Bier in den Kühlschrank oder die Tiefkühltruhe?

Ein echter Traum sind alte Häuser, die einen tiefer liegenden Gewölbekeller besitzen, in dem es auch im Sommer nie Wärmer als 10 Grad wird. Doch wer hat das schon. Erst recht in einem Neubaugebiet tut man sich mit alten Gewölbekellern naturgemäß eher schwer … Natürlich, das am nächsten Liegende ist der Kühlschrank. Bier rein, warten, Bier raus, zisch! Allerdings liegt die ideale Trinktemperatur bei Bier bei sechs bis acht Grad (Pils und Export), bei Weizenbier/Weißbier bei zehn Grad und die erreicht man nicht indem man, wenn der spontane Besuch auftaucht, in eben mal ein paar Minuten. Und warten bis das Fleisch auf dem Grill verbrannt, das Bier aber immer noch warm ist, ist irgendwie auch doof. Wenn der Kühlschrank zu langsam kühlt, sagen sich viele, bleibt nur der große Bruder oder die große Schwester: Der Gefrierschrank oder die Tiefkühltruhe. Hiervor sei gewarnt! Nicht nur, dass eine im Gefrierschrank vergessene Bierflasche – wie der Autor aus eigener Erfahrung anschaulich schildern kann – ein geradezu bizarres aber durchaus originelles und einmaliges sowie zugleich raumfüllendes Gebilde ergeben kann, sondern auch, dass zu kaltes Bier nicht mehr seinen wahren Geschmack hat. Das Aroma kann sich nicht richtig entfalten und das Bier schmeckt zu unnatürlich herb.

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Aber auch unabhängig vom fehlenden Geschmack des zu kalten Bieres ist die Tiefkühltruhe nicht die erste Wahl. Bier das 24 Grad warm ist, was im Sommer ohne Kühlung nicht ungewöhnlich hoch ist, müsste rund 20 Minuten in die Gefriertruhe um auf 16 Grad herunter gekühlt zu werden und dann wäre es immer noch deutlich zu warm, als dass man von Genuss reden könnte.

Eis, Wasser Salz und Physik schaffen kühles Bier

Eiswürfel im Longdrink und Cocktail sind Standard und Cola & Co. werden damit auch gut gekühlt. Im Bier möchte man diese schwimmenden Fremdkörper natürlich nicht unbedingt haben. Und Bierflaschen einfach in einen Eiswürfelpack einzubetten führt nicht wirklich zum Erfolg. Wie so oft im Leben: Die Mischung macht's! Wer schnell sein Bier auf die richtige Temperatur bringen möchte, kann sich ganz einfach die Physik zunutze machen. Wie? Ganz einfach.

Man nehme …

Ein Gefäß in das die Bierflaschen passen, gibt möglichst ein Drittel kaltes Wasser hinein, packt ein Drittel Eiswürfel drauf und streut dann ein Drittel Kochsalz (muss ja nicht das teure Himalaya-Salz sein) dazu. Das Ganze rührt bzw. mischt man gut durch und legt oder stellt dann die Bierflaschen hinein. Immer wieder umrühren, damit es ein gleichmäßiges Gemisch bleibt. Et Voilà! Nach nur etwa zehn Minuten hat man ein wunderbar kühles Bier, das so schmeckt, wie ein Bier im Sommer schmecken muss.

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Eine Erklärung gefällig?

Wem es nur darum ging, zu erfahren, wie er im Sommer lauwarmes Bier möglichst schnell zu genussreifem kühlen Bier wandeln kann, der kann hier aufhören zu lesen und sich gleich ans Umsetzen des Gelesenen machen. Spielziel erreicht!

Für alle die sich auf hohem Niveau betrinken wollen … (Spaß, wir wollen hier nicht zu übermäßigem Alkoholkonsum verführen!!) folgt die Erklärung, weshalb es mit diesem einfachen Trick funktioniert.

Wasser und Eis zusammen können nie unter null Grad Celsius sinken. Doch der Schmelzpunkt der beigegebenen Eiswürfel wird durch das Salz herabgesetzt. Die Kristallstruktur des Salzes wird im Wasser aufgelöst wofür sehr viel Energie benötigt wird, welche von der Wärmeenergie des Wassers und Eises stammt. Das wiederum sorgt für Kälte und die Temperatur sinkt in kurzer Zeit bis zehn Grad unter null. Im Gegensatz zur Umgebungstemperatur in der Tiefkühltruhe, die ja bei etwa -18 Grad oder weniger liegt, wird durch das Wasser das Flaschenglas mit dieser Temperatur direkt komplett umgeben. Da sich immer mehr Teilchen lösen, wird auch ständig hierfür weitere Energiezufuhr benötigt und im Gegenzug findet Energieentzug eben auch von der warmen Bierflasche statt und das Bier wird so zügig herab gekühlt.

Wichtig! Der Pagewizz-Beipackzettel

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss. Wenn Sie einen gewissen Vorrat Bier gekühlt haben, sollte die (vorläufig …) übrigen Flaschen anderweitig kühl gehalten werden und nicht im Eiswasser liegen bleiben. Denn der Gefrierpunkt von Bier liegt nur knapp unter null Grad, da der Alkoholgehalt relativ gering ist. Zwar wird das Bier in der Flasche noch flüssig bleiben, doch kann sich das schlagartig beim Öffnen der Flasche ändern … Auch hier hat wieder die Physik ihre Finger im Spiel.

Plopp – zisch – zum Wohl!

 

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