Der Weltenbaum

Kosmogonie ist die Lehre von der Entstehung der Welt. Der Begriff Kosmos kommt aus dem Griechischen und bedeutet "schöne Ordnung". Das Suffix "–gen" steht für Erschaffung.

Wie ist also unsere Welt entstanden?

Eben aus diesem Weltenbaum. Und damit er unbehelligt wachsen kann, beschützen ihn zwei himmlische Wächter, einer rechts und einer links.

Die Weisen des Ostens und andere Denker vergleichen das Bild des Baumes auch mit der Wirbelsäule und den umgebenden Nervenbahnen. Die beiden Wächter sollen dabei die rechte und linke Hirnhälfte des Menschen darstellen. Diese Bilder stehen in ihrer Gesamtheit symbolhaft für das zunehmende Bewusstsein des Menschen.

Wir können dieser Ansicht nicht vollständig folgen, obwohl der Vergleich vom Symbolgehalt her nicht ganz abwegig erscheint. Dennoch bleiben wir abendländisch, kartesianisch geprägt, und somit erst einmal skeptisch.

Der französische Philosoph Rene Descartes hat vor ca. 500 Jahren unser abendländisches Denken wesentlich geprägt mit seine Erkenntnis "Ich denke, also in ich".
Und in diesem Wertgefüge bleibt für einen Weltenbaum halt wenig Spielraum.

Yggdrasil

… ist ebenfalls Teil einer uralten Geschichte.

Diesmal kommt sie aus dem Norden, aus der Edda, einer Art nordischer Ur-Mythos.
Der Baum Yggdrasil steht symbolisch für die Schöpfung. Er verbindet Himmel, Erde und Unterwelt. 

Yggdrasil wird als eine Esche beschrieben.
Als informierter Mensch kann der Großstädter sehr wohl einen Laubbaum von einem Nadelbaum unterscheiden. Aber wie sieht speziell eine Esche aus?

Wir schauen auf Pixabay.com nach, dem gemeinfreien Bilderfundus für Hobby-Autoren, die auf der Autoren-Community Pagewizz schreiben.

Aha, so sieht sie also aus. Und daraus ist die Welt nach germanischem Urglauben entstanden?

Und der Adam hat den Apfel gegessen …

Was fällt uns sonst noch zum Thema Bäume ein?

Adam und Eva und der Apfelbaum.

Nach einigem Stöbern in Büchern über Sagen, Märchen und Mythen hat der Autor eines gelernt: nichts in diesen Erzählungen ist wörtlich gemeint. Alle Geschichten haben einen Symbolgehalt.

Und der Apfelbaum steht für … Fruchtbarkeit, Leben und Sexualität. Da schau einer an.
Ein Kollege aus den USA hat hin und wieder im Scherz gesagt: "An apple a day keeps the doctor away". Von Sex war in diesem Zusammenhang nie die Rede.
Im Religionsunterricht wurde diese Variante wohl auch ignoriert.

Jetzt werden wir richtig neugierig. Baumkunde kann sehr wohl interessant sein.

Buchen-staben

Im Mind Mapping Verfahren kommt der Mensch auf die unmöglichsten Ideen (wenn er sie zulässt). Es gibt Menschen, die hin und wieder gern um die Ecke denken.

(Bild: schreibspass bei Pagewizz.com)

Also: die Buchstaben führen sich wohl auf die Buche zurück?

Germanen haben früher Schriftzeichen in Buchenbäume geritzt. Das haben wir als Kinder auch getan. Später in der Geschichte entwickelte sich das Verfahren zur Verwendung von Schrifthölzchen, den Runen, wenn wir dies richtig verstanden haben.

Buchen sehen traumhaft schön aus, nicht wahr? (Bild: Argus398 / pixabay.com)

 

Jetzt haben wir schon die Esche, den Apfelbaum und die Buche.

Wir schauen im Bücherschrank nach und werfen einen Blick in ein Baumbuch, dann einen zweiten Blick aus dem Fenster. Jawohl, in der Straße vor unserer Wohnung stehen - Buchenbäume. Man lernt nie aus.

