Die begrifflichen Grundlagen der Absatzwirtschaft und des Marketings
von write-x
Häufig wird Absatzwirtschaft mit Marketing gleichgesetzt, doch es gibt Unterschiede. Worin sich die Begriffe unterscheiden, zeigt die kurze Einführung in die Thematik.
Absatzwirtschaft und Marketing - die Unterschiede
Allgemein werden die Begriffe Absatzwirtschaft und Marketing synonym verwendet, was aber nicht ganz korrekt ist. Zwar sind beide eng miteinander verknüpft, doch das Marketing ist eher eine moderne Ausrichtung der Absatzwirtschaft. Mehr dazu wird im Laufe des Artikels dargestellt.
Zunächst ist es grundlegend wichtig zu wissen, dass das Anbieten und Verkaufen von Produkten und Dienstleistungen auf den jeweils geeigneten Absatzmärkten die letzte Phase eines betrieblichen Leistungserstellungsprozesses bildet. Das Verwerten der erstellten Leistungen geschieht dann mit Hilfe der Absatzwirtschaft oder des Marketings.
Der Begriff Absatzwirtschaft kurz zusammengefasst
Um Produkte und Dienstleistungen auf den Märkten unterzubringen, gilt es, vorbereitende sowie ausführende Tätigkeiten vorzunehmen, was mit der Informationsgewinnung beginnt, sich über die Preisfestlegung erstreckt und die Werbung in Gang setzt. Diese Maßnahmen, wie auch der Verkauf und Vertrieb, zählen folglich zur Absatzwirtschaft und stellen jeweils Teilbereiche dar.
Wie es zum Konzept Marketing kam
Der Absatz, vor allem der Vertrieb, ist grundlegend ein technischer Vorgang, woran zu erkennen ist, dass es zunächst hauptsächlich darum geht, entsprechende Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen, um sie schlussendlich dem Endverbraucher anzubieten.
Da sich die Marktsituation in den 1920ern in den USA – nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Europa – enorm veränderte, kam das Marketing ins Spiel. Bis zu genanntem Zeitraum gab es vorrangig Verkäufermärkte, bei denen die Nachfrage größer war als das Angebot – der Verkauf von Gütern und Leistungen war quasi garantiert. Doch dann entwickelten sich aufgrund unterschiedlicher Faktoren – etwa zunehmende Arbeitslosenzahlen und effektivere Produktionsanlagen – Käufermärkte, bei denen nun das Angebot größer ist als die Nachfrage; die Folge sind Engpässe beim Absatz. Und diese Situation erforderte eine spezielle Denkhaltung, damit Produkte und Dienstleistungen gezielt abgesetzt und verkauft werden können – das Konzept Marketing entstand.
Was ist denn nun Marketing?
Damit die entsprechenden Engpässe vermieden, zumindest aber gering gehalten werden, ist es notwendig, absatzwirtschaftliche Methoden verstärkt einzusetzen, aber auch, alle Unternehmensaktivitäten auf die Anforderungen des Marktes und Wunscherfüllung der Kundengruppen auszurichten.
Kunden haben Wünsche und Erwartungen an bestimmte Produkte und Dienstleistungen, weshalb Unternehmen im Rahmen des Marketings gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe eingehen und dies mit beispielsweise geeigneter Werbung und Verkaufsförderung, in welcher der Kundennutzen im Vordergrund steht, kommunizieren. Ebenso bedeutet Marketing, sich als Unternehmen bestmöglich zu positionieren – gegenüber der Konkurrenz also eine unverwechselbare Firmen Identität zu schaffen.
