Bedingungsloses Grundeinkommen: Utopie oder doch Schwachsinn?

von rainerinnreiter

Es klingt wie die Erfüllung aller Träume: Das bedingungslose Grundeinkommen soll allen Staatsbürgern zustehen und somit die Existenz sichern. Aber kann das überhaupt funktionieren?

Immer mehr Bürger, Politiker und sogar Wirtschaftstreibende fordern das bedingungslose Grundeinkommen. Wer sich dagegen ausspricht, deklariert sich damit im öffentlichen Discours als Unmensch, der anderen die Butter aufs Brot nicht gönnt. Kein Wunder also, dass diese Idee nicht bloß diskutiert wird, sondern in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden könnte. Schließlich hat doch jeder Mensch das Recht auf Versorgung seiner Grundbedürfnisse und einen gediegenen Lebensstandard, richtig? Oder könnte irgendetwas gegen diese angeblichen Menschenrechte sprechen? Lassen Sie es uns herausfinden!

Freibier für alle mit dem bedingungslosen Grundeinkommen!

Plädoyer für die Gier

Auch Müßiggang muss seinMöchte man einen Menschen oder eine Menschengruppe ins schiefe Licht rücken, genügt heutzutage das Wörtchen „Gier“. Gier sei die Ursache für das unaufhaltsame Ende des Euro, für die (angebliche) Wirtschaftskrise, für soziale Ungerechtigkeiten. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass Gier eine Triebfeder unseres Lebens darstellt. Was, wenn nicht „Gier“ ist es, mehr als einen Laib Brot am Tag verspeisen zu wollen? Oder sich nicht mit Regenwasser, einem Kartoffelsack als Kleidung sowie einem Wellblechdach überm Kopf zu bescheiden? Wir wollen mehr als das überlebensnotwendige Minimum an Nahrung, weil wir Menschen sind. Daran ist nichts ehrenrührig, unmoralisch oder gar menschenverachtend, wie uns dies Politiker oder Vertreter des Klerus und anderer skurriler Organisationen weismachen wollen.

Nun wird diese willkürliche Moralisierung dazu missbraucht, unter dem Deckmantel von Gerechtig- und Menschlichkeit Abgaben zu erheben und Gesetze einzuführen. Vorgeblich, um den Armen und Schwachen zu helfen, tatsächlich aber, um noch mehr Steuerabgaben umverteilen zu können. Untrennbar mit derlei Sonntagsreden sind die angeblichen Rechte, die jeder Mensch kraft seiner Geburt besitze. Dabei steht freilich nicht das Recht im Vordergrund, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, solange man niemandem damit Schaden zufügt, oder über sein Vermögen alleine entscheiden zu dürfen. Nein: Diese Rechte zielen darauf ab, Ansprüche auf das Eigentum anderer Menschen zu erheben. Lassen Sie mich dies kurz ausführen: Wenn Person A gesetzlichen Anspruch auf einen Laib Brot besitzt, muss dieser von Person B gebacken und zur Verfügung gestellt werden. Somit ist B im weitesten Sinne Sklave von Person A. Wohlgemerkt: Hier ist die Rede von gesetzlichen Grundlagen, nicht von solidarischen, die auf der Freiheit von Entscheidungen beruht!

 

"Piraten": Voll auf Kurs des Zeitgeistes

Dies muss bei den Diskussionen rund um das so genannte bedingungslose Grundeinkommen im Auge behalten werden. Vertreten wird diese Forderung unter anderem von der „Freibier für alle“-Partei „Die Piraten“ (die nach Ansicht des Artikelautors ein stichhaltiges Argument gegen das allgemeine Wahlrecht darstellt) und macht eines der größten Dilemma des modernen Staatssystems sichtbar: Selbstverständlich wird jeder Bürger versuchen, auf Kosten anderer möglichst viel dem öffentlichen Futtertrog zu entnehmen. Steuererhöhungen oder neue Abgaben werden von einer breiten Bevölkerungsmehrheit befürwortet, sofern es sie nicht selbst betrifft. Das hat weniger mit Moral, sondern mehr mit praktischen Überlegungen zu tun. Was kümmert den Schafzüchter eine Sonderabgabe auf Rinder? Erst wenn es seiner Lebensgrundlage an den Kragen geht, wird er sich empören.

