Name vergessen - Ist es Alzheimer?

Schon bei der kleinsten Vergesslichkeit fragen sich gerade ältere Menschen: "Sind es  Symptome für eine Alzheimer Demenz?". Keine Angst, im fortschreitenden Alter ist es ganz normal, dass ab und zu einzelne Dinge vergessen werden. Schließlich ist man keine 20 mehr. Der Alterungsprozess hat zur Folge, dass biologische Vorgänge verlangsamt und eingeschränkt sind. Wer hin und wieder einmal vergisst, wo er seine Brille oder den Haustürschlüssel hingelegt hat, muss nicht fürchten, dass es Symptome für Alzheimer Demenz sind. Das geht übrigens auch vielen jüngeren Menschen so, die unter beruflichem oder privatem Stress stehen. Mir passiert es häufig, dass mir ein Name partout nicht einfällt oder dass ich verzweifelt meinen Geldbeutel suche. In der Regel klärt sich das innerhalb kürzester Zeit auf. Der Name fällt mir spontan irgendwann wieder ein und ich komme dem Geldbeutel auf die Spur, wenn ich rekapituliere, wo ich ihn zuletzt in der Hand hatte.

Wenn keine weiteren Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit zu beobachten sind,  besteht kein Grund zur Sorge, an einer Alzheimer Demenz zu leiden. Zwar ist die Vergesslichkeit - insbesondere der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses - eines der  Symptome für Alzheimer, aber für sich gesehen ist es völlig harmlos, wenn man hin und wieder etwas vergisst.

Alzheimer Test - Nur ein bisschen schusselig oder schon dement?

Ist es eine Demenz oder nicht?
Die Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken bietet auf ihrer Internet-Seite einen Selbsttest an, bei dem Betroffene und Angehörige Anhaltspunkte erhalten, ob es sich bei bestimmten Anzeichen um Alzheimer Symptome handeln könnte oder nicht. Dieser Test bietet allerdings nur einen vagen Hinweis auf eine beginnende Demenz. Gewissheit kann nur eine ausführliche ärztliche Untersuchung bieten.

Gibt es Alzheimer überhaupt?
Der Freitod von Gunter Sachs als auch das Bekenntnis von Rudi Assauer holte das Tabuthema „Alzheimer“ binnen kurzer Zeit aus der Versenkung. Alzheimer gibt es jedoch gar ...
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Die 10 Warnsymptome einer fortschreitenden Demenz

  1. Allgemeine Vergesslichkeit: Namen oder Termine zu vergessen, ist ein lässiges Problem und betrifft viele Menschen. Nimmt die Vergesslichkeit allerdings gößere Formen an, die mit Verwirrtheitszuständen kombiniert sind, deutet das auf die Verminderung der Gedächtnisleistung hin - ein klares Symptom für Alzheimer Demenz.

  2. Verlust der Wahrnehmung alltäglicher Handlungen: Es ist ganz normal, dass man einmal vergisst, das Bügeleisen auszuschalten oder die Herdplatte abzudrehen, wenn man viel um die Ohren hat. Die Symptome für Alzheimer Demenz drücken sich dadurch aus, dass Betroffene nicht nur vergessen haben, das Bügeleisen auszuschalten, sondern auch, dass sie überhaupt gebügelt haben.

  3. Sprachprobleme: Es kommt schon mal vor, dass das richtige Wort zu einer Sache oder Tätigkeit nicht spontan aus der Gehirnschublade zu holen ist. Eigentlich kein Grund, um sich Sorgen zu machen. Der Verdacht auf Alzheimer Demenz erhärtet sich erst, wenn Betroffenen auch die einfachsten Begriffe nicht mehr einfallen und sie unpassende Wörter verwenden, die sinnenstellend sind.

  4. Orientierungslosigkeit: Wer eine enorme Arbeitsdichte hat, kann sich mitunter beim Wochentag vertun oder so in seinen Gedanken verhaftet sein, dass er sprichwörtlich vom Weg abkommt und dabei die Orientierung verliert. Das sind Symptome eines Burnout, nicht die Symptome einer Alzheimer Demenz. An Alzheimer erkrankte Menschen sind völlig orientierungslos. Sie befinden sich in einer Gegend, die ihnen eigentlich sehr bekannt ist - sogar in der eigenen Straße - und wissen nicht, wo sie wohnen und wie sie nachhause finden. Sie können oft auch nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden.

  5. Eingeschränkte Urteilsfähigkeit: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Es gibt Leute, die eine schrille Farbenkombination schön finden, wo andere sich entsetzt die Haare raufen. Wenn aber die Wahl der Kleidung für einen bestimmten Anlass oder die Jahreszeit völlig unangebracht ist, dann ist das ein Symptom für Alzheimer. Ein typisches Beispiel ist, sich im Hochsommer bei über 30 Grad Celcius einen Pelzmantel anzuziehen oder eine dicke Strickjacke über dem Hemd oder der Bluse zu tragen.

  6. Verlust des abstrakten (kognitiven) Denkens: Nicht alle Menschen sind Buchhalter-Typen, die gerne mit Zahlen arbeiten, überhaupt gerne rechnen. Das ist aber nicht pathologisch, sondern eine Neigung, die man hat oder nicht. Wenn Betroffene weder Zahlen zuordnen noch eine einfache Rechnung aufstellen können, dann erst deutet das auf eine Demenz hin.

  7. Vergessen von Gegenständen: Es ist schlichte Gedankenlosigkeit, den Schirm in einem Bus oder einem anderen Ort liegen zu lassen, wenn es aufgehört hat zu regnen. Eine Alzheimer Erkrankung ist dann wahrscheinlich, wenn Gegenstände an völlig irrwitzige Plätze gelegt werden, wie der Hausschlüssel in den Kühlschrank oder die Perlenkette in die Zuckerdose. Verstärkt wird der Verdacht, wenn die Urheber überhaupt nicht mehr wissen, dass sie die Gegenstände in der Hand hatten, geschweige denn, wo sie sie deponiert haben.

  8. Spontane Stimmungs- und Verhaltensänderungen: Jeden Tag gleich gut gelaunt zu sein, das ist eine Kunst, die nur die wenigsten Leute beherrschen. Menschen, die von der einen auf die andere Sekunde ihre Stimmung abrupt verändern, obwohl kein erkennbarer Grund vorliegt, zeigen deutliche Symptome einer Alzheimer Erkrankung. Oft beschuldigen Demenzkranke ihre Angehörigen oder Betreuungspersonen, Geld oder Wertgegenstände gestohlen zu haben, obwohl es überhaupt keinen Anlass dazu gibt.

  9. Persönlichkeitsänderungen und Wahnvorstellungen: Ein Zustand, der mit "Altersstarrsinn" bezeichnet wird, entwickelt sich während des Alterungsprozesses und zieht eine leichte Veränderung der Persönlichkeit nach sich. Das ist noch kein Alzheimer Symptom. Kritisch wird der Zustand erst,  wenn es sich um eine ausgeprägte Persönlichkeitsänderung handelt, die plötzlich oder über einen längeren Zeitraum hinweg auftitt. Wenn ein älterer Mensch, der immer freundlich und gelassen war, plötzlich schroff, abweisend und unleidlich wird, dann deutet das auf Alzheimer hin. Mitunter leiden die Kranken an Wahnvorstellungen und/oder beschuldigen Angehörige und Betreuungspersonen, sie schlecht zu behandeln, obwohl es nicht den geringsten Anlass dazu gibt.

  10. Antriebslosigkeit: Der Verlust der Eigeninitiative und depressive Phasen sind nicht nur erste Anzeichen eines Burnout-Syndroms, sondern auch klassische Alzheimer Symptome. Demenzkranke verlieren jeglichen Schwung bei sonst gerne ausgeführten Tätigkeiten und  das Interesse an ihren Hobbies, ohne sich neuen Aufgaben zu widmen und daran Freude zu haben.

"Die Stärke des Ratgebers liegt in den Hinweisen, wie Betroffene und Angehörige am besten mit der Krankheit umgehen können, was sie alleine stemmen und in welchen Fällen sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten." (Die Welt )
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Frühe Alzheimer-Diagnose durch MRT-Untersuchung - Chance, den schleichenden Prozess verlangsamen

Die 10 hier aufgeführten Symptome sind nur die wichtigsten Warnsignale für eine Alzheimer Erkrankung und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Mittlerweile gibt es Untersuchungsmethoden wie die Magnetresonanztomografie (MRT), wo Einschränkungen der Hirnfunktionen schon frühzeitig festgestellt werden, obwohl noch kar keine klaren Symptome für eine Alzheimer Demenz vorliegen. Eine frühe Alzheimer-Diagnose ist zwar keine Garantie, die Krankheit zu stoppen, bietet aber die Chance, den Prozess zu verlangsamen. Möglicherweise könnte zwischenzeitlich eine Therapie entwickelt werden, um die Syptome Alzheimer betreffend wirksam zu behandeln und die Demenz zu bremsen, bevor die Hirnfunktionen durch giftige Eiweißablagerungen weiter eingeschränkt werden. Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten fieberhaft daran.

Bitte bedenken Sie, dass ein Pagewizz-Artikel den Rat eines Arztes nicht ersetzen kann.

Krimifreundin, am 02.03.2012

Kommentare


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Krimifreundin am 31.08.2012
Je früher gehandelt wird, um so größer ist die Chance, den Prozess der Alzheimer Erkrankung zu verlangsