Regelmäßige Lederpflege

So schön Ledermöbel im Möbelgeschäft aussehen – nach einiger Zeit wird das Material naturgemäß spröde und je nach Farbe und Standort bleicht es aus. Da man einen Ledersessel und ein Ledersofa nicht nur anschauen, sondern auch nutzen möchte ist die Oberfläche mechanischen Belastungen ausgesetzt und wird abgenutzt bzw. bekommt Kratzer.

(Bild: Pixabay / Amarjit Singh)

Wenn dann noch Kinder ihr Saftglas umkippen (oder der Vater seinen Rotwein …) sind schnell hässliche Flecken auf dem Möbelstück. Doch Leder lässt sich mit relativ einfachen Mitteln wieder auffrischen und pflegen. Für stärkere Verschmutzungen gibt es Intensivreiniger speziell für Leder. Ist die Oberfläche mit Fett verunreinigt genügt Waschbenzin.

Leder ist allerdings nicht gleich Leder und so eignet sich nicht jedes Reinigungsmittel bzw. jede Methode gleichermaßen für jede Lederart. Auch der Aufwand und ggf. die Kosten können sich stark unterscheiden. Daher sollte man, wie beim Kauf anderer Dinge auch, beim Kauf von Ledermöbeln sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken machen, was man bereit ist für die Pflege auszugeben und welchen Aufwand es einem Wert ist.

Die einfachste und eigentlich selbstverständliche Pflege für alle Lederarten ist das regelmäßige Abstauben mit einem weichen sauberen Tuch. Die regelmäßige Behandlung mit Lederpflegemittel ist ebenfalls obligatorisch. Zudem kann Glattleder mit einem angefeuchteten Tuch – am besten mit destilliertem Wasser – abgewischt werden. Mit einem speziellem Lederreiniger behandelt man die Möbel etwa ein- bis zweimal im Jahr.

Eignet sich ein Mikrofasertuch für die Lederpflege?

Seit etlichen Jahren ist »Mikrofaser« das Zauberwort bei Herstellern ebenso wie bei Verbrauchern. Keine Frage, wer etwa bei seiner Brille wieder für den Durchblick sorgen möchte greift heute selbstverständlich zum Mikrofasertuch. Wer jedoch sein Sofa aus Glattleder pflegen möchte, lässt vom Mikrofasertuch besser die Finger!

Glattleder hat einen Fettanteil den es braucht, um nicht spröde zu werden. Mikrofasern nehmen jedoch dem Glattleder das Fett von der Oberfläche. Daher lieber mit einem weichen Möbelbürstenaufsatz auf dem Staubsauger Staub und Krümel entfernen und dann evtl. noch mit einem weichen Tuch nachreiben.

Lederreiniger

Für Glattleder gibt es spezielle Reinigungslösungen. Diese werden auf einen Schwamm gegeben und gleichmäßig kreisförmig in das Leder eingearbeitet. Dies sollte nur mit leichtem Druck geschehen. Mit einem feuchten (nicht nassen!) Tuch reibt man den Lederbezug mehrmals nach und lässt ihn vor Weiterbearbeitung gut trocknen. Auch Papiertücher eignen sich, wobei darauf zu achten ist, dass diese weder fusseln, noch kratzig sind. Nach der Reinigung ist die Verwendung eines Pflegemittels wichtig, damit das Leder einerseits wieder zu seiner ursprünglichen Schönheit kommt, andererseits aber auch wieder einen Schutz hat. Meist empfehlen die Hersteller hierfür ein spezielles Mittel.

Was für Glattleder gilt, gilt jedoch nicht für Rau- und Nubukleder. Diese Lederarten sind sehr empfindlich und dürfen auf keinen Fall mit Lederreiniger behandelt werden. Die Oberflächen der Möbel sollte man nur absaugen oder mit einem Tuch abstauben. Darüber hinaus gibt es fettfreie Sprays zur Reinigung. Sollten stärkere Verschmutzungen vorliegen oder auch durch starke Beanspruchung »speckig« wirkende Stellen vorhanden sein, lassen diese sich mit einer Raulederbürste entfernen und das Material wieder etwas aufrauhen. Für die großflächige Reinigung nimmt man alkalifreie Naturseife und Wasser (am besten destiliert) und arbeitet sie in das Leder ein. Danach muss die Seife mit Wasser gründlich abgewaschen werden.

Anilinleder. Pflege der edelsten Ledermöbel

Anilinleder gehört zu den teuren und wertvollen Ledern für die nur makellose Häute in Frage kommen. Das offenporige Glattleder ohne Pigmentschicht bedarf dementsprechend einer besonderen Behandlung, da es besonders empfindlich ist. Eine Grundreinigung wie bei den anderen Lederarten sollte man jedoch besser dem Profi überlassen. Nicht ganz so empfindlich ist Semi-Anilin-Leder, das eine leichte Pigmentschicht erhält die die Oberfläche etwas egalisiert und ein bisschen Schutz bietet. Sollte die Oberfläche Kratzer oder tiefere Risse aufweisen, lassen sich diese mit Lederkleber oder Flüssigleder relativ gut ausbessern, durchgehende Risse oder Schnitte hingegen bedürfen eines Fachmanns.

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