In eine ähnliche Kerbe schlägt das bedingungslose Grundeinkommen. Im Unterschied zur bestehenden Grundsicherung soll es an jeden (volljährigen, bei manchen Modellen auch minderjährigen) Bürger ausbezahlt werden, unabhängig von erworbenen Leistungsansprüchen, sozialer Bedürftigkeit oder sonstigen Kriterien. Unterschiedliche Auffassungen herrschen bei der möglichen Finanzierung. Dem wohl bekanntesten Vertreter des bedingungslosen Grundeinkommens, „dm“-Chef Götz Werner, schwebt eine Mehrwertsteuer in der Höhe von 100% vor, die sämtliche anderen Steuern ersetzen soll. Durch den Wegfall der sonstigen Steuerlast würden sich Waren und Dienstleistungen trotz einer Mehrwertsteuer von 100% nicht verteuern. Gleichzeitig würde eine solche Maßnahme die Bürokratie erheblich zurechtstutzen und somit wiederum Geld einsparen, das der Allgemeinheit zum Wohle käme.

Wenig überraschend zählt der Vorschlag für ein bedingungsloses Grundeinkommen zu den stimmenstärksten auf der Website der Bundesregierung zum „Dialog über Deutschlands Zukunft“. Was könnte denn nun tatsächlich dagegen sprechen? Handelt es sich nicht um eine wunderbar menschliche Idee, die uns vom Joch der Arbeit befreit, sodass wir uns endlich selbstverwirklichen können, anstatt stumpfen Tätigkeiten nachgehen zu müssen, um uns das kärgliche Brot zu verdienen?

Als Angehöriger des Prekariats müsste der Artikelautor doch schwer begeistert von der Aussicht sein, das Leben frei gestalten zu können. Einziges Problem bei all diesen Überlegungen: Sie sind blanker Unsinn und können unmöglich funktionieren.

 

Wer hat Anspruch?

Mauer gegen Einwanderung errichten?Zunächst hieße es exakt zu definieren, wer Anspruch auf das bedingungslose Grundeinkommen haben sollte. Nehmen wir an, Deutschland würde ein solches einführen, so könnten wir getrost von einer riesigen Immigrationswelle ausgehen.

Bereits heute wirken Wohlfahrtsstaaten wie Magneten auf Millionen Menschen aus Ländern ohne entsprechende soziale Grundversorgung. Und tatsächlich könnte man es niemandem verübeln, das mühselige Dasein in einem Dritte-Welt-Staat zugunsten eines ihn rundum versorgenden Staatssystems zu verlassen. Wie viele hundert Millionen neue Bürger könnte Deutschland wohl verkraften? Diese Frage bleibt natürlich unbeantwortet – die schöne Utopie soll ja nicht durch gesunden Menschenverstand unterminiert werden! Die unvermeidlich scheinenden Völkerwanderungen könnten wohl nur mittels extrem strenger Einreisebestimmungen verhindert werden, was wiederum politisch kaum haltbar wäre. Rassismus- und Menschenrechtsverletzungs-Vorwürfe wären gerade im Falle von Deutschland die logische Konsequenz.

Interessant wäre auch zu beobachten, wie bedingungslos das Grundeinkommen ausbezahlt werden würde. Plötzlich erhielten nicht nur Alleinerzieher und Arbeitslose staatliche Unterstützung, sondern auch Vermögende und Reiche. Könnte man diese vom Grundeinkommen ausnehmen? Nein, denn sonst wäre es ja nicht „bedingungslos“, sondern an Vermögensgrenzen gekoppelt. Würde man diesen Widerspruch andererseits aufheben und festlegen, ab welcher Vermögensmenge man den Anspruch daran verliert, müsste man wiederum die Bürokratie sowie willkürliche gesetzliche Regelungen bemühen.

