Ein Aqurium zu säubern ist eine regelmäßige Pflicht, wenn die Fische, Garnelen oder auch Schildkröten gesund bleiben sollen. Auch den Pflanzen bekommt die Säuberungsaktion und sie werden es durch besseres Wachstum danken. Gleichzeitig bekämpft die übermäßige Algenbildung. Durch die Ausscheidungen der Tiere und durch Futterreste entstehen Giftstoffe im Aquarium. Diese werden zwar teilweise durch die vorhandenen Bakterien in wertvolle Nährstoffe für die Pflanzen umgewandelt und auch die die Filteranlage beseitigt. Dennoch sind regelmäßige Säuberungen wichtig, da das heimische Aquarium ein in sich geschlossenes Biotop ist, was weder durch Regenwasser oder natürliche Wasserläufe Frischwasser bekommt. Daher ist es wichtig, dass man in bestimmten Abständen Teilwasserwechsel, Bodenreinigung und sogar die komplette Reinigung des Beckens und seinem Inhalt vornimmt. Was wie oft geschehen sollte, erfahren Sie in diesem Artikel. Damit Sie Ihr Aquarium auch gut sauber machen können, sollten folgende Utensilien vorhanden sein:

  • Mulmglocke mit Schlauch, der seperat verwendet werden kann
  • Eimer mit 10 Liter Fassungsvermögen der nur für das Aquarium verwendet wird
  • Kescher für die Fische
  • Plastikkanne
  • weicher Lappen, der nicht fusselt
  • Schwamm
  • eventuell eine Membranpumpe mit Ausströmer

Ich selbst benutze zwei Plastikkannen und noch einen Schlauch mit etwa 0,5 Zentimetern im Durchmesser. Die Gründe dafür erfahren Sie gleich im Anschnitt Teilwasserwechsel.

Der Teilwasserwechsel

Den Teilwasserwechsel müssen sie am häufigsten durchführen. Je nach Besatz und Größe des Beckens steht diese Arbeit alle zwei bis drei Wochen an. In der Fachliteratur wird dazu geraten, dass man dabei auch die Mulmglocke benutzt. Ich selbst nutze dafür den dünneren Schlauch und ziehe damit etwa 25 bis 30 Prozent der gesamten Wassermenge ab. Nutzt man die Mulmglocke, dann wühlt man mit der dieser Glocke den Bodengrund etwas auf und saugt den Schmutz mit dem Wasser ab. Der Schmutz entsteht durch Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile und die Ausscheidungen der tierischen Bewohner. Selbst wenn man äußerst sparsam füttert und auch gelbliche Blätter gleich entfernt, wird man diese Verschmutzung nicht vermeiden können.

Ist das Wasser in der genannten Menge abgelassen, folgt die Reinigung des Filters. Das Filtermaterial sollte nur unter lauwarmen Wasser gereinigt werden. Danach wird der Filter wieder eingesetzt und das Wasser aufgefüllt. Achten Sie bitte darauf, dass Sie ihren Tieren nicht zu große Schwankungen bei der Wassertemperatur zumuten. Vor allem Fische können da sehr empfindlich reagieren. Deswegen sollte man in ein Aquarium wo tropische Fische gehalten werden auch nur lauwarmes Wasser auffüllen.

Ich selbst nutze hier die beiden Plastikkannen, den dünnen Schlauch und den Eimer. Eine Plastikkanne steht auf dem Aquarium und wird mit Wasser gefüllt. Von dort lasse ich langsam das frische Wasser in mein Aquarium laufen, so dass sich die Wasserwerte auch nur langsam verändern. Der Eimer dient dazu, um die ständige Lauferei zum Wasserhahn zu vermeiden. Mit der zweiten Plastikkanne wird das Wasser aus dem Eimer geschöpft. Übrigens muss das abgelassene, alte Aquariumwasser nicht komplett entsorgt werden. Es eignet sich prima zum Blumengießen.

Großer Wasserwechsel

Dieser gestaltet sich ähnlich wie der Teilwasserwechsel. Nur dass man wesentlich mehr Wasser dem Aquarium entnimmt. Allerdings sollte man sich auch etwa auf 50 Prozent der gesamten Wassermenge beschränken. Auch hier ist es sinnvoll, wenn gleich die Filteranlage gereinigt wird. Beim großen Wasserwechsel verwende ich auch die Mulmglocke wesentlich intensiver. Zumindest die lose wachsenden Pflanzen, wie etwa das Javamoos, größere Wurzeln und Steine sollten vorher aus dem Becken genommen werden. Auch hier wird im Anschluss einfach das Wasser wieder aufgefüllt.

