Die Tasse Tee capo (Aufnahme privat) (Bild: privat)

Die Geschichte

Die Sächsische Porzellanmanufaktur Dresden wurde am 17.09.1872 durch den Hausmaler Carl-Johann Gottlob Thieme als "Sächsische Porzellan Fabrik Carl Thieme zu Potschappel" gegründet. Potschappel ist ein Ortsteil von Freital. Die Stadt befindet sich wenige Kilometer vor Dresden. Neben Weißporzellan stellte die Porzellanfabrik auch filigran bemaltes Porzellan her. Blumenmodelleur Carl-Hubert Kuntsch schuf mit seinen üppigen Blumendekoren das Markenzeichen des Dresdner Porzellans. Er führte das Unternehmen ab 1912. Staffierte Tiere und Figuren rundeten das Bukett aus plastischen Blüten ab. Weltkriege und Wirtschaftskrise schlugen sich auch auf die Porzellanherstellung nieder. 1932 waren von zuvor 300 Mitarbeitern nur noch rund 70 Personen beschäftigt. Nach 1945 wurde die Porzelline, wie die Freitaler die Fabrik liebevoll nannten, nach und nach verstaatlicht. Der Prozess fand 1972 mit dem Namen VEB Sächsische Porzellanmanufaktur Dresden, Sitz Freital, seinen Abschluss. Rund 180 Mitarbeiter waren damals beschäftigt. Der Markt für Zier- und Luxusporzellan erfuhr in den 80er Jahren einen Aufschwung. Die filigranen Produkte wurden zu 80 Prozent auf den Märkten Russlands und im arabischen Raum verkauft.

Erkennungszeichen des Markenporzellans

  • Formgebung im Stil der Dresdner Barockkultur
  • üppige Blumenmuster
  • plastische Tiere und Figuren
  • durchbrochene Gefäßwandungen
  • in dem Anfängen Markenzeichen "T" für Thieme
  • ab 1901 das Markenzeichen "SP Dresden"

Wertvolles und einzigartiges Porzellan

Ein plastisches Beispiel für die alte Handwerkskunst ist die "Tasse Tee capo". Sie ist unter der Modellnummer 10652 in den alten Modellbüchern erfasst. Das blaue Unterglasur-Markenzeichen "N unter Krone" ist 1926 handelsrechtlich registriert. Der Name der Tasse leitet sich von Capo di Monte, einem Ort bei Neapel, ab. Gleichzeitig bezeichnet der Name eine bestimmte Gestaltungsrichtung. Derart plastische Reliefdarstellungen waren von 1920-1950 in Italien sehr beliebt. Die Wappen auf den Tellern werden dagegen im Zertifikat der Teetasse Frankreich zugeordnet. Die Widmung gilt einer französischen Königin. Der Wert von Tasse, Teller und Untertasse wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Bei Versteigerungen überbieten sich Kunstliebhaber regelmäßig, um ein Stück des traditionsreichen Porzellans zu erwerben.

Viele Köche verderben den Brei

Mit der deutschen Einheit begann für die Porzellanfabrik Dresden eine wechselvolle Zeit. Von der Treuhand wurde das Unternehmen an ein französisches Unternehmen, die IPV Unternehmensgruppe und einen Management-Byoff Investor verkauft. 2002 waren in der Porzellanfabrik noch 19 Mitarbeiter beschäftigt. 2005 kauften die Geschwister Hillebrand das Unternehmen, seit 2008 ist der russische Inverstor Armenak S. Agababyan der alleinige Besitzer. Dieser kündigte nun die Betriebseinstellung mit der Entlassung der restlichen Mitarbeiter an. Ein trauriges Ende für den kunsthandwerklichen Traditionsbetrieb vor den Toren Dresdens.(Die Fotos der Tasse sind mein Privatbesitz, das sächsiche Wappen stammt von Pixaby)

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