Darum ist das bedingungslose Grundeinkommen unrealistisch

Und wer erledigt die miesen Jobs?

Daraus leitet sich der wohl größte Kritikpunkt ab: Wozu noch arbeiten? Oder besser gesagt: Wozu noch unangenehme oder gefährliche Arbeiten verrichten? Die Überlegungen zum bedingungslosen Grundeinkommen gemahnen verblüffend an verpflichtende Frauenquoten. Hier wie dort werden bei Diskussionen meist nur angenehme, relativ gefahrlose Tätigkeiten ins Feld geführt. Man möge den Artikelautor korrigieren, falls er falsch liegen sollte. Aber hat jemals eine Frauenministerin fixe Frauenquoten bei Kanalräumern gefordert? Oder bei Fensterputzern in schwindelnder Höhe? Oder für Arbeiter auf Ölbohrinseln? Natürlich nicht! Derlei Jobs sind nicht bloß mühsam, sondern oftmals gefährlich. Gerade diese Jobs bilden aber das Fundament unserer Gesellschaft, nicht Finanzbeamte, Frauenbeauftragte oder Sesselwärmer in diversen Ministerien. Ein Tag ohne Versorgung mit Öl oder Wasser, verstopfte Kanalisationen, geschlossene Supermärkte, unbefahrbare Straßen würde unser Leben in ungeahntem Maße einschränken.

Join the oil drillers!Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens argumentieren, dies würde doch vielmehr die Unternehmer unter Druck setzen, derlei Jobs besser zu bezahlen. Eine wackelige Argumentation aus zwei Gründen:

  1. Nehmen wir an, Supermarktmitarbeiter müssten das Doppelte ihres bisherigen Einkommens erhalten, um die nötige Motivation zum Arbeiten zu finden. Derlei Kosten werden selbstverständlich auf die Produkte und Dienstleistungen aufgeschlagen, was logischerweise zu massiven Verteuerungen führte, was wiederum eine verhängnisvolle Spirale in Gang setzte: Gehälter und Löhne müssten massiv erhöht werden, dadurch stiegen die Lebenshaltungskosten, was wiederum dazu führte, dass das ausbezahlte Grundeinkommen erhöht werden müsste, wodurch die finanzielle Differenz zu den Arbeitnehmern geringer ausfallen würde, weshalb diese höhere Löhne forderten, und so weiter.

  2. Die Realität ist: Kaum jemand würde diese Arbeiten verrichten. In einer am Reißbrett entstandenen utopischen Welt mögen Menschen selbstlos agieren – die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache. Ohne entsprechenden ökonomischen Druck beseitigt niemand aus Spaß an der Freud den Unrat seiner Mitmenschen. Niemand stellt seine Gesundheit aufs Spiel, wenn er genauso gut zu Hause fläzen und mit seinen Freunden gemütlich ein Bierchen zischen könnte. Der Grund, warum all diese Arbeiten heute verrichtet werden, liegt zum einen in der ökonomischen Notwendigkeit, zum anderen in der Hoffnung, sich irgendwann beruflich zu verbessern und die Drecksarbeit anderen überlassen zu können.

 

Recht auf den Besitz anderer?

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist natürlich weder neu, noch besonders originell. Im Gegenteil: Sie ist geradezu typisch für den politischen Zeitgeist der bereits erwähnten „Freibier für alle“-Mentalität. Die Wahrheit ist: Was A konsumiert, muss B zur Verfügung gestellt haben. Für die Staatsschulden von heute muss morgen irgendjemand aufkommen. Wenn A das „Recht“ auf kostenlose Gesundheitsversorgung, auf eine angemessene Wohnung, auf kostenlose Benutzung von Öffentlichen Verkehrsmitteln hat, bedeutet dies in Wahrheit, dass irgendjemand dafür bezahlen muss. Freilich werden derlei unangenehme Wahrheiten ausgeblendet und jene, die darauf hinweisen, als Unmenschen diffamiert.

