Kleine Menschenpyramide der Akrobaten

Kleine Menschenpyramide der Akrobaten (Bild: Sabine Wolfram, Plauen)

Wenn der Zirkus kommt, dann freuen sich Kinder. In den meisten Fällen kennen die Kinder den Zirkus nur als Zuschauer. Mit dem Projektzirkus von André Sperlich bekommen die Grundschüler die Möglichkeit selbst einmal Akrobat Dompteur, Zauberer oder Clown zu sein.

 

Ablauf der Projektwoche

Das Zirkusteam reist am Wochenende an und Lehrer, Eltern und sogar die Schüler selbst helfen beim Zeltaufbau. Das fördert den Teamgeist, weil alle Hand in Hand arbeiten müssen. Vor allem den Kindern wird dabei klar, dass Zirkus nicht nur die Vorstellung selbst ist, sondern auch harte Arbeit bedeutet. Am Montag werden dann die Schüler ihren Trainern zugeteilt. Wer bei welcher Attraktion mitmacht, wird vorher schon in den Klassen festgelegt. Dabei werden natürlich auch von den Lehrern vorhandene Talente und Wünsche berücksichtigt. Nachdem jedes Kind weiß, zu welchem Trainer es gehört, zeigt die Zirkusfamilie ihr Können. Somit bekommen die Kinder einen ersten Eindruck von dem, was sie wenige Tage selbst zeigen werden.

Der Dienstag und der Mittwoch stehen dann ganz im Zeichen des Trainings und Donnerstag erfolgt die Generalprobe. Je nach Größe der Schule gibt es sogar zwei Gruppen, so dass insgesamt zwei oder vier Vorstellungen stattfinden. Die Vorstellungen selbst sind öffentlich, so dass nicht nur Eltern, Geschwister oder Großeltern im Publikum sitzen. Am Samstag, nachdem der letzte Vorhang gefallen ist, wird gemeinsam das Zelt abgebaut und der Zirkus fährt zur nächsten Grundschule.

Das Konzept

Nachdem der Reisezirkus Sperlich 2000 gegründet worden war, kamen viele Anfragen zur Kinder- und Jugendarbeit. Innerhalb von zwei Jahren wurde ein Konzept mit der Unterstützung von pädagogischen Lehrkräften entwickelt, um 2005 als erster ostdeutscher Projektzirkus die Arbeit aufzunehmen. Dabei stehen die Kinder im Vordergrund, denn sie zeigen ihr Können. Die Trainer des Unternehmens und die Lehrer geben nur Hilfestellungen und sorgen für die Sicherheit der Kinder.
Wichtig ist dabei vor allem, dass jedes Kind seine Rolle findet. Ist es besonders sportlich, so wird bei den Akrobaten, Seiltänzern oder Trapezkünstlern auftreten. Mag ein Kind lieber Späße machen, so ist es bei den Clowns am besten aufgehoben. Dazu gibt es noch Fakire, kleine Dompteure aber auch Zauberer und Tänzer.
Besonders am Herzen liegt dabei den Zirkusleuten, dass sie den Kindern den Traum erfüllen können, selbst einmal in der Manege zu stehen. Das fördert bei den meisten Kindern das Selbstbewusstsein. Aber auch Teamgeist und motorische Fähigkeiten werden dabei geschult. Denn gerade bei den Akrobaten muss sich ein Kind auf das andere verlassen können, da sonst eine aufgebaute Menschenpyramide schnell zusammenfallen kann.
Natürlich sind die Trainer vom Projektzirkus Sperlich auch sensibel genug, um auf besonders schüchterne Kinder einzugehen oder entsprechend zu reagieren, wenn Tränen fließen, weil etwas nicht geklappt hat. Und selbst bei einem Missgeschick während der Vorstellung gibt es keine tadelnden Worte, sondern Zuspruch es noch einmal zu versuchen, was dann fast immer von Erfolg gekrönt ist.

Kosten

Da die Vorstellungen öffentlich sind, kosten sie natürlich auch Eintritt. Für Erwachsene kostet die Karte 9 Euro und für Kinder 3 Euro. Das sind moderate Preise, wenn man bedenkt, dass man dafür zwei Stunden Programm geboten bekommt. Und dieses Programm ist mit einem normalen Zirkus nicht vergleichbar, da hier Kinder die Hauptakteure sind, welche in nur zwei Tagen lernen, was dann in der Manege zu bestaunen ist.
Allerdings kostet der Besuch des Projektzirkus André Sperlich auch der Schule Geld, welches meist als Teilnehmergebühr pro Kind von den Eltern übernommen werden muss. Die Preise dafür sind direkt beim Management des Unternehmens in Erfahrung zu bringen.


Fotos und Videoaufnahmen

Zu Beginn jeder Vorstellung wird darauf hingewiesen, dass in diesem Zirkus das Fotografieren und Mitschneiden von Videoaufnahmen ausdrücklich erlaubt ist. Wer allerdings ein professionelles Video von der Darbietung seiner Kinder möchte, kann eine DVD bestellen. Denn der Projektzirkus André Sperlich arbeitet mit einer Medienfirma zusammen, welche vor Ort eine Vorstellung aufzeichnet. Die Schulen führen danach eine Sammelbestellung durch, aber auch direkt auf der Webseite des Zirkusunternehmens findet man die Formulare für die Bestellung einer DVD.

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