Doch egal, ob sie nur einen kleinen Teilwasserwechsel vornehmen oder einen großen Wasserwechsel planen. Einige Reinigungsarbeiten fallen dabei immer zusätzlich an. Vor allem die Innenseiten der Scheiben sollten dabei auch von kleinsten Algen befreit werden. Es gibt spezielle Geräte dazu im Fachhandel. Allerdings reicht dafür auch ein Plastikstück mit einer scharfen Kante. Selbst Parkscheiben eigenen sich dazu hervorragend. Die besten Erfahrungen habe ich mit einem sogenannten Schlesinger beziehungsweise Teigschaber gemacht.

Ganz wichtig ist aber, dass Sie keine chemischen Reinigungsmittel verwenden und auch Schwamm und Lappen nur unter klarem Wasser nach dem Gebrauch reinigen.

Komplettreinigung eines Aquariums

In vielen Aquarienbüchern wird empfohlen, dass man einmal im Jahr das Becken komplett ausräumen und reinigen soll. Je kleiner das Aquarium, desto sinnvoller ist dieser Ratschlag. So ist es bei einem Becken zwischen 60 und 100 Litern Fassungsvermögen sinnvoll, wenn man nach einem Jahr die Komplettreinigung durchführt. Darüber hinaus verschieben sich die Zeiträume bis zu einem Abstand von zwei Jahren. Der beste Zeitpunkt ist das späte Frühjahr, damit sich Fische und auch Pflanzen bis zum eigenen Urlaub wieder erholt haben.

Wenn Sie eine komplette Reinigung planen, sollten Sie das auf ein Wochenende legen. Denn diese Arbeit nimmt viel Zeit in Anspruch. Zuerst sollte der Aquariumeimer mit Wasser aus dem Becken gefüllt werden. Bei Becken über 100 Liter sollte man rund 30 bis 40 Liter aufheben. Nun werden die Fische aus dem Aquarium in den Eimer verbracht. Achtung! Fische können springen und man sollte für eine Abdeckung sorgen. Sollten Sie einen Innenfilter verwenden, so darf auch dieses Gerät in dem Eimer, damit für eine gute Durchlüftung gesorgt wird.Sollten Sie eine Filteranlage außerhalb des Aquariums betreiben, dann hilft eine Membranpume mit Ausströmer um die Durchlüftung des Wassers zu ermöglichen. Damit die Fische sich auch verstecken können und damit weniger Stress haben, dürfen auch Pflanzen aus dem Aquarium mit in den Eimer.

Nun werden, wenn noch vorhanden, die restlichen Pflanzen aus dem Becken genommen. Sollten Sie Schnecken im Aquarium haben, die sie loswerden möchten, dann lohnt es sich die Pflanzen einige Minuten in Essigwasser zu legen. Das schadet den Pflanzen nicht, aber die Schnecken ziehen sich in ihre Gehäuse zurück und sinken auf den Boden. Dekorationen, wie große Steine oder Wurzeln kocht man dagegen ab. Zuletzt wird der Bodengrund entnommen und gereinigt. Dieser wird solange mit fließendem Wasser gespült, bis dieses klar bleibt. Sind diese Arbeiten erledigt, widmet man sich dem Aquarium selbst. Um wirklich alle Schmutzteilchen zu entfernen, werden Sie mehrmals Wasser wieder einfüllen müssen, um es danach erneut abzusaugen. Auch die Scheiben werden dann gereinigt. Ist alles sauber, geht es daran, das Aquarium wieder einzuräumen.

Zuerst wird der Bodengrund wieder eingefüllt. Eine eventuell vorhandene Bodenheizung wird wieder richtig installiert und mit in das Becken verbracht. Nun kommen die Dekorationen, Pflanzen und technischen Geräte, wobei an dieser Stelle der Filter noch gereinigt wird. Etwa die Hälfte des alten Aquariumwassers aus dem Eimer wird wieder in das Becken geleitet. Denn so wie das Becken jetzt ist, fehlen alle notwendigen Bakterien des Biotops. Man müsste es wieder über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen eingefahren werden. Das ist für die Fische aber nicht sonderlich gut, daher beschleunigt man den Vorgang mit dem alten Wasser. Bevor die Fische aber wieder ins Aquarium dürfen, muss noch frisches Wasser aufgefüllt werden. Sind etwa 50 Prozent des Beckens mit gut temperierten Wasser befüllt, so kann man die Fische wieder einsetzen. Den Rest des Wassers im Eimer lässt man eine Weile stehen, damit sich die Schmutzteilchen am Boden absetzen. Danach wird es vorsichtig ins Aquarium gegossen. Gern auch durch den Kescher, um den groben Schmutz nicht gleich wieder im Becken zu haben.

Wichtige Hinweise für jede Reinigung

Je nach Wasserqualität kann man Zusätze in das frische Wasser mischen, damit die Wasserwerte für die Bewohner optimal sind. Ich selbst verzichte seit Jahren darauf, da ich keinerlei Probleme mit dem Leitungswasser bei uns habe. Allerdings sollten nur Zusätze aus dem Fachhandel genutzt werden, da sie auf die Bedürfnisse der Fische abgestimmt sind.

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