Es gibt nur eine einzige moralische Gesellschaftsform: Eine, in der keinerlei Zwang ausgeübt wird, in der Solidarität auf freiwilliger Basis ausgeübt wird, in der niemand auf Kosten anderer lebt, weil er das „Recht“ dazu besitze, in der Moral nicht gewaltsam oktroyiert, sondern aus dem Bewusstsein heraus gelebt wird, Gutes tun zu wollen. Wer aber meint, mit Gewalt und Zwang das vermeintlich Gute in die Welt prügeln zu können, wird scheitern, immer. Der Moloch Staat beweist es seit Jahrtausenden, wieder und immer wieder.

Warum wir daraus nicht lernen, lässt sich mit der irrationalen Hoffnung begründen, dass es beim „nächsten Mal“ bestimmt klappen werde. Irgendwann würden die ökonomischen Gesetze auf wundersame Weise aufgehoben werden und Güter und Dienstleistungen würden sich wie aus dem Nichts von selbst erschaffen und allen Menschen zur Verfügung stehen. Man darf gespannt sein, welche wirren ideologischen Verfehlungen uns noch das Leben schwer machen werden. Allzu erstaunt sollte man sich jedenfalls angesichts diverser sozialistischer Experimente nicht mehr zeigen. Die Phantasie unserer Beherrscher scheint leider unbegrenzt.

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Ich bin gegen die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens, weil ...
Heuschrecke am 07.08.2012

Ich kann nur hoffen, dass die Weltmärkte und die Globalisierung diesem sozialistiischem EURO-Experiment und den Utopien der Umverteilungsträumer möglichst schnell ein rabiates Ende setzen. Und an alle diejenigen, die vom faulen Leben in der sozialen Hängematte träumen, kann ich nur sagen: "Get back to work you lazy scum!"

egon am 03.08.2012

weil ich schlicht einige leute kenne denen ich es nicht gönne dass sie indirekt über mich mit finanziert werden. Also wie lösen die Gutmenschen dass die dilemma Totalverweigerer eines solchen Systems auf?

Arlequina am 31.07.2012

.. sich mir nur eine simple Rechenaugabe stellt: welche arbeitenden Idioten sollen den anderen dann das Grundeinkommen hereinarbeiten? Reichen die gescheiterten sozialistischen Experimente immer noch nicht?

Klaus_Miehling am 28.07.2012

der Autor dieses hervorragenden Artikels völlig recht hat. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Medo am 25.07.2012

...es einfach nur reichen würde wenn man Outsourcing und Zeitarbeitsfirmen verbieten würde. Kündigungsschutz lockern, dafür deutlich die Gehälter & Löhne nach oben schrauben - das wäre man eine Lösung.

Michael am 25.07.2012

Wir benötigen das bedingungslose Recht auf einen Arbeitsplatz mit Mindestlohn. Dann könnten wir alle Sozialleistungen abschaffen.

Das bedingungslose Grundeinkommen sollte eingeführt werden, weil...
Kuscheltier am 03.08.2012

Etwas oberflächlicher Artikel. Es würde zum Beispiel nicht zu einer Einwanderungswelle kommen. Selbst bei einfachen Modellen müssen sich zum Beispiel Einwanderer durch mehrere Jahre Vollzeitarbeit in das System einkaufen. Durch den Wegfall von Bürokratien für Transferleistungen werden enorme Mittel frei. Das Geld muss im Grunde gar nicht erst erwirtschaftet werden. Freibier für Alle ist eher ein Stammtischargument.

