Was ist die Idee und woher kommt sie?

Zunächst muss ich zugeben, dass diese Idee natürlich nicht von mir stammt. Welcher Mensch oder welche Organisation diese Idee zuerst hatte, lässt sich kaum noch herausfinden. Tatsache ist aber, dass das Konzept, mit 10.000 Schritten am Tag die Gesundheit zu fördern, heute sehr beliebt ist.

Arbeitgeber verteilen Schrittzähler an ihre Mitarbeiter, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften bieten ihren Mitgliedern die Teilnahme an solchen Aktionen an und auch internationale Wettbewerbe gibt es.

Das immer gleiche Grundprinzip: Es werden Gruppen gebildet, jeder Teilnehmer bekommt für einen gewissen Zeitraum (meist mehrere Wochen) einen Schrittzähler gestellt und am Ende wird ausgewertet, welche Gruppe die meisten Schritte zusammenbekommen hat.

Sinn und Zweck ist es, bei den Teilnehmern ein Bewusstsein dafür zu wecken, wie wenig sie sich im Normalfall täglich bewegen. Idealerweise ist man im Anschluss an einen solchen Selbstversuch so motiviert, dass die zehntausend Schritte zum festen Bestandteil des Alltags werden – und zwar langfristig.

Meine Erfahrungen mit dem 10.000-Schrite-Programm - Mit dem Schrittzähler durch den Tag

Eines Tages kam meine Frau von der Arbeit nach Hause und zeigte mir den Schrittzähler, den sie von ihrem Arbeitgeber mitbekommen hatte. Da ich zunächst nicht verstand, was das sollte, erklärte sie es mir.

Das Ganze sei eine Aktion im Zeichen der innerbetrieblichen Gesundheitsvorsorge. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen seien in Gruppen eingeteilt worden und nach zwei Wochen sollte dann die Gruppe ermittelt werden, die insgesamt sie meisten Schritte zusammenbekommen hat.

Allein der Wettbewerbsgedanke bewirkte bei meiner Frau Erstaunliches: Sie nutzte den Rest den Tages jede sich bietende Gelegenheit, zusätzliche Schritte zu machen. Dabei schaute sie immer wieder auf ihren Schrittzähler und sah mit Genugtuung, wie die Zahl der angezeigten Schritte beständig wuchs. Schon auf dem Nachhauseweg hatte sie den längeren Weg zur Bahn gewählt und noch eine Rolltreppe links liegen gelassen. Am Ende des Tages hatte sie ihre Schritte zusammen und war wirklich stolz.

Zu meiner großen Freude kam sie dann am nächsten Tag nach Hause und hatte auch für mich einen Schrittzähler dabei. Es waren noch welche übrig geblieben, da nicht alle Mitarbeiter teilnehmen wollten. Sofort war auch ich infiziert. Leider schaffte ich an diesem ersten Tag die vorgegebene Schrittzahl nicht mehr, da es bereits Abend war und ich eigentlich nur noch in der Wohnung umherlaufen musste. Es war frustrierend, wie wenige Schritte man tut, wenn man nur von Zimmer zu Zimmer geht.

Schon am nächsten Tag hatte es mich dann aber absolut gepackt. Im Büro trug ich jedes Blatt einzeln zum Kopierer und in der Mittagspause machte ich einen ausgedehnten Spaziergang. Ich nahm ganz bewusst immer die weiteren Wege und bekam langsam ein Gefühl dafür, welche Strecke welche Schrittzahl mit sich brachte. Um zu wissen, welcher Strecke diese zehntausend Schritte entsprachen, vermaß ich meine Schrittlänge und rechnete: Ich kam auf eine täglich notwendige Gehstrecke von ungefähr sieben Kilometern. Eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass man während einer halben Stunde im Joggingtempo auch nur knapp fünf Kilometer zusammenbekommt, wenn man nicht übermäßig trainiert ist. Anfänger brauchen für fünf Kilometer auch gerne mal bis zu fünfundvierzig Minuten.

So blieben wir also die nächsten drei Wochen dabei. Meine Frau und ich entwickelten sogar untereinander so etwas wie einen gesunden Wettbewerbsgeist. An manchen Tagen kam es vor, dass wir mit nur siebentausend Schritten oder weniger nach Hause kamen, weil der Tag keine Gelegenheiten geboten hatte, viel zu gehen.

Sie können mir glauben, dass unsere Katzen uns anguckt haben, als hätten wir komplett den Verstand verloren, als wir dann wie die Tiger immer wieder quer durch die Wohnung gestreift sind, um unsere Schrittzähler nach oben zu treiben.

Fazit: Hat es mir etwas gebracht - Der Fitness-Effekt des 10.000-Schritte-Experimentes

Zu dem Zeitpunkt als ich das Programm begann, war mein Fitnesslevel nahe null, da ein Läuferknie mir fast ein Jahr das Joggen unmöglich gemacht hatte. Insofern kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass alle Effekte, die ich in der Zeit beobachten konnte, tatsächlich auf diesem Programm beruhten.

Die Effekte waren zwar nicht überwältigend aber durchaus spürbar.

So bemerkte ich, dass mir vor allem das Treppensteigen am Ende dieser drei Wochen deutlich leichter fiel als zuvor. Außerdem war ich in den Mittagspausen mehr an der frischen Luft, was meine Konzentrationsfähigkeit im Job deutlich erhöhte. Auch die abendliche Müdigkeit wurde weniger und wir schliefen kaum noch erschöpft beim Fernsehen auf der Couch ein. Wir kamen ja auch gar nicht dazu, denn ein paar Schritte konnte man ja immer noch tun.

Zu guter Letzt will ich auch nicht verschweigen, dass die ganze Aktion mich knapp zwei Kilo Körpergewicht gekostet hat, was ja auch ein schöner Effekt ist.

Ich kann aus eigener Erfahrung also nur jedem empfehlen, diesen Versuch, am besten zusammen mit dem Partner, auch einmal zu starten und sich von den Ergebnissen überraschen zu lassen.

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Rene_Junge, am 21.09.2012
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Autor seit 4 Jahren
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