Buddha und der Bodhi Baum

Warum hat dieser offensichtlich liebenswerte Mensch unter einem Baum meditiert?
Man liest doch so oft von Einsiedlern, die sich in Höhlen im hohen Himalaya zur Meditation zurückziehen. Warum also unter einen Bodhi-Baum (bzw. Pipal Baum)?

Dieser Baum soll nach hinduistischem Verständnis besondere Energien beinhalten oder verströmen. Der Energiefluss soll dann Herrn Buddha auf seinem Weg zur Erleuchtung unterstützt haben.

Kann man das heutzutage nachweisen?

Was unsere Wissenschaft alles weiß …

Einige Beispiele, die uns aufgefallen sind:

Biologen haben herausgefunden, dass manche Bäume die Fressfeinde ihrer Parasiten mit speziellen Tönen anlocken, um sich auf diese Weise von ihren Quälgeistern zu befreien. Das war uns bisher nicht bekannt.

Bäume produzieren über ihre Kapillargefäße sogar Ultraschall-Frequenzen, wenn ihnen das Wasser fehlt, so liest man an anderer Stelle. Der Wald steht also nicht nur da und schweigt, er gibt auch Laute von sich.

Was sagt die moderne Physik, soweit sie einem Normalbürger verständlich ist, zu Buddha und dem Bodhi Baum?

Sie hebt die Trennung zwischen dem Individuum und seiner Umwelt auf. Alles steht mit allem in Wechselwirkung.
Könnte unter diesem Aspekt also eine wie auch immer geartete Kommunikation zwischen dem Baum und einem darunter sitzenden Menschen in der Theorie stattfinden?

Aber das erscheint dem Alltagsmenschen nun doch zu fantastisch. Viele Zeitgenossen werden im Hinblick auf einen möglichen Paradigmenwechsel ebenfalls sehr skeptisch bleiben …

… und andere sehen das Thema dann wieder anders, nämlich einfach als schön anzuschauen ...

Grüne Lungen und Baumbäder

Bäume nehmen Kohlendioxyd auf und produzieren Sauerstoff. Wälder bezeichnen wir daher auch als die grünen Lungen der Erde. Und das gesamte menschliche Lungensystem, das die Atemluft weiterleitet, wird als Bronchialbaum bezeichnet.

Bäume im unmittelbaren Wohnumfeld steigern das Wohlbefinden. Darüber gibt es zahlreiche Studien. In manchen Ländern wird das Wandeln unter Bäumen ("forest bathing" - eine Baum-Dusche nehmen) schon als Therapie zur Regeneration stressgeplagter Menschen angewendet.

Frage und Antwort

Wir mussten viele Details und Zusammenhänge nachlesen. Ganz offensichtlich hat mancher moderne Mensch,wie der Autor dieses Beitrages, eine ganze Menge über das Wesen der Natur, speziell der Bäume, verlernt.

Wir denken noch an den Maibaum und an den Tannenbaum zu Weihnachten. Und beim nächsten Spaziergang entdecken wir tatsächlich Eichenblätter an einem bisher unbemerkten Baum in der Nachbarschaft. Die Entdeckung hat uns dann doch gefreut.

Wie wirken also Bäume auf den Menschen? Dies war die Eingangsfrage.
Die Antwort: Die Beschäftigung mit Bäumen kann Freude machen.

Wir hatten eingangs zum Thema Kosmogonie den Weltenbaum und das Bild der Yggdrasil Esche vorgestellt.
Zum Thema Urknall und verwandten Theorien der modernen Wissenschaft verweisen wir gern auf den folgenden Artikel unserer Pagewizz Kollegin Felizitas: http://pagewizz.com/hat-es-uberhaupt-einen-urknall-gegeben-31972/

Ein erweiterte Betrachtung zum Thema "Bäume und Menschen" findet der interessierte Leser unter dem Beitrag https://pagewizz.com/baume-und-menschen-eine-uralte-geschichte-mit-happy-end-34341/

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