Was sagt der hundertjährige Kalender über den Winter 2011/2012?

Das beliebteste Mittel für langfristige Wettervorhersagen. Sehen wir uns mal an, was er uns für den Winter 2011/2012 denn schönes verspricht. Um seine Zuverlässigkeit besser zu prüfen, blicken wir kurz zurück auf die  Vorhersagen für den Oktober und November 2011:

 

  • 1.   - 27. Oktober: relativ schön, abwechselnd warm und regnerisch.
  • 28. - 29. Oktober: Kälteeinbruch, es ist saukalt, auf den Straßen wird es glatt.
  • 30.Oktober: Schneefall
  • 31.Oktober: Nieselregen.
  • 1.  -  7.    November: Abwecheselnd trüb und sonnig.
  • 8.  - 10.   November: Regen
  • 11. - 17.  November: Es schneit täglich.
  • 18. - 30.  November: Saukalt, der Schnee gefriert. Weitere Schneefälle.
  • 1.   - 6.    Dezember: Immer noch kalt, es schneit.
  • 7. - 19.    Dezember: Gefrierender Regen.
  •  Ende Dezember 2011 bis Mitte Januar 2012 soll es so kalt bleiben, immer wieder Schneefälle.
  • Anfang Februar ein paar angenehme Tage, dann wird es sehr ungemütlich.
  • Bis Anfang März sollen sich dann Regen- und Kältetage abwechseln. Den ganzen März über wird immer noch Regen angesagt, aber bei relativ angenehmen Temperaturen.

Die Realität sah bisher folgendermaßen aus:

Oktober, November und die erste Dezemberhälfte in Süddeutschland:  Man sah Menschen in T-Shirts rumlaufen, konnte das Fenster länger als 10 Minuten geöffnet lassen und auf meinem Fensterbett blühten die Erdbeerpflanzen. Gut, am Abend wurde es dann beim Fahrradfahren doch etwas frisch, aber bis zum ersten Schneefall Mitte Dezember gab es fast schon frühlingshafte Temperaturen im Süden Deutschlands.

Man muss dazu sagen: Im 100-jährigen  Kalender wird nicht erwähnt, für welches Land die Vorhersagen gelten sollen.

Der Fehler im hundertjährigen Kalender

 Die Wahrheit über den hundertjährigen Kalender

Er wurde bereits im 17. Jahrhundert von einem Mönch aufgeschrieben, der sieben Jahre lang täglich das aktuelle Wetter und die Temperaturen notierte. Dieser Mönch stellte die Theorie auf, dass sich das Wetter alle sieben Jahre wiederholen müsse. Diese Aufzeichnungen wurden so oft verändert im Laufe der Zeit, dass sie nichts mehr mit den ursprünglichen zu tun haben. Auch der Name des Kalender ist damit irreführend.

 

Dieser Artikel erzählt von der Entstehung dieses Kalenders, wer ihn aufschrieb und noch mehr interessante Hintergründe. Es ist die einfache, aber logische Erklärung, warum die Wettervorhersagen des hundertjährigen Kalenders nur selten zutreffen.

Winterlandschaft (Bild: pixabay.com)

Wettervorhersage für den Winter 2011/ 2012:

Das Wetter ist eigensinnig und stur, es macht was es will, anstatt sich an Erfahrungswerten und Messdaten zu orientieren. Die Vorhersagen ändern sich fast täglich, wobei die verschiedenen Fernsehsender, Wetter-Websites und Zeitungen sich oft komplett widersprechen. Einmal soll es ein kalter Winter werden, zwei Tage später wird eine Wärmeperiode vorhergesagt und dann erwartet man plötzlich Schneechaos.

 

Es wird kalt im Winter 2012...

Bereits im Sommer 2011 wagten sich Wetterfrösche an eine erste Vorhersage für den Winter. Vielleicht wollten sie von den katastrophalen Fehlprognosen des Sommers ablenken, der uns ja wieder mal als warm und sommerlich angekündigt wurde. 

 

  • Am 26. Juni verkündete man auf dieser Wetterseite - nach tagelanger Berechnung - einen zu kalten Winter. Von Dezember bis Ende Januar wird es also richtig eisig.
  • Schon der November würde viel zu kalt ausfallen.

 

...oder warm

In einem anderen Online-Wettercenter, hat man sich auf langfristige Prognosen spezialisiert - und die sind besonders interessant. Die  dortigen Wettervorhersagen werden erstellt, indem man  Aufzeichnungen der letzten 100 Jahre vergleicht. Dazu kommen dann noch einige Messdaten. Also eine sehr aufwendige und zeitintensive Angelegenheit. Und trotzdem kommen dabei solche Vorhersagen zustande:

 

Schnee, Regen oder eine Hitzewelle?

 

Da der September in Deutschland "zu warm" ausfiel, sollte es ein kalter Winter werden. Bereits Anfang/ Mitte Oktober wurde Schneefall in den Mittelgebirgen erwartet.

Nachdem sich der November auch nicht an die Prognose hielt sondern die Frechheit hatte, trocken und warm zu werden, sieht die aktuelle Wettervorhersage für den Winter 2011/ 2012 folgendermaßen aus:

  • Im Dezember 2011 wird es wahrscheinlich sehr mild, der Januar 2012 kann kalt werden oder auch angenehm warm.
  • Der Februar wird möglicherweise etwas kälter, das muss aber nicht sein.

 

 

Kein Schnee in den Bergen

Für die Schweiz gibt es ebenfalls zig widersprüchliche Vorhersagen, bei einer sind sind sich aber so gut wie alle einig:

Es wird immer mal wieder schneien, der Schnee bleibt aber nicht lange liegen. Also ein sehr milder Winter in den Schweizer Bergen.

Was bedeutet das für Deutschland? Wenn es sich der Winter nicht mal hoch oben in den Bergen gemütlich macht, dürfte im tiefer gelegenen Deutschland der Winter 2012 so gut wie ausfallen. Allerdings haben einige Hobby-Wetterfrösche für Ende Dezember eine eisige Kälte angekündigt....

Die Spezial-Wetterprognose

Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster kann ich ihnen folgendes prophezeien:

In Oberbayern stehen die Chancen auf  weiße Weihnachten 2011 aktuell bei 5%.  In den Bergen liegt zwar immer irgendwo Schnee, aber natürlich nicht in jedem Skigebiet.

Skiliftbetreiber und Wintersportgebiete hören es zwar nicht gerne, aber wenn ich im Sommer schon von der Autobahn aus die vollkommen geschundenen, toten und kaputten Skipisten sehe, müsste es auch in den Bergen nicht jedes Jahr schneien....

Grace, am 23.12.2011
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Bildquelle:
Kerstin Schuster (Vorsicht Unwetter - Tipps für richtiges Verhalten bei Gewitter in W...)

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