sissilu am 28.07.2012

Danke für Ihren Beitrag. Ob ich dafür oder dagegen bin, kann ich nicht so pauschal beantworten. Ich bin dafür, dass Menschen, die unverschuldet arbeitslos werden, in irgendeiner Form eine Unterstützung bekommen. Aber das Problem ist, dass es einfach nicht mehr sehr viel Arbeit gibt. Die Statistiken der ARGE sind verfälscht, weil viele mit miesen Zeitarbeitsverträgen arbeiten müssen. Viele Studenten haben ein sehr hohes know how, doch sie werden über lange Zeit in billige Praktika-Verträge gedrängt, damit sie überhaupt arbeiten können. Arbeit muss sich lohnen, um seine monatlichen Kosten zu bezahlen. Viele bekommen noch zusätzlich finanzielle Unterstützung vom Staat, obwohl sie das nicht bräuchten (schön rechnen). Sehen wir uns unsere bürokratischen Hürden an, da könnte man auch sehr viel Geld einsparen: Unser Föderalismus, wozu benötigen für so viele Bundesländer, viele könnte man geographisch zusammenfassen, aber da machen die "Landesfürsten" nicht mit, weil sie auch nicht auf ihre Privilegien verzichten möchten.
Es fehlen in Deutschland Kontrollen, die überwachen, wer "hilfebedürftig" ist und sich nur auf Kosten der Anderen ein schönes Leben leisten möchte. "Ohne Fleiß kein Preis", das ist mein Credo. Wenn man etwas erreichen möchte, muss man etwas dafür tun. Unsere Gesellschaft ist so "übersättigt", unsere Wirtschaft ist so gierig, unsere "Wertekultur" ist so am Boden, das es wichtig wäre, die Denk- und Handlungsweise in Politik und Gesellschaft grundlegend zu hinterfragen. Der Ausdruck "Gier" hat seit der Finanzkrise für mich seine Berechtigung und die Krise ist noch lange nicht ausgestanden!!!

noSlave am 26.07.2012

Es stimmt das ein bedingungsloses Grundeinkommen in unserem jetzigem Wirtschaftssystem eine Utopie darstellt. Um für die nötige Gerechtigkeit bräuchte es viel mehr als ein, für sich allein gestelltes, bedingungsloses Grundeinkommen. Vielmehr sollte man die gesamten Systemstrukturen, welche sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, gründlich überdenken.
Den Anfang sollte man am Geldsystem; auch ein äußerst polarisiertes Thema zurzeit. Aber nun gut das würde hier die Disskusionsfrage sprengen.
Deshalb mal mit ganz pragmatischen Fragen zurück zum Thema:
Würdest du aufhören zu Arbeiten weil du weißt das es Harz 4 gibt?
Klar ist der Harz 4 Satz geringer als das BGB ausfallen würde, allerdings stellt sich doch die Frage ob Menschen dann einfach Nichts tun würden. Also nichts nützliches für die Gesellschaft. Der Mensch hat normalerweise das Bedürfnis gebraucht zu werden. Und um dieses Bedürfnis zu erfüllen muss er etwas sinnvolles verrichten. Wobei ich dir bei diesem Satz: Es gibt nur eine einzige moralische Gesellschaftsform: Eine, in der keinerlei Zwang ausgeübt wird, in der Solidarität auf freiwilliger Basis ausgeübt wird, in der niemand auf Kosten anderer lebt, weil er das „Recht“ dazu besitze, in der Moral nicht gewaltsam oktroyiert, sondern aus dem Bewusstsein heraus gelebt wird, Gutes tun zu wollen. , vollkommen Recht gebe....aber ich glaube so weit ist die Gesellschaft noch lange nicht. Das BGB wäre allerdings ein guter Anfang in die richtige Richtung, sofern es mit einem komplettem Systemwandel verbunden wäre.
Ich würde mich freuen wenn auch du dich in die Diskusion mit einklinkst.

DrThomasKahl am 26.07.2012

es die mit Abstand billigste Lösung für alle sozialen Probleme darstellt und gleichzeitig die Produktivität der Menschen auf eine noch nie dagewesene Höhe bringt. Um das zu verstehen, muss man sich damit allerdings viel gründlicher als der Autor dieses oberflächlichen Artikels damit beschäftigt haben. Vor allem braucht man dazu psychologischen Sachverstand! Die Piraten haben völlig Recht. Sie werden nach der nächsten Bundestags-Wahl vermutlich die stärkste Partei sein, weil sie bis dann das beste Parteiprogramm haben werden, das je eine Partei hatte.

klaus am 25.07.2012

... wir technisch und finaziell dazu in der Lage sind.
Die Menschen wollen etwas tun: nach 4 Wochen Hängematte schmerzt der Rücken!

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rainerinnreiter, am 25.07.2012
 
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Kommentare


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Merlin am 26.07.2012

Kleine Selbstständige haben in Deutschland gar keine Chance mehr. Die Gesetze sind von Großen für Große gemacht. In den 60er Jahren waren meine Eltern Unternehmer. Lief ein Laden nicht, wurde der zugemacht und woanders wieder auf. Mach das mal heute. Da kannst du noch vor der Eröffnung Konkurs anmelden.
Leistung ohne Gegenleistung ist immer verkehrt. Aber wer nur das Wort Arbeitsdienst in den Mund nimmt, bekommt bereits ein gewisses Kreuz auf den Arsch tätowiert.
Hilfe sollte definitif nur für Bedürftige sein. Andererseits muß es aber auch Arbeitsplätze geben. Das Recht auf Arbeit sollte ins Grundgesetz geschrieben werden! Ich habe Familienväter gesehen, die haben geheult, weil sie ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Andererseits liegt zwischen Harz IV und Niedriglöhnen auch kein Unterschied. Somit stehen sich einige besser mit Sozialleistungen und ein wenig Schwarzarbeit.
LG Merlin

rainerinnreiter am 26.07.2012

@ Hans
Ich glaube, der wichtigste Anreiz um für andere oder sich selbst zu arbeiten, läge daran, die Leute arbeiten zu lassen. In unserem Staatssystem mit all den Abgaben, potenziellen Strafen und unmöglich auch nur ansatzweise zu überblickenden Gesetzen, werden den Menschen unzählige HIndernisse in den Weg geschmissen. Ich habe vor einigen Jahren mit dem Gedanken gespielt, mich selbstständig zu machen. Ich ließ mich entsprechend beraten und verwarf den Gedanken wenig später wieder. Und ganz ehrlich: Ich könnte jedesmal kotzen, wenn von der Allmacht des "Kapitalismus" die Rede ist. Wo genau sollen wir denn Kapitalismus und die bösen "Freien Märkte" haben? Bei uns ist doch jeder Furz reglementiert, kleine Unternehmer werden drangsaliert und nur die politisch vernetzten Großkonzerne und Banken erfreuen sich bester Gesundheit. Das hat mit Kapitalismus so viel zu tun wie Kommunismus mit gesundem Menschenverstand.

"Das bedingunglose Grundkeinkommen hat meiner Meinung nur dann eine Chance, wenn die Auszahlung am unteren Limit liegt."
Und wer bestimmt, wie viel man erhält? Was "menschenwürdig" ist? Wie viel Wohnraum der Einzelne finanziert bekommt? Und vor allem: Warum sollen andere dafür aufkommen? Es ist schlichtweg die Quadratur des Kreises: Dem einen wird weggenommen, um es einem anderen zu geben. Das ist meines Erachtens nach unmoralisch und völlig kontraproduktiv. Aber gut, was verstehe ich dummer Proll schon von den wesentlichen Dingen des Lebens.

Hans am 26.07.2012

Das bedingunglose Grundkeinkommen hat meiner Meinung nur dann eine Chance, wenn die Auszahlung am unteren Limit liegt. D.h. wer sich etwas Luxus gönnen möchte wie ein Auto z.B. muss dafür arbeiten. Ich geb dem Rainer recht: Wem das Schlaraffenland geschenkt wird, der wird nix tun. So sind wir Menschen. Aber wenn Anreize zum Arbeiten geschaffen werden, dann bin ich der Ansicht, dass auch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht alle zu Faulenzern werden.



 
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