Augenbrauen machen aus Strichmännchen Individuen

Punkt, Punkt, Komma, Strich: Zugegeben, das Gesicht eines Menschen ist mit diesem minimalistischen Verfahren schon zu erkennen. Kommen zu Mund, Augen und Nase aber noch Augenbrauen hinzu, ist der dazugehörige Mensch meist eindeutig zu identifizieren.

Oder erkennen Sie etwa nicht die berühmte Schönheit rechts im Bild? Bestimmt, oder?

(Wer's nicht errät, kann einfach auf das Foto klicken und kommt dann zu den Infos zum Plakat von AllPosters.)

Glitter Marilyn (Bild: AllPosters)

An Augenbrauen lässt sich bestens ablesen, wie entspannt ein Mensch gerade ist. Entspannte Augen, Brauen, ein nach hinten geneigter Kopf, lasziv geöffnete Lippen – und schon sind wir mitten im Bereich der Erotik. Vor allem Frauen legen viel Wert auf schön geschwungene und sorgfältig gezupfte Augenbrauen. 

Self Portrait (detail) (Bild: Leonardo da Vinci / AllPosters)

Ganz anders sieht das bei Männern aus: Da sind dicke Augenbrauen willkommen. Vor allem leicht zusammengezogen vermitteln sie den Eindruck eines Menschen, der gerne über Dinge nachdenkt. Buschige Augenbrauen für die Denkerstirn!

Wer über 40 ist, weiß es: Mit zunehmendem Alter werden Augenbrauen automatisch buschiger. Das frühneuzeitliche Wissen­schafts­genie Leonardo da Vinci (1452–1519) hat sich in einem Selbstporträt mit sorgsam gekämmten Augenbrauen dargestellt. Da stehen die buschigen Brauen nicht nur für Intellekt, sondern auch Altersweisheit und Gelassenheit. 

Baloo and Mowgli (Bild: AllPosters)

Balu und Mogli: So sehen gut gelaunte Menschen und Bären aus

Freudige Überraschung und Wiedersehens­freude: Balu und Mogli machen es im "Dschungelbuch" vor. (Wer gleich mitsummen möchte: Die passende Musik zum Plakt gibt's auf Youtube).

Allerdings: Hochge­zogene Augenbrauen können vieles bedeuten. Man kann auf diese Weise auch ungläubig drein­schauen. Da drohen mitunter interkulturelle Missverständnisse: Laut Wikipedia unterstreichen hochgezogene Augenbrauen in Griechenland und der Türkei ein klares Nein, in pazifischen Ländern bedeuten sie angeblich ja. Und in Südamerika sollen hochgezogene Brauen als Aufforderung zu verstehen sein, endlich zu bezahlen.

Profis schaffen es, nur eine Augenbraue anzuheben

Alfred Hitchcock - The Birds (Bild: AllPosters)

Alfred Hitchcock und ein Akteur des legendären Kinofilms "Vögel": Der Regisseur beherrschte es, mit den Emotionen seines Publikums zu spielen. Auf dem Foto versucht er es mal mit einer Krähe: Eine Augenbraue angehoben, mustert er sein Gegenüber – ein bisschen skeptisch-distanziert, ein bisschen beschwörend.

In dem Thriller sind Krähen die reinsten Killervögel. Ein unsympathisches Image, unter dem die Tiere bis heute leiden. Aber das ist eine andere Geschichte.

Joker (Bild: AllPosters)

Wie ein Lächeln zur Fratze wird

Es kann das strahlendste Lächeln der Welt sein. Doch mit zusammengezogenen Augenbrauen gerät jedes Lachen zur Fratze. Es entsteht ein Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen diabolisch und durchgeknallt angesiedelt ist. Probieren Sie doch mal, zu lächeln und gleichzeitig die Augenbrauen zu runzeln!

Zusammengezogene Augenbrauen signa­lisieren Ungemach: Da ist jemand sauer, kritisch, misstrauisch, empört. Da erübrigt sich jedes Wort: Solche Blicke sagen alles. 

Viel diskutiert: Wo Augenbrauen anfangen und aufhören sollen

Viel eher als das Wozu sind Augenbrauen nützlich? beschäftigt die meisten Menschen im Alltag die Frage Was ist für Augenbrauen nützlich? Da geht es um die richtige Stärke, den richtigen Schwung der Augenbrauen. Wie lassen sie am besten zupfen, wo fangen sie an, wo hören sie auf, wo liegt der höchste Punkt? Und wie geht das mit dem Zupfen möglichst schmerzfrei? Anregungen – sogar per Video – gibt es im Internet genug.

Ohne Worte: Augenbrauen sprechen ihre eigene Sprache

Augenbrauen sprechen ihre eigene Sprache. Und das so deutlich, dass sich Worte oftmals erübrigen. Ohne Augenbrauen wäre unsere Mimik nur halb so ausdrucksstark. Vielleicht liegt es ja daran, dass Brauen ein Überbleibsel aus behaarteren Zeiten unserer Menschheitsgeschichte sind, als die verbale Verständigung noch nicht so hoch im Kurs stand...

Mondstein, am 03.02.2013
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