Schule macht Zirkus

Ein Zirkus in der Schule? Da sollte man meinen, die Lehrerinnen und Lehrer an deutschen Schulen hätten genug Zirkus mit ihren Klassen-Clowns, den bewegungsauffälligen Schülern und den 'ADHS-Hörnchen'. Dennoch hat sich das Modell des Schulzirkus in den letzten Jahren bewährt. "Wir haben immer häufiger mit Kinder zu tun, die zwar bewegungsfreudig sind, diese aber nicht gezielt einsetzten können," meinte R. Breucker, Schulleiter einer Iserlohner Grundschule. Außerdem fehlt es den Kindern an Konzentration auf eine Sache. Im Schulzirkus erfahren sie dann plötzlich, dass für einen kurzen Auftritt ein großes Maß an Übung erforderlich ist.

Für viele Kinder ist das eine Erfahrung, die sie im normalen Unterrichtsalltag gar nicht so wahr nehmen. Denn etliche Trainingseinheiten zielen genau darauf ab, den Kindern spielerisch zu vermitteln, dass Lernen Spaß und Arbeit zugleich ist. "Kinder wollen immer schnelle Erfolge sehen," so Breucker weiter. "Bei diesem Projekt erleben sie hautnah, dass die Übungszeit abhängig davon ist, wie erfolgreich sie ihren Auftritt gestalten." Besonders hilfreich ist diese Zirkusprojekt aber auch für Kinder, die in der Schule mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben. Hier können sie sich beweisen und gehen, unabhängig von ihren schulischen Leistungen, im Selbstbewusstsein gestärkt wieder heraus. Während also so mancher Grundschüler durch den Zirkus positiv beeinflusst wird, bekommen Schüler, die sich maßlos selbst überschätzen meist einen kleinen Dämpfer. Lernen heißt üben, am Ball bleiben und die eigenen Fähigkeiten richtig einschätzen können. Mit den Workshops im Schulzirkus lernen die Kinder, ohne dass sie es merken und sind mit Feuereifer dabei.

Das Pädagogische Konzept

Der Ablauf ist immer den entsprechenden Gegebenheiten angepasst. Zirkus für Kinder findet nicht nur an Grund- und weiterführenden Schulen statt, sondern wird auch gern in Jugendeinrichtungen oder Kindergärten aufgegriffen. Im Vordergrund stehen die Kinder, ganz klar! So sollte es jedenfalls sein. Speziell ausgebildete Zirkuspädagogen müssen nicht nur ihr Handwerk beherrschen, sondern auch ein spezielles Händchen für Kinder haben. Ein solches Projekt in einer Grundschule erfordert außerdem besonderes Organisationstalent der jeweiligen Gruppe, denn hier müssen teilweise bis zu 600 Kinder untergebracht werden. Meist rücken die Zirkusdarsteller mit einem großen Zelt an, welches dann neben der Schule aufgebaut wird. Aber auch Veranstaltungen in Turnhallen oder der schuleigenen Aula sollten kein Problem darstellen.

Erlebnispädagogik - so nennt sich das Konzept der Veranstalter. Durch Erleben und Erfahren sich neuen Herausforderungen stellen, im Selbstbewusstsein wachsen und seinen Platz finden, so könnte man die Arbeit der Zirkuspädagogen beschreiben. Ein besonderes Augenmerk liegt allerdings auf der Festigung des Selbstbewusstseins. Im Zirkus kommt es nicht auf die Begabung an, sondern darauf, die eigenen Grenzen kennenzulernen und mehr aus sich selbst herauszuholen. Die Kinder lernen in der Zeit viele neue spannnende Abläufe kennen und erfahren, dass es sich lohnt zusammen zu arbeiten. In Schulen wird meist jahrgangsübergreifend gearbeitet, was heißt, dass ältere Schüler den jüngeren helfen.

Zirkus beim Kindergeburtstag

Um das Thema direkt aufzugreifen, eignet sich für Kinder ab sechs Jahren auch ein Kindergeburtstag unter dem Motto "Zirkus". Mit verschiedenen Spielideen können die Kleinen zu Artisten, Tierbändigern oder Zauberern werden und bei einer kleinen Aufführung ihr Können unter Beweis stellen. Besonders viel Spaß haben die Kinder, wenn sie dazu noch passend geschminkt werden. Als Überraschung für die Gäste gibt es selbstgemachte Luftballotiere.

Ideen für die Zirkusaufführung

- Wilde Tiere: Ein Kind ist der Tierbändiger, ein anderes der wilder Löwe oder Tiger (natürlich passend dazu geschminkt), welches durch einen brennenden Reifen springen muss. Dafür einen Hula-Reifen mit Flammen aus rot-gelbem Tonpapier bekleben.

- Jonglage mit zwei oder drei Tüchern. Sicher hat Mama irgendwo in den Tiefen ihres Schrankes einige Tücher vergraben, die sich genau für diesen Tag besonders gut gebrauchen lassen. Lustig ist es auch, wenn mit Socken oder kleinen Stofftieren jongliert wird.

- Zaubertricks vorführen: Ein Stofftier aus dem Hut zaubern oder ein Tuch durch die Ohren eines Kindes ziehen. Dafür braucht es zwei Zauberer und einen Freiwilligen (vielleicht das Geburtstagskind?). Ein Zauberer hält eine Faust an das Ohr des Freiwilligen und stopft das Tuch in die Faust hinein. Der andere Zauberer hat sein Tuch schon in der Hand versteckt, hält seine Faust an das andere Ohr des Kindes und zieht sein Tuch vorsichtig aus der Faust.

Autor seit 5 Jahren
14 Seiten
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