Zecke entfernen

Zecken sollten so früh wie möglich entfernt werden. Je länger sie saugen können, desto höher ist das Risiko sich mit einer Infektionskrankheit anzustecken. Zecken können Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) übertragen. Vor allem die Borreliose-Erreger benötigen eine gewisse Zeit um einzudringen.

Am besten werden die Zecken mit einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte gefaßt und herausgezogen werden. Bitte ziehen, nicht drehen! Beim Drehen besteht die Gefahr, daß der Kopf abgedreht wird und stecken bleibt und sich in der Folge eine Entzündung bilden kann.

Auch alte Hausmittel wie Öl oder Klebstoff dürfen nicht verwendet werden!! In diesen Fällen entleeren die Zecken in ihrem Todeskampf ihren Darminhalt in die Haut und vergrößern so das Risiko einer Infektion.

Die Wunde kann mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden, um eine Entzündung zu vermeiden.

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Erreger der FSME ist ein Virus (FSME-Virus), welches durch einen Zeckenbiss übertragen wird. Es gibt spezielle Landkarten, wo man sehen kann, in welchen Gebieten Deutschlands bzw. Europas die Zecken mit diesem Erreger infiziert sind.

Zu Beginn einer Infektion treten grippeähnliche Symptome mit mäßigem Fieber auf. Dann kommt es zu einem Rückgang der Beschwerden für einige Tage. Worauf das Fieber dann erneut ansteigt und es zu Kopfschmerzen mit Erbrechen und Schwindel kommt. Im weiteren Verlauf können Nervenentzündungen und Bewusstseinsstörungen auftreten.

In den allermeisten Fällen gehen die Beschwerden nach 10-14 Tagen zurück (90%). Bei den restlichen treten neurologische Ausfälle auf, die sich aber auch nach einigen Monaten zurückbilden. Lediglich in Einzelfällen verläuft die Erkrankung tödlich.

Da eine Behandlung im Moment nur symptomatisch möglich ist, sind besondere Schutzmaßnahmen (geschlossen Kleidung) empfohlen.

Eine Impfung ist möglich, aber nur für Reisende in befallene Gebiete oder besonders gefährdete Personen (z.B. Waldarbeiter, Förster) empfohlen.

Borreliose

Der Erreger dieser Erkrankung ist ein Bakterium und wesentlich weiter verbreitet als der Erreger der FSME.

Nach Infektion durch einen Zeckenbiss kommt es zu einer Wanderröte um die Einstichstelle. Dieser rötliche Hautausschlag breitet sich ringförmig aus und blasst in der Mitte ab. Zusätzlich treten Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen, sowie eventuell Fieber und Lymphknotenschwellungen auf. Nach der Rückbildung der Frühsymptome können sich Wochen, aber auch Monate und Jahre später (auch ohne die eben genannten Frühsymptome) weitere Beschwerden entwickeln. Betroffen können sein: Nerven, Herz, Gelenke, Haut und Augen. Diese Beschwerden können chronisch werden und dauerhafte Folgeschäden (z.B. Lähmungen) nach sich ziehen.

Die Diagnose über das Blut ist nicht immer möglich und auch der Verlauf der Erkrankung ist nicht immer so typisch wie hier beschrieben.

 

Schutz vor Zeckenbissen

  • Möglichst geschlossene Kleidung tragen.
  • Nicht im hohen Gras oder in der Nähe von Sträuchern entlang gehen.
  • Nach einem Aufenthalt in der Natur den Körper (vor allem auch die behaarten Stellen) nach Zecken absuchen.
Autor seit 4 Jahren
97 Seiten
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