Zimt als Zeichen von Reichtum - Das teuerste Gewürz

Bei den Chinesen ist dieses Gewürz seit mehr als 4000 Jahren bekannt. Es wird nicht nur zur Zubereitung von Nachspeisen, sondern auch für Fleischgerichte und Tees verwendet. Bereits in der Bibel wird auf die heilende Wirkung von Zimt hingewiesen. Laut Übertragungen wurde Zimt damals zur Vorbeugung von Seuchen dem Trinkwasser beigemischt.

 

Im 14. Jahrhundert zählte der Zimt zu den teuersten Gewürzen der Welt. Wer sich dieses Gewürz leisten konnte, gehörte automatisch dem Hochstand an und wurde dem entsprechend respektvoll behandelt. Der Unterschied zwischen Reich und Arm zeigte sich ganz deutlich. Um das Haus zu parfümieren, wurde in gut situierten Haushalten Zimt mit aufs Feuer gelegt.

 

Seit ewigen Zeiten wird Zimt wegen seinem einzigartigen Duft gerne als Zusatz für Getränke und Gebäck verwendet. Gerade in der Weihnachtsbäckerei ist der Zimt eines der häufigsten Gewürze. Zudem kann sich Zimt harmonisierend und ausgleichend auf das körperliche und seelische Wohlbefinden auswirken.

Bekannte Zimtsorten - Cylon-Zimt und Padang-Zimt

Cinnamomum iners Reinw. ex Blume (Bild: Alex Popovkin, Bahia, Brazil / Flickr)

Zimt wächst auf dem Baum - Botanik

Der Zimtbaum gehört zu den Lorbeergewächsen und kann bis zu 12 Meter hoch werden. Dieses immergrüne Lorbeergewächs hat verschiedene Herkunftsgebiete: Ceylon, China und Indonesien sind die Ursprungsländer. Heute wird Zimt aber auch gezielt in Brasilien, Java und Sumatra angebaut.

 

Zu den bekanntesten Zimtsorten gehört der Cylon-Zimt. Diese Zimtsorte wird sehr gerne für Plätzchen, Milchreis und Getränke verwendet. Der Geschmack dieser Zimtsorte ist mild und süß, hat aber auch eine gewisse Schärfe. Ceylon-Zimt gibt es in der Regel in Form von Zimtstangen im Handel.

 

China-Zimt ist vom Geschmack her ein bisschen herber als Ceylon-Zimt, ohne dass er dabei seine Süße verliert. Da China-Zimt sehr kräftig und würzig im Geschmack ist, wird diese Zimtsorte gerne mit dem feinen Cylon-Zimt gemischt. Im Handel wird China-Zimt überwiegend in gemahlener Form angeboten.

 

Padang-Zimt aus Indonesien schmeckt würzig und scharf, ist aber feiner und auch kraftvoller als Cylon-Zimt. Padang-Zimt hat den typisch charakteristischen Duft und kann für viele Speisen und Getränke verwendet werden.

 

Der Zimtbaum - Immergrünes Lorbeergewächs

Camphor tree (Cinnamomum) (Bild: wallygrom / Flickr)

So wird Zimt gewonnen - Vom Baum in die Küche

Um Zimt zu gewinnen, werden nur die getrocknete Rinde oder trockene Zweige des Baumes verwendet. Zimtstangen stammen in der Regel von Bäumen, die nicht mehr als sechs Jahre alt sind. Früchte, die noch nicht reif sind, gelangen in sehr geringen Mengen als sogenannte Zimtblüten in den Handel.

 

Um die uns bekannten Zimtstangen zu fertigen, werden im Abstand von ein bis zwei Jahren bis zu zwei Meter lange Triebe des Baumes abgeschnitten. Verwendet wird nur die innere, sehr feine Rinde. Diese feinen Rinden werden ineinander geschoben und müssen im Schatten vorgetrocknet werden. Danach werden die Rinden so lange in die Sonne gelegt, bis sie völlig trocken sind. Als ca. zehn Zentimeter lange Zimtstangen kommen diese dann in den Handel.

 

Zimt und seine heilende Wirkung - Ein gesundes Gewürz mit Geschmack

Neben dem hohen Gehalt an ätherischen Ölen, verfügt Zimt auch über Gerb-, Bitter- und Schleimstoffe. Eine besonders stark antiseptische Wirkung zeigt der Cylon-Zimt. In den Zimtblättern hingegen ist das ätherische Öl Eugenol in hoher Dosis enthalten. Auch die Zimtblüten enthalten wirksame Stoffe, die sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken können.

 

Da Zimt zu den warmen Gewürzen zählt, kann das Gewürz in Form von Zimt-Öl oder Zimt-Creme äußerlich zur unterstützenden Wärmetherapie angewendet werden. Zimt regt die Durchblutung an und kann daher bei Sportverletzungen oder bei diversen rheumatischen Erkrankungen ein gut helfendes Hausmittel sein.

 

Darüber hinaus wirkt Zimt krampflösend, entspannend und regt außerdem den Kreislauf an. Durch die im Zimt enthaltenen Gerbstoffe wirkt sich das Gewürz besonders positiv bei Infektionen und Entzündungen des Darms aus. Auch bei Durchfall ist Zimt ein gutes Hausmittel, da die enthaltenen Gerbstoffe das Wasser aus dem Darminhalt entziehen.

 

Zimt wirkt sich aber nicht nur positiv auf Kreislauf- und Darmerkrankungen aus, sondern auch Husten, Reizhusten und Entzündungen im Rachenbereich können durch die im Zimt enthaltenen Schleimstoffe schnell gelindert werden.

 

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