![]() | ![]() | ![]() |
| Absatzwirtschaft - Marketing und Vert... Kiehl | Material-, Produktions- und Absatzwir... Kiehl Nur EUR 22,00 | Absatzwirtschaft Kiehl Friedrich Verlag G Nur EUR 24,00 |
![]() | ![]() | ![]() |
| Marketing Haufe-Lexware | Grundlagen des Marketing (Pearson Stu... Pearson Studium | Marketing: Grundlagen für Studium und... Gabler Verlag Nur EUR 26,95 |







Horrordrama im Bayrischen Waldam 03.04.2013
Singlebörsen und Partnervermittlungen im Internetam 21.02.2013
Cannabis legalisierenam 21.02.2013
Musikverlage – interessant für Komponisten und Songwriteram 21.02.2013


Kommentare
Die Bedeutung der Begriffe wandelt sich. Und absatzwirtschaft ohne den Marketingimpetus ist heute schier undenkbar. Aber in "absatzwirtschaft" steckt etwas, das den Unternehmen heute eigentlich lieb und teuer sein sollte - ein integrativer Ansatz für Marketing und Vertrieb. Diese Zusammengehörigkeit ist uns in Deutschland beim Import des Marketing als Begriff und Konzept nach dem zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Im anglo-amerikanischen Raum gibt es dieses Schisma nicht. Der Stress, den Marketing und Vertrieb in vielen deutschen Unternehmen miteinander haben,.ist Managern aus Übersee teils unerklärlich. Unter diesem Aspekt über den Begriff "absatzwirtschaft" mal neu nachzudenken, kann lohnen.
Christoph Berdi, Chefredakteur der absatzwirtschaft - Zeitschrift für Marketing
@Sven
Marketing ist das gezielte Absetzen von Produkten / Dienstleistungen unter Berücksichtigung der Anforderungen des Marktes und den Wunscherfüllungen des Kunden. Es geht darum, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Und Absatzwirtschaft allein beschreibt quasi nur den technischen Akt - also dem Markt Angebote zuführen. Da wir heute also Käufermärkte haben, mussten neue Lösungen her, um Produkte auch "loswerden" zu können - Marketing kam ins Spiel.
Und wer sagt, dass ein Produkt günstig sein muss, um verkauft werden zu können? Wenn ein Produkt teurer als das der Konkurrenz ist, heißt es noch lange nicht, dass es nicht gekauft wird. Wer auf Qualität setzt, zahlt gerne mehr. Und Qualität ist vielen wichtiger als ein günstiger Preis. Das liegt ja am Unternehmen, wie er sein Produkt im Rahmen des Marketings bewirbt ;)
Zu eurer Diskussion: Das Streben nach dem günstigerem und besten Angebot geht nur zu Lasten der Arbeitsplätze...
Der Kundendienst ist mir da sozial verträglicher =)
Jedoch vermisse ich den zu erläuternden Unterschied zwischen Absatzwirtschaft und Marketing....
LG
Ja okay, das stimmt allerdings - vor allem im Sinne des Mehrwertbietens und intensiver Kundenbetreuung. Deshalb wird CRM ja heutzutage auch großgeschrieben.
Genau. Aber man sollte dabei den besten Kundendienst aller Zeiten anstreben. Und das ist selten.
Hmmm, ist es aber im Allgemeinen nicht so, dass versucht wird der Konkurrenz zuvorzukommen, indem man schneller und besser ist? Und auch großzügiger - im Sinne von mehr Leistung fürs gleiche Geld?
Gruß
write-x
Interessanterweise versucht man jetzt im modernen Marketing wieder diese alte Situation von "Nachfrage hoeher als das Angebot" herzustellen, indem man auf kuenstliche Weise "Scarcity" (Seltenheit) kreiert.
Verkaeufer von E-Kursen kuendigen lautstark begrenzte Kursexemplare und Charter Memberships an, und sie sprechen von deftigen Preiserhoehungen, falls man nicht sofort bestellt.
Serioese Marketing Genies, wie z.B. Seth Godin, lehren aber auch, wie man durch persoenliches Branding einen natuerlichen "Scarcity Status" erzielen kann, indem man einfach besser, schneller, mehr informiert und vor Allem grosszuegiger als die Konkurrenz ist.