Trauer

Trauer (Bild: Oliver Schmid)

Vererben aufgrund des Bürgerlichen Gesetzbuches kann man das verändern?

Wenn kein Testament vorliegt, werden im Erbfall automatisch die Blutsverwandten gesucht und begünstigt. Dies ist im Bürgerlichen Gesetzbuch so geordnet. Gemeint sind hiermit eigene und adoptierte Kinder, Ehegatten und auch gleichgeschlechtliche eingetragene Lebenspartner. Dazu gehören in manchen Erbfällen auch die eigenen Eltern. Diese vorgegebene gesetzliche Erbfolge ist jedoch auch veränderbar. Mittels Testament kann man dies gänzlich ändern oder auch nur erweitern.

Neben den Verwandten kann man genauso gut vererben für den guten Zweck. Natürlich wird das nicht automatisch umgesetzt, dazu muss man tätig werden. Der Gesetzgeber überlässt es jedem einzelnen Menschen, wem er sein Vermögen hinterlassen möchte. Hier gibt es allerdings eine Einschränkung, den die Gesetzgebung garantiert Ehegatten, Kindern, Adoptivkindern, also den gesetzlichen Erben eine Mindestbeteiligung am Nachlass. Dies ist im Pflichtteil des Bürgerlichen Gesetzbuches zu finden. Hierzu sind genaue Regelungen bezüglich des Ihnen zustehenden Anteil festgelegt und auch die Ausnahmen im Extremfall. Ein Erbe müsste dem sogenannten Erblasser schon nach dem Leben trachten oder ähnlich schlimme Dinge unternehmen, dass ein Pflichtteil außer Kraft gesetzt ist.

Allein wegen Familienstreitigkeiten funktioniert eine gänzliche Enterbung nicht.

Vererben auch ohne verwandtschaftliche Bindung

Wer sein Testament schreibt, kann einen gemeinnützigen Verein, wie z.B. den SOS-Kinderdorf-e.V. hierin auch bedenken. Dabei sind einfache Formalien zu beachten und die erste Voraussetzung dazu ist, dass man ein Testament schreibt. Mit einem relativ geringen Aufwand existieren verschiedene Gestaltungsvarianten. Die gemeinnützigen Vereine beschäftigen versierte Rechtsanwälte, die Ihnen sogar beim Verfassen des Testaments behilflich sein können. In diesem Fall kostet das Ganze auch keinen Pfennig.

Wer keine gesetzlichen Erben hat, kann seinen Nachlass einer oder mehreren gemeinnützigen Institutionen vererben. Wer seine Verwandten ebenso begünstigen möchte, kann auch nur einen Teil des Erbes für einen guten Zweck vergeben. Beide Fälle werden im Testament unterschiedlich behandelt.

  • Soll ein gemeinnütziger Verein den ganzen Nachlass erhalten, so bestimmen Sie diesen in ihrem Testament zu Ihrem Erben. In diesem Fall verwaltet die gemeinnützige Organisation nach Ihrem Ableben das Erbe und es kann sofort seine wunderbare Wirkung entfalten.
  • Soll ein gemeinnütziger Verein einen Teil des Erbes erhalten, so ist dies mit einem Vermächtnis anzuordnen. Dies könnte zum Beispiel ein Geldbetrag, eine Immobilie, ein Grundstück oder ein Wertgegenstand sein.

Zudem sollte man in jedem Fall nicht nur allgemein schreiben, ich vermache oder vererbe an "gemeinnützige Vereine", sondern legen Sie ganz genau fest, welcher Organisation Sie diese Spende zukommen lassen wollen. Ein Beispiel finden Sie im Testament von Oliver Schmid, welches er online veröffentlicht hat. Er hat sich für die gute Sache des SOS Kinderdorf e.V. in seinem Vermächtnis entschieden, dabei aber seine Tochter nicht enterbt. Entweder seine Erbin oder deren Verwalter, bis zur Volljährigkeit, ist verpflichtet, dem SOS Kinderdorf e.V. die von ihm festgelegte Zuwendung aufgrund des Testaments zu übergeben.

Wie prüfe ich, dass mein Erbe in gute Hände kommt?

Zahlreiche wirkungsvolle Projekte werden von gemeinnützigen Hilfsorganisationen auf die Beine gestellt. Dies allein ist jedoch noch nicht ausschlaggebend für die Entscheidung, sondern ob die Gelder auch in zukunftsweisende Projekte fließen, um den Zweck der Spende zu erfüllen. Die Hilfsvereine unterstellen sich bei Seriosität auch den Prüforganisationen und erhalten daraufhin auch Prüfsiegel. Eines der bekanntesten ist das DZI-Prüfsiegel. Bei den Prüfungen wird genau hingeschaut auf folgende Kriterien,die für viele Spender ebenfalls wichtig sein könnten:

  • Leitbilder und zukunftsweisende Ziele
  • Wie lange hat der gemeinnützige Verein Erfahrungen gesammelt?
  • Spendensammlungen und deren Einsatz
  • Sind erreichte Ziele exakt öffentlich gemacht?
  • Transparente und aktuelle Darstellung der Vereinsarbeit

Als Spender steht man vor einer großen Auswahl gemeinnütziger Projekte. Jeder Spender wünscht Sicherheit darüber, dass sein Geld beim Vererben in gute Hände kommt. Hilfsorganisationen gegenüberzustellen, und die verschiedenen Hilfseinsätze zu prüfen, das könnte sinnvoll sein. Zusätzlich ist für den Spender auch noch zu hinterfragen, ob die Spende seinen Idealen, z.B. Kindern eine Zukunft zu geben, entspricht. Der SOS-Kinderdorf-e.V. erfüllt übrigens die DZI-Prüfkriterien und bekommt seit langer Zeit regelmäßig das DZI Spendensiegel. Auch Verbraucherzentralen äußern sich immer wieder lobend über diese gemeinnützige Organisation.

Falls Sie den Prüfsiegeln, die Sicherheit geben könnten, ebenfalls nicht voll vertrauen, dann prüfen Sie selbst einen Jahresbericht. Auf den Webseiten erfährt man ebenfalls viel über die Arbeit der bevorzugten gemeinnützigen Organisation.

Wo können Sie mit einer Testament-Spende viel bewirken? Entweder für Kinder oder für die Natur, oder gar gegen weltweite Katastrophen. In jedem Fall kann ein Erbe oder ein Vermächtnis viel bewirken, wenn man es in die richtigen Hände legt. Viele Menschen bedauern nur, dass es verwahrloste Kinder und Jugendliche gibt. Sie haben die Möglichkeit mit einem letzten Willen zu handeln.

Inspirationen für die Testament Spende

Inspirationen könnte wie vorgenannt das Testament von Oliver Schmid, dem Gründer von Gedenkseiten.de sein. Seine Testament-Spende geht an Kinder, die unsere Zukunft sind. Er hat gründlich geprüft und dem SOS-Kinderdorf e.V. danach sein Vertrauen geschenkt. Sie können sich an diesem Testament - Text auch orientieren, oder gleich Ihre Fragen telefonisch abklären. Die Telefonnummer und alle wichtigen Daten der Leiterin des Resort Nachlass- und Vermögensübertragungen beim SOS-Kinderdorf-e.V. finden Sie auf der vorher genannten Website. Der Leitsatz des Gründers vom SOS-Kinderdorf e.v., Hermann Gmeiner, ist besonders eindrucksvoll. Seine These ruht auf vier wichtigen Säulen in der SOS-Familie: Eine Mutter, die Geschwisterkinder, ein Haus in dem sie wohnen, ein Dorf. Es ist einleuchtend, dass diese Grundprinzipien Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, zu fröhlichen und selbstständigen Erwachsenen heran zu wachsen.

Tipp: Die Spendensumme fließt eins zu eins in die gute Sache. Hat das Finanzamt einen Verein erst einmal als gemeinnützig anerkannt, so werden testamentarische Erbbeträge und Vermächtnisse unversteuert dem guten Zweck zukommen.

Autor seit 3 Jahren
9 Seiten
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