Die Basis und Mittelpunkt für das Osterfest ist die Passion (Leidensweg) sowie die darauffolgende Auferstehung Christi, wie sie in der Bibel beschrieben ist. Woher der Begriff »Ostern« kommt und was er genau bedeutet ist nicht eindeutig belegt. Der Kirchenhistoriker Beda Venerabilis (673–735) ging davon aus, das das Wort Ostern auf den Monatsnamen »Eosturmonath« herkommt der wiederum nach einer germanischen Frühlingsgöttin Eostrae benannt worden war, weil in dieser Zeit ihr zu Ehren Feste gefeiert wurden. Dies wurde seiner Ansicht nach dann auf die Passahzeit übertragen. Allerdings zweifelten und zweifeln viele Wissenschaftler die Existenz dieser Gottheit in der germanischen Mythologie an und damit auch die Herkunft des Wortes Ostern von eben dieser. Möglicherweise hat der Begriff seinen Ursprung auch ganz einfach im Wort »Osten«, wofür parallel zum Deutschen der englische Begriff »Easter« spräche.

Nicht nur über die Bezeichnung Ostern herrscht Unklarheit, auch bezüglich des Datums gehen die Meinungen auseinander. Im alten Byzanz wurde im vierten Jahrhundert stets am Sonntag der auf den ersten Vollmond im Frühling folgte das Osterfest gefeiert. Die westlichen Kirchen folgten im 7. Jahrhundert diesem Beispiel, andere Kirchen hingegen folgen anderen Berechnungen. So ist es nicht verwunderlich, das heute das Osterfest in unterschiedlichen Gegenden an unterschiedlichen Tagen gefeiert wird. Zur ganzen Verwirrung hinzu kommt noch, dass noch heute die östlichen Kirchen ihr kirchliches Jahr und damit die Feiertage am Julianischen Kalender orientieren, der bei uns im 16. Jahrhundert durch den Gregorianischen Kalender abgelöst wurde.

Welche Bedeutung hat Ostern für Christen?

Für gläubige Christen ist Ostern das bedeutendste Fest im Kirchenjahr – nicht etwa Weihnachten wie viele irrtümlich meinen, auch wenn da die Kirchen voller sind und die Menschen häufig frommer erscheinen …

Bezug genommen wird beim Osterfest auf das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesus Christi. Mit der Auferstehung des Gottessohnes wird die Unsterblichkeit der menschlichen Seele, das ewige Leben, symbolisiert, eines der grundlegenden Prinzipien und Teil des christlichen Glaubensbekenntnisses. Wenn die meisten bei Ostern vermutlich nur an den Ostersonntag und Ostermontag, sowie an Geschenke und bunte Eier denken, so umfasst die Osterzeit tatsächlich eine Spanne von fünfzig Tagen, bis Pfingsten, wenn die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert wird.

Wieso legt der Osterhase Eier?

Dem eigentlichen Osterfest wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neue Bräuche hinzugefügt und andere abgewandelt. Sicherlich einer der auffälligsten ist die Eigenart, dass bei uns ein Hase, seines Zeichens Osterhase, bunte Eier versteckt, die die Kinder dann suchen dürfen. Und was soll das mit der Auferstehung des Gottessohnes zu tun haben? Eier finden sich häufig und über Kulturen hinweg oft als Symbole für Fruchtbarkeit und Entstehung des Lebens, daher lässt sich ein Zusammenhang relativ einfach herstellen. Angeblich sollen schon die frühen Christen sich Eier zu Ostern geschenkt haben. Während sich diese Symbolik (ob gesichert zutreffend oder nicht) nachvollziehen lässt, wird es beim Eier legenden Hase schon ein wenig schwieriger. Eigentlich galt und gilt noch immer das Lamm als Symbolfigur (Agnus Dei/Lamm Gottes). Dabei ist der Osterhase aber keine gänzlich neue Erfindung wie der Weihnachtsmann. Schon 1682 schildert Georg Franck von Franckenau dass in Oberdeutschland, Pfalz, Elsass und Westfalen Eier vom Osterhasen in Gärten versteckt würden, die die Kinder suchen mussten. Woher der Osterhase aber tatsächlich kommt, ist nicht bekannt, und daher werden gerne Verbindungen zum Frühling und zur Fruchtbarkeit angeführt.

Wie dem auch sei, schön ist der Brauch allemal, schöner als wenn riesige Geschenke, Smartphones und Spielekonsolen gebracht und versteckt werden. Und da ist es doch umso erfreulicher, dass auch Psychologen es nicht für schädlich sondern sogar Fantasie anregend halten, wenn man den kleinen Kindern einen Bären um nicht zu sagen einen Osterhasen aufbindet.

Wie halten Sie es mit Ostern? Ich feiere Ostern
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