50 Kilometer – oder mehr

Der Text lässt gleich die Katze aus dem Sack. Eine Stunde mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit (innerorts) senkrecht nach oben gefahren, und der Mensch befindet sich im Weltraum.
Jenseits der fünfzig Kilometer beginnt also das All. Wer hat dies so bestimmt? Eine international tätige Organisation, ein privater Luftsportverband (2), hat diese Grenze einst definiert. Staatliche Organisationen wie zum Beispiel die NASA haben den Bereich auf 80 Kilometer verschoben (fünfzig Meilen).

Richtigerweise muss man von dem Bereich jenseits dieser Grenze vom Weltraum sprechen. Unterhalb der 50 oder 80 Kilometer befinden wir uns in der Erdatmosphäre.

Was ist das Universum?

Die Antwort erscheint nicht ganz einfach. Wir verwenden im Alltag gleichbedeutend die Ausdrücke Weltall oder Kosmos dafür. Im Sprachgebrauch der Physiker werden Materie und Energie betrachtet, die zu einem gegebenen Zeitpunkt vorgefunden werden (1).
Weltall ist also nicht nur die Anzahl der Sonnen, Planeten, Asteroiden und sonstiger Himmelkörper. Es wird auch eine Energiemenge gemessen. Eine Erörterung der Details würde den Rahmen dieses Textes sprengen. Eine bestimmte Überlegung ist dennoch an dieser Stelle angebracht, weil sie zum Nachdenken anregen kann. Wie groß ist das Ganze?

Die Milchstraße. Wir leben mit unserer Erde in einer sogenannten Galaxie (3). Dies ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Ansammlung von Himmelskörpern. Wir sind in unserer Galaxie nicht allein. Und wir leben auch nicht nur mit Sonne, Mond und den acht Hauptplaneten unseres Sonnensystems zusammen. Zu unserer himmlischen Familie namens Milchstraße gehören etwa 300 Milliarden Sterne.

Sozusagen nebenan erstreckt sich die Nachbargalaxie, genannt Andromeda. Die beiden Formationen bilden eine sogenannte lokale Gruppe, zu der noch einige kleinere Systeme, Zwerggalaxien, gerechnet werden. Die Milchstraße und die Andromeda-Galaxie bilden unsere nähere Nachbarschaft. Der Begriff der lokalen Gruppe lässt jedoch aufhorchen. Hinter diesem Gebilde scheint noch mehr zu kommen.
Es gibt weitaus mehr Galaxiengruppen als ein durchschnittlicher Mensch sich vorstellen kann. Insgesamt sollen sich 50 Milliarden Galaxien im Universum befinden, die sich theoretisch beobachten lassen (1). Die Entfernungen dieser Gebilde zueinander sprengen ebenfalls die Vorstellungskraft eines Alltagsmenschen in der Regel. Es bleibt festzustellen, dass sich jenseits der 50-Kilomter-Linie ein sehr großes Feld erstreckt. Dort gibt es viel – Weltraum.

Freiheit und Schöpfung

Freiheit. The sky is not the limit. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. So lautet die Übersetzung des Textes in die deutsche Sprache. Die Grenzen setzt der Mensch sich selbst. 100 Milliarden Nervenzellen im menschlichen Gehirn warten ständig auf zusätzliche Verbindungen durch neue schöpferische Gedanken. In diesem Sinne ist die 50-Kilometer-Grenze eine willkürlich gezogene Linie, so wie alle äußeren Dinge. Jenseits dieser Grenze ist die gedankliche Freiheit wohl grenzenlos.

In einem Atemzug. Es gibt Dutzende von Erklärungsansätzen für die Entstehung und die Entwicklung des Universums. Die vielleicht schönste Geschichte zum Weltall erzählt die indische Mythologie. Ein Schöpfergott lässt die Welt entstehen, indem er das All mit seinen Erscheinungen ausatmet. Nach vielen Millionen Jahren atmet er die gesamte Schöpfung wieder ein, und danach beginnt er einen neuen Atemzug.

Die Milchstraße. Der Schöpfergott ist nicht allein tätig. Die Göttermutter Gaia hat die Milch für die Entstehung der Sternsysteme spendiert. Darum heißt unser Bereich im Weltraum die Milchstraße.

Viele Fragen und einige Antworten

Weltenschöpfer, Göttermutter und die Milchstraße – ein Blick in den Abendhimmel hat den staunenden Menschen immer nachdenklich gemacht. Viele Fragen sind noch unbeantwortet.
Aber eines wissen wir ganz genau – der Weltraum beginnt nach circa fünfzig Kilometern.

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