassers natürlich tendenziell immer gefährlicher als stehendes Gewässer. Aber auch hinsichtlich eines möglichen Infektionsrisikos gilt es aufmerksam zu sein. So sollte beispielsweise nicht nach einem Starkregen darin gebadet werden, weil danach eine extrem hohe Belastung durch Keimen vorherrschen kann, wenn aus den heutzutage stark gedüngten landwirtschaftlichen Flächen die Gülle in den Fluss gespült wird oder auch die Kanalisation überlastet ist.

Dabei muss bei Flüssen überregional gedacht werden, schließlich kann es auch nur flussaufwärts geregnet haben, wobei die Erreger natürlich mit gespült werden. Bedenken sollte man aber unbedingt auch, dass es nur wenige ausgewiesene Stellen zum Baden an Flüssen gibt. Dort wo kein ausdrückliches Badegewässer ist oder gar Badeverbot herrscht, sollte man sich besser aufs Enten beobachten beschränken.

Intex Boot 4-teilig
Amazon Anzeige

Fäkalien durch Wasservögel

So schön und beruhigend es im Park oder an Teichen ist, Wasservögeln zuzuschauen, so bergen Badeseen mit vielen Enten etc. ein durchaus erhöhtes Gesundheitsrisiko. Wasservögel gehen zum Koten nicht extra an Land und verschmutzen somit den See mit Bakterien, die wiederum beim Menschen zu Durchfall führen können. Nun bedeutet dies ganz bestimmt nicht, dass eine Entenpaar einem den Badespaß vermiesen muss, doch wenn gewissermaßen ganze Vogelschwärme sich im See aufhalten, ist es sicherer nicht ins Wasser zu gehen. Unangenehm zudem kann es sein, wenn sich durch Enten Zerkarien, die so genannten "Entenflöhe" in Ufernähe entwickeln. Sie sind zwar grundsätzlich ungefährlich, können sich aber in die Haut der Badegäste als Fehlwirt bohren und die Badedermatitis auslösen, die im Wesentlichen mit starkem Juckreiz verbunden ist, bzw. bei einem Zweitbefall auch zu Quaddeln führen kann. Gründliches Abduschen, falls möglich, kann davor schützen, sofern sich die Larven noch nicht in die Haut gebohrt haben.

Ein informativer Artikel von Merlin

Kind ertrunken, Achtung Lebensgefahr!

Was tun bei Krankheits-Symptomen

Es empfielt sich eigentlich immer, nach dem Schwimmen nicht nur knapp bekleidete andere Körper zu betrachten, sondern auch seinen eigenen Körper etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Sollte ungewöhnlicher Juckreiz auftreten, Rötungen oder gar Pusteln festzustellen sein, ist es sicherlich sinnvoll zu einem Arzt zu gehen. Doch auch Verantwortung für alle anderen sollte man in solch einem Fall übernehmen und bei einer entsprechenden Diagnose die Landesbehörde, die die Wasserqualität prüft darüber informieren.

Blaugrünes Wasser

Wasser muss nicht klar sein, um als sauber und unbedenklich zu gelten. Dennoch gilt es die Färbung und Trübung nicht gänzlich außer Acht zu lassen. Blaualgen (Cyanobakterien) verursachen ein blaugrünes, trübes Wasser und können verschiedene Krankheiten auslösen bis hin zu Übelkeit und Durchfallerkrankungen oder sogar Leberschädigungen. Solche Seen sind definitiv zu meiden und falls nicht auf der Karte des Umweltamtes vermerkt auch gleich gemeldet werden. Wenn das Wasser so trüb ist, dass man etwa 50 Zentimeter unter der Oberfläche bereits nichts mehr erkennt, ist das ein einigermaßen deutlicher Hinweis, auf Blaualgen und von einem Bad ist in diesem Fall abzuraten.

Mund zu beim Schwimmen

Zum Schluss nun noch fast eine Binsenweisheit aber auch scheinbare Selbstverständlichkeiten sind immer gut, sich ins Gedächtnis zu rufen. Am Ufer spricht man, im Wasser schwimmt man … Das soll schlicht und ergreifend heißen, dass man den Mund möglichst zu hat, den die meisten Krankheitserreger nimmt man nun einmal beim Schlucken von Wasser auf. Ganz vermeiden lässt es sich ohnehin nicht, im Durchschnitt werden bis zu 50 ml Wasser pro Schwimmgang geschluckt, doch sollte man eben versuchen die Menge die man zu sich nimmt so klein wie möglich zu halten. Doch zur Beruhigung: Nicht jeder Schluck macht krank, es erhöht sich mit jedem Schluck lediglich das Infektionsrisiko.

So, und jetzt keine Panik! Das waren alles Ratschläge, wie man etwaige Risiken vermeiden kann und keinesfalls eine Warnung, Badeseen zu meiden. Deshalb: Packen Sie Ihren Bikini, Badeanzug oder Badehose ein und ab zum nächsten Badesee!

Laden ...
Fehler!