Perspektivisches Zeichnen – Grundfähigkeit jedes Malers und Zeichners
von write-x
Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein Maler und Zeichner besitzen muss, ist das Perspektivische Zeichnen. Der Grund: Die Perspektive wird für fast alle Motive gebraucht.
Dreidimensionale Perspektiven zeichnen lernen
Grundlagen der räumlichen Darstellung verstehen
Perspektivisches Zeichnen – dies gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen, die ein Maler oder Zeichner beherrschen muss. Nur so ist es nämlich möglich, Objekte zu illustrieren, welche sich mit der Entfernung optisch verkürzen, wodurch schlussendlich ein räumlicher Effekt erzielt wird. "Perspektivisches Zeichnen" erlaubt es somit, realistisch wirkende Gebäude, Innenräume, Landschaften wie auch Figuren aufs Papier zu bringen. Folglich ist klar, dass Perspektivisches Zeichnen für nahezu jedes Motiv absolut notwendig ist. Unterschieden werden die Einpunkt-Perspektive, die Zweipunkt-Perspektive sowie die Dreipunkt-Perspektive, welche im Folgenden näher erläutert werden.
Perspektivisches Zeichnen – die Einpunkt-Perspektive
Zunächst gilt es, eine Horizontlinie zu zeichnen, welche vom Betrachter ausgehend, die am weitesten entfernte Linie in der Landschaft darstellt. Jene Horizontlinie, die zudem auch als Augenhöhe bezeichnet wird, verläuft in der Regel parallel zur oberen und unteren Kante des Zeichenpapiers. Nicht parallel könnte die Horizontlinie beim Perspektivischen Zeichnen beispielsweise dann verlaufen, wenn der Blick aus einem nach links oder rechts wendenden Hubschrauber dargestellt werden soll. Nachdem die Augenhöhe gezeichnet ist, muss noch der Fluchtpunkt (FP) auf dieser Linie markiert werden. Er legt beim Perspektivischen Zeichnen die Stelle fest, wo alle Linien in der Ferne zusammenlaufen – zumindest scheinbar.
Befindet sich ein dreidimensional dargestelltes Objekt oberhalb der Horizontlinie, wobei die Hilfslinien vom Fluchtpunkt aus nach oben gerichtet sind, handelt es sich um einen schwebenden oder hängenden Gegenstand – als Betrachter blickt man auf. Folglich zeigt ein Objekt, welches unterhalb der Horizontlinie gezeichnet wurde, wobei die Hilfslinien vom Fluchtpunkt aus nach unten gerichtet sind, einen liegenden oder stehenden Gegenstand – der Betrachter schaut herab.
Perspektivisches Zeichnen – die Zweipunkt-Perspektive
Auch bei der Zweipunkt-Perspektive bildet eine Horizontlinie die Basis. Um Objekte darzustellen, welche sich schräg vom Betrachter befinden, sind zwei Fluchtpunkte notwendig. Anfangs kann man die vordere, also senkrechte Kante – sie befindet sich irgendwo zwischen den jeweiligen Fluchtpunkten – einzeichnen, wobei gleichzeitig die Höhe des jeweiligen Gegenstandes in etwa festgelegt wird. Anschließend zieht man beim Perspektivischen Zeichnen von den jeweiligen Fluchtpunkten aus in Richtung Vorderkante jene Linien, die für die Ober- und Unterkanten des Objektes notwendig sind. Und zum Schluss zeichnet man nur noch die beiden senkrechten Linien ein, welche die jeweils gewünschten Seitenlängen markieren.
![]() Zweipunkt-Perspektive |
Wie auch bei der Einpunkt-Perspektive hat man durch das Illustrieren eines Objekts oberhalb oder unterhalb der Horizontlinie den Eindruck, dass der Gegenstand entweder schwebt oder auf dem Boden liegt. Würde sich das Objekt, wie im Beispiel, auf der Horizontlinie befinden, sieht man weder die Unterseite noch die Oberseite des Gegenstandes. Wichtig ist die Zweipunkt-Perspektive außerdem für das Illustrieren von Innenräumen.
Perspektivisches Zeichnen – die Dreipunkt-Perspektive
Dank der Dreipunkt-Perspektive ist es möglich, auch noch den Eindruck zu vermitteln, man würde an einem Objekt hinauf schauen oder hinab blicken. Wie nun wahrscheinlich vermutet wird – der Name verrät es schon –, benötigt man für die Dreipunkt-Perspektive drei Fluchtpunkte. Wie bei der Zweipunkt-Perspektive müssen erst einmal die zwei üblichen Fluchtpunkte auf dem Horizont festgelegt werden. Danach wird eine Hilfslinie gezeichnet, die sich im Winkel von 90° zur Horizontlinie befindet. Zwar ist der angegebene Winkel beim Perspektivischen Zeichnen nicht zwingend erforderlich, da Gegenstände auch schräg stehen können, doch für Anfänger wird es zunächst empfohlen. Ist also diese Hilfslinie eingezeichnet, legt man auf ihr den dritten Fluchtpunkt fest, von dem aus Linien gezogen werden, welche die Seitenkanten, wie im Beispiel zu sehen, festlegen.
![]() Dreipunkt-Perspektive |
Je nachdem, wo der dritte Fluchtpunkt hinverlagert wird, also oberhalb oder unterhalb der Horizontlinie, erreicht man den Effekt, dass sich das jeweilige Objekt entweder nach oben hin oder nach unten hin optisch verjüngt. Auf diese Art und Weise erzeugt man viel mehr Dreidimensionalität.
Empfohlene Lektüre zum Thema Perspektivisches Zeichnen
Räumliches Zeichnen lernen
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Perspektivisches Zeichnen – die Norm brechen
Wer sich im Perspektivischen Zeichnen versteht, kann sogar die Norm brechen und sie leicht variieren. Durch Verzerren der Perspektive können nämlich faszinierende Effekte erreicht werden – so kann beispielsweise der Eindruck entstehen, man betrachte etwas durch den Türspion. Perspektivisches Zeichnen ermöglicht also nicht nur realitätsnahe Darstellungen, sondern bietet ebenso die Möglichkeit, Experimente zu wagen.















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Kommentare
Ne ne, das war mein Ernst, ich habe Mathe geliebt und liebe Mathe immer noch, genauso wie Chemie und Physik - alles andere habe ich gehasst....
LG Moni
War das jetzt ironisch mit dem Augenzwinkern? Also ich hab Mathe gehasst - Kunst ist mir da viel lieber gewesen :)
LG
write-x
Ich glaube, wir haben perspektivisches Zeichnen in Kunst überhaupt nicht dran genommen, jedenfalls nicht sehr umfangreich - dafür aber in Mathe, und Mathe habe ich geliebt, jetzt auch noch ;)
LG Moni
Vielen Dank, ihr beiden!
Moni, ja, lange ists her bei mir mit dem Kunstunterricht - aber ich fands damals sehr interessant, als es um die perspektivische Darstellung ging. Vielleicht hat dein Lehrer es etwas trocken rübergebracht. ;)
Gruß
write-x
Tolle Anleitung, write-x! :)
Wow - wieder was Neues dazugelernt ;) Ich bin wirklich fasziniert, so aufmerksam wie bei diesem Artikel hab ich nicht mal in der Schule aufgepasst....
LG Moni