Fahren im Winter (Bild: Bildquellenangabe: Rainer Sturm / pixelio.de)

Wie verhalten sich Winterreifen im Sommer?

Die Gummimischung von Winterreifen ist auf niedrige Temperaturen abgestimmt, sie ist wesentlich weicher als die Mischung der Sommerreifen. Da Gummi bei niedrigen Temperaturen härter wird, ist dies im Winter besonders wichtig. Ein von Natur aus härterer Sommerreifen würde bei niedrigen Temperaturen noch härter und somit seinen Grip verlieren. Wenn der Winterreifen jedoch bei hohen Temperaturen gefahren wird, ist seine von Natur aus weichere Konsistenz ein großer Nachteil. Das Gummi wird bei Erwärmung noch weicher, wodurch sich verschiedene Nachteile ergeben. Der Bremsweg verlängert sich bei einer Außentemperatur von 25° und einer Geschwindigkeit von 100 km/h um ca. 3 m. Somit stellen Winterreifen im Sommer ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Zudem bringen die weicheren Reifen einen höheren Benzinverbrauch mit sich. Nicht zuletzt wird ein Winterreifen im Sommer stark verschlissen, da der Abtrieb ganz einfach zu groß ist.

 

Winterreifen im Sommer sind unwirtschaftlich

Wer glaubt, durch das Fahren von Winterreifen im Sommer Geld zu sparen, hat schlecht gerechnet. Da Winterreifen bei hohen Temperaturen wesentlich schneller verschleißen, leidet die Haltbarkeit der Reifen enorm. Grundsätzlich müssen Sie immer überlegen, dass zwei Sätze Reifen auch mindestens doppelt so lange halten, wie ein Satz Reifen. Wer Winterreifen im Sommer fährt, muss jedoch damit rechnen, dass die Reifen sehr viel schneller abgefahren sind und erneuert werden müssen. Hinzu kommt außerdem der höhere Benzinverbrauch, der das Fahren von Winterreifen bei hohen Temperaturen ebenfalls unwirtschaftlich macht.

Winterreifen im Frühjahr fahren

Allgemein wird für Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 4 mm empfohlen. Die europaweit geltende, vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für PKW-Reifen beträgt jedoch nur 1,6 mm. Einige Autofahrer kommen daher auf die Idee, ihre Winterreifen im Frühjahr weiterzufahren, wenn die Profiltiefe weniger als 4 mm beträgt. Ob dies empfehlenswert ist oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Solange es im Frühjahr noch vergleichsweise kalt ist und die Temperaturen nicht über 12° steigen, mag das Fahren von Markenreifen vielleicht noch funktionieren. Autofahrer berichten oft, dass sie im Fahrverhalten mit ihren Winterreifen keine Einbußen feststellen. Bei hoher Geschwindigkeit und Nässe sind Winterreifen jedoch auch im Frühjahr nicht optimal, die Gefahr des Aquaplanings steigt. Aus diesem Grund ist es nicht empfehlenswert, die Winterreifen länger als nötig zu fahren.

Angela Michel

 

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