Dokumente und Gebühren zur Eheschließung

 

Schon vor der Eheschließung muss das Brautpaar zum Standesamt. Ist man in dem Ort, wo man heiraten will, auch geboren und wohnhaft, so müssen Braut und Bräutigam nur den Personalausweis mitbringen. Den Eintrag im Geburtenregister sucht dann der Standesbeamte direkt vor Ort aus den alten Registern. Ist man nicht in dem Ort geboren, wo man wohnt, dann braucht man einen aktuellen Abstammungsnachweis. Diesen bekommt man in dem Ort, wo man geboren wurde und kann zumindest in Städten meist schon via Internet beantragt werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 15 Euro.

Die Gebühren für die Eheanmeldung variieren zwar etwas, aber man sollte sie mit 40 Euro kalkulieren. Die Eheschließung selbst kostet auch etwa 40 Euro, solange sie während der üblichen Öffnungszeiten stattfindet und nur den amtlichen Teil für eine Trauung enthält. Möchte man außerhalb dieser Zeiten, zum Beispiel am Samstag heiraten, so erhöhen sich die Gebühren auf rund 60 Euro. Bis zu 90 Euro sind zu entrichten, wenn man nicht in den Amtsräumen heiraten möchte.

Hat ein Paar noch weitere Wünsche, wie wichtige Stationen der Beziehung, welche der Standesbeamte in seiner Rede berücksichtigen soll oder besondere Musik während der Zeremonie, so lassen sich das die Standesämter extra vergüten. Diese Gebühren sind aber recht unterschiedlich und sollten bei der Anmeldung zur Eheschließung nachgefragt werden. Auch das Familienstammbuch kostet Geld. Allerdings ist kein Brautpaar verpflichtet auch ein Familienstammbuch zu führen. Aber es ist eine schöne Mappe, wo man alle wichtigen Urkunden der Familie aufbewahren kann.

Möchte ein Paar nicht am Wohnort heiraten, so können zwar alle nötigen Anmeldungen und Schritte vom Heimatstandesamt aus in die Wege geleitet werden. Aber man muss an dem Standesamt, wo man heiraten möchte, die Gebühren für die Eheschließung noch mal bezahlen. Es sollte also wohl überlegt sein, ob man diese Kosten doppelt tragen möchte, nur um im Urlaub zu heiraten. Vor allem auch unter dem Aspekt, dass in beliebten Urlaubsorten nicht unbedingt der Wunschtermin zur Verfügung steht.

Wurde dagegen im Ausland geheiratet, sollte man die Ehe danach am Heimatstandesamt anerkennen lassen. Es besteht zwar keine rechtliche Verpflichtung dazu, aber sollte die Ehe nicht halten, müsste sie sonst nach dem Recht des Landes geschieden werden, wo sie geschlossen wurde. Eine Nachbeurkundung der Eheschließung kostet mindestens 100 Euro.

Diese Gebühren gelten für Paare, wo nur deutsches Recht angewandt werden muss. Sobald man ausländisches Recht berücksichtigen muss, werden auch die Gebühren für eine Eheschließung steigen.

War ein Partner schon verheiratet, so muss man bei der Anmeldung zur Eheschließung auch die Scheidungsurkunde vorlegen. Auch die Eheurkunde von der früheren Heirat sollte man mitnehmen. Manche Standesbeamte wollen diese auch sehen. Kann man diese Unterlagen nicht vorweisen, wird das Standesamt der Eheschließung nicht zustimmen. Sollte ein Partner verwitwet sein, so ist auch hier der entsprechende Nachweis vorzulegen.

 

Fristen und Gebühren für neue Dokumente nach der Hochzeit

Auch nach der Hochzeit erwarten das Paar in den meisten Fällen weitere Gebühren. So wird meist für die Braut ein neuer Personalausweis benötigt. Dieser kostet bei Personen über 24 Jahren 28,80 Euro und ist zehn Jahre gültig (bis 24 Jahre 22,80 Euro). Der neue Personalausweis sollte innerhalb von zwei Wochen beantragt werden. Ist der Urlaub direkt nach der Eheschließung geplant, so kann man natürlich auch später zum Einwohnermeldeamt gehen. Aber auch vor der Heirat kann man schon das neue Dokument beantragen.

Auch der Führerschein sollte geändert werden, was mit 24 Euro zu Buche schlägt. Auch hier besteht keine Pflicht, dass man seinen Führerschein nach einer Heirat umtauscht. Aber man muss dann immer seinen Personalausweis dabei haben, damit man sich entsprechend ausweisen kann. Außerdem gilt es zu beachten, dass seit 2013 ausgestellte Kartenführerscheine nur noch 15 Jahre gültig sind. Sie müssen also, wie der Personalausweis oder Reisepass auch, regelmäßig erneuert werden. Hat man schon einen Kartenführerschein und der Name soll geändert werden, dann kostet dies 8,70 Euro.

Muss auch eine Namensänderung bei einem Auto in der Zulassungsbescheinigung I und II durchgeführt werden, kostet das 20,20 Euro. Solange noch Post auf den alten Nachnamen seinen Empfänger ohne Probleme erreichen kann, eilt diese Ummeldung nicht.

 

Weitere Ummeldungen nach der Heirat

 

Neben den kostenpflichtigen Ummeldungen stehen nach der Hochzeit auch andere Ummeldungen an, die keine Kosten mit sich bringen. So zum Beispiel die Information an die Versicherungen oder auch an das Finanzamt. Dabei sollte man wissen, dass man sich nicht mehr unbedingt selbst beim Finanzamt melden muss, wenn man die Steuerklasse IV - IV wählt. Viele Standesämter melden die Eheschließungen von sich aus. Erst wenn man die Kombination der Steuerklasse III - V haben möchte, muss man einen entsprechenden Antrag beim Standesamt stellen. Die meisten Firmen rechnen auch via Internet mit dem Finanzamt ab, so dass man dem Arbeitgeber auch keine Bescheinigung über den Steuerklassenwechsel vorlegen muss.

 

Auch die Banken sollten über einen Namenswechsel informiert werden. Dort muss man dann einen Termin vereinbaren, da auch neue Unterschriften geleistet werden müssen. Andere Verträge, wie Telefon oder Handy ändert man schriftlich mit einer Kopie der Heiratsurkunde.

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