Alles wird einfacher?!

Schon seit Jahren zeigt sich, dass das Rundfunk-Gebühren-Modell unübersichtlich und mit vielen Mängeln versehen ist. Zum Beispiel war nicht eindeutig klar, ob man für einen PC mit Medienwiedergabefunktion auch GEZ-Gebühren bezahlen musste oder nicht. Hier haben die Bundesländer die Frage auf ihre eigene Art beantwortet. Ab 2013 muss jeder Haushalt Rundfunkgebühren bezahlen – auch wenn er gar kein Empfangsgerät besitzt. Dadurch stellt sich die Frage, was denn eigentlich ein Empfangsgerät ist, gar nicht mehr. Auch heißen die Rundfunkgebühren jetzt nicht mehr "Gebühren", sondern "Rundfunkbeiträge". Doch am eigentlichen Sinn der Zahlungen ändert sich dadurch nichts. Die Beiträge sollen zukünftig pro Haushalt gezahlt werden. Da spielt es keine Rolle, wie viele Personen in dieser Wohngemeinschaft leben. Die Beitragshöhe soll monatlich bei 17,98 Euro liegen. Damit ist sie nicht höher, als die bisherige Gebühr.
Kurt Beck (SPD), der rheinlandpfälzische Ministerpräsident, welcher auch Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder ist, formuliert: "Es wird nicht zu einer Steigerung der Rundfunkgebühren kommen". Die monatlichen 17,98 Euro seien bis 2015 kalkuliert. Wie es  danach aussieht, sagte er jedoch nicht.

Kaum Gebührenbefreiungen

Die Rundfunkbeiträge müssen nun auch für Zweit- und Ferienwohnung entrichtet werden – und zwar in der vollen Höhe von monatlich 17,98 Euro. Ob diese Wohnung überhaupt genutzt wird, ist unwichtig. Nur Kleingärtner dürfen zukünftig Radio oder Fernsehgerät in ihren Kleingärten anschalten, ohne etwas zahlen zu müssen. Benutzt der Hobbygärtner seinen Garten allerdings als eine Art zweiten Wohnsitz, fallen die Rundfunkbeiträge doch wieder an. Es spielt also keine Rolle mehr, wer wie viele Empfangsgeräte besitzt, sondern wie viele Wohnungen man sein Eigen nennen kann.
Seh- oder Hörbehinderte waren bisher von der GEZ befreit. Dies machte auch Sinn, konnten sie doch die Medien meist nicht umfassend nutzen. Ab 2013 soll eine solche Sinnesbehinderung aber kein Grund mehr sein, von den Rundfunkgebühren grundsätzlich befreit zu werden. Stattdessen wurde beschlossen, dass die betroffenen Bürger nur etwa ein Drittel der normalen Gebühr zahlen müssen.
Lediglich finanziell schwach gestellte Mitbürger, wie Hartz-IV- oder Bafög-Empfänger, können auf Antrag weiterhin von der GEZ befreit werden.

Die Folgen - Leichtere Berechnung der Rundfunkbeiträge und Aussterben des GEZ-Mannes

Durch die neue Regelung, sind die Beiträge eindeutig leichter zu ermitteln. Es zählt nicht mehr mit wem man zusammen lebt oder wie viele Geräte man besitzt. Lediglich die Anzahl der Wohnungen fällt ins Gewicht. Wer dennoch unsicher ist, kann sich die Gebühren einfach auf der Internetseite der GEZ berechnen lassen.
Durch diese Neuerungen ist es auch nicht mehr nötig zu überprüfen, ob nicht doch jemand einen Fernseher besitzt, den er nicht angemeldet hat. Dadurch werden die berühmt berüchtigten Besuche des GEZ-Mann sinnlos. Und dies hat zur Folge, dass dieser Berufszweig wohl aussterben wird. Ob sich dies auch auf die Arbeitslosenzahlen im Jahr 2012 auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Stefanie_Vogel, am 05.05.2012

Kommentare


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AliciaVaness am 01.03.2013
Die Frage stellt sich, wie ein gerechtes, durchsichtiges Bezahlsystem aussehen könnte. Wenn von den Gebühren die Journalisten bezahlt werden, muss was in die Kasse kommen, das leuchtet ein.
Stefanie_Vogel am 16.05.2012
@AlphaBeta: Traurig aber wahr.
AlphaBeta am 11.05.2012
Ja Grace...da denkst Du zu normal :-P. Die Sache ist nämlich die, dass der Staat einen Informationsauftrag hat. Diesen muss er einhalten. Ob der blöde Bürger will, oder nicht, er wird sozusagen informiert. Radio, TV usw. Und wenn der Staat seinem Informationsauftrag nicht mehr nachkommen kann, weil er kein Geld dafür hat, dann holt er sich das eben vom Bürger, der zwangsweise informiert wird.
Grace am 11.05.2012
Hm... na ja, die GEMA sorgt dafür, dass die Musikproduzenten und auch die Künstler ihr Geld bekommen. Das seh ich vollkommen ein, obwohl der Anteil der Musiker wahrscheinlich sehr gering ist. GEZ find ich nur noch unverschämt. Ich meine: Die ist doch nur für die öffentlich-rechtlichen Sender. Was ist, wenn die keiner anschaut? Der muss trotzdem zahlen. Normalerweise sollte es doch so sein, dass man zahlt, wenn man etwas in Anspruch nimmt. Aber da denke ich wahrscheinlich zu normal... :-P
AlphaBeta am 11.05.2012
...und dann mit dem Knüppel auf den Sack...
Simon am 11.05.2012
Die GEZ ist ist einfach eine Unverschämtheit. Da wird von vielen für *nichts* Geld kassiert. Dass sich so etwas heute noch hält, ist peinlich und zeigt, dass eine starke Lobby dahinter steckt, die davon finanziell profitiert. Die GEZ gehört in den gleichen Sack wie die GEMA ... und dieser dann direkt auf den Müllhaufen.
Grace am 06.05.2012
Vor allem: JEDER soll zahlen, auch wenn er gar keinen Fernseher hat. Ich schau seit ca. 1,5 Jahren nicht mehr fern und hab keinen Radio. Das kann nicht rechtlich sein, für etwas zu zahlen, obwohl man nix dafür bekommt bzw. es nicht in Anspruch nimmt.
Krimifreundin am 06.05.2012
Ich bin noch nicht im Reinen mit mir, was ich davon halten soll. Aber wenn ich GEZ höre, bekomme ich ratz fatz drei Pickel. Überwiegend Scheißprogramm - und dafür noch bezahlen. Dann auch noch für ein Autoradio löhnen, das man nie einschaltet. Aber zunächst mal ein Lob dafür, dass du das Thema aufgegriffen hast. Dafür Daumen hoch!

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