So funktionieren Zahnpflegekaugummis

Kaugummis zur Zahnpflege sind als Kosmetikartikel eingestuft und enthalten in der Regel keinen Zucker, sondern Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder Sorbit. Oft sind auch noch Mineralstoffe enthalten, die den Aufbau von Zahnschmelz unterstützen sollen. Wie andere Kaugummis auch regen Zahnpflegekaugummis den Speichelfluss stark an. Der Speichel ist unser körpereigener Zahnschutz und -reiniger. Er bildet eine Art Schutzfilm und "wäscht" quasi die Zähne. Eine weitere wichtige Funktion von Speichel ist die Neutralisierung von Milchsäuren, die bei der Umwandlung der verzehrten Kohlehydrate im Mund entsteht.
Außerdem werden sowohl durch den Speichel als auch den Kaugummi die Zähne vom gröbsten "Dreck" befreit. Diese fühlen sich damit sauberer an. Einige Zahnpflegekaugummis enthalten zusätzlich ein Granulat, das die Reinigungswirkung unterstützt. Durch den Zusatz von Minze, Teebaumöl oder Menthol wird der Atem frisch und Sie können nach dem Essen wieder den Mund aufmachen, ohne dass Ihre Gesprächspartner die Luft anhalten müssen.
Damit ein Zahnpflegekaugummi tatsächlich den gewünschten Effekt erzielen kann (Reinigung und Schutz vor Karies), sollten Sie ihn gleich nach dem Essen mindestens 10 bis 20 Minuten lang kauen - wie lange genau kommt auf die jeweilige Sorte an. Allerdings stellen Zahnpflegekaugummis keinen hundertprozentigen Ersatz für das Zähneputzen dar, sondern sind eher für Notfälle geeignet, wenn Sie gerade keine Zahnbürste dabeihaben - z. B. während der Mittagspause oder unterwegs).
Einige Sorten versprechen sogar weiße Zähne. Sie enthalten Natriumkarbonat, das dazu beitragen soll, das schöne Weiß der Beißerchen zu erhalten und Verfärbungen verhindert. Ich schreibe hier ganz bewusst "soll", denn für eine Aufhellung ist ein professionelles Bleaching notwendig und es gibt zu diesen Produkten noch keine eindeutigen Studien.

Xylit-Kaugummis - die bessere Wahl


Besonders empfehlenswert sind Zahnpflegekaugummis mit Xylit (Xylitol). Sie enthalten weder Sorbit noch Aspartam, und Xylit wird sogar von Medizinern zur Vorbeugung von Karies empfohlen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die Karies-Streptokokken vertragen sich nicht mit dem Xylitol und werden durch dessen Einsatz regelrecht "ausgehungert". Laut einiger Studien soll es damit tatsächlich möglich sein, Karies zu verhindern bzw. das Kariesrisiko zu verringern.
Allerdings ist das bei jedem unterschiedlich! Wer empfindliche Zähne hat und trotz Putzen an Karies leidet, wird das auch mit Zahnpflegekaugummis nicht verhindern können.
Die gesunde Wirkung von Xylit ist mittlerweile allgemein bekannt, doch ist die Auswahl an entsprechenden Produkten in Supermärkten sehr gering. Viele Kaugummis enthalten nur eine geringe Menge dieses süßen Stoffes, aber zusätzlich Sorbit, das nicht von jedem vertragen wird. Auch hat Sorbit einen kleinen Nachteil: Zwar werden einige Mundbakterien dadurch ebenfalls ausgehungert, doch gerade die kariesverursachenden werden dadurch eher noch begünstigt. Deshalb ist es sinnvoller, sich nach einer Sorte umzusehen, die zu 100 % Xylit enthält. 


 Um auch dem restlichen Körper etwas Gutes zu tun, sollte man darauf achten, möglichst Xylitkaugummis zu kaufen, die keine genmanipulierten Stoffe enthalten und frei von Farbstoffen und künstlichen Konservierungsstoffen sind. Auch von Miradent sind Xylit-Zahnpflegekaugummis ohne Farbstoffe und Antioxidationsmittel erhältlich. Zwar lässt bei diesen Sorten der Geschmack schnell nach, aber es ist auch gar nicht nötig, länger als 15 bis 20 Minuten zu kauen, um die Zähne zu pflegen.



Vorsicht vor Zahnpflegekaugummis aus dem Supermarkt

Weniger empfehlenswert für jeden Tag sind dagegen die Kaugummis und Dragees, die man an jeder Supermarktkasse findet und die angeblich sogar für weißere Zähne sorgen sollen. Sie sorgen zwar für ein sauberes Gefühl im Mund und frischen Atem, doch enthalten sie oft Sorbit, Aspartam und Antioxidationsmittel E320/BHA. Letzteres ist in Deutschland für Kinder- und Babynahrung nicht zugelassen und kann auch bei erwachsenen Menschen, die empfindlich darauf reagieren, unerwünschte Reaktionen auslösen. Gelegentlich ist gegen einen solchen Kaugummi nichts einzuwenden, aber verzichten Sie auf täglichen Konsum.

Übertreiben Sie es nicht
Wie bei vielen anderen Dingen gilt auch für Zahnpflegekaugummis, dass Sie nicht zu viele davon nehmen sollten. Besonders bei sorbithaltigen Sorten könnte es passieren, dass hoher Konsum sich negativ auf die Gesundheit auswirkt - nämlich abführend. Sorbit wird als Ersatz für Zucker verwendet, ist aber gleichzeitig ein Abführmittel. Wer nur gelegentlich einen Kaugummi mit Sorbit kaut, dürfte keine Probleme bekommen. Wer es übertreibt und circa 20 solcher Kaugummis pro Tag zu sich nimmt, könnte Magenprobleme, Blähungen und Durchfall bekommen.
Das Gleiche gilt übrigens auch für Xylitkaugummis - in geringen Mengen gilt Xylit als ein natürlicher Karieshemmer, doch verfügt es ebenfalls über eine abführende Wirkung. Testen Sie also lieber zunächst einen Kaugummi und beobachten Sie, wie Ihre Verdauung darauf reagiert. Die empfohlene Menge an Xylit liegt bei circa 4 Gramm pro Tag, das sind bei Kaugummis mit 100 % Xylit etwa 4 Stück täglich.
Zurückhaltung ist auch bei fluoridhaltigen Sorten angebracht, denn das Fluorid ist nur auf den ersten Blick gut für die Zähne. Nimmt man zusätzlich Produkte ein, die ebenfalls Fluorid enthalten, können dadurch unschöne gelbliche Verfärbungen entstehen. Darauf ist besonders bei Kindern zu achten, die gerade die zweiten Zähne bekommen.

Grace, am 25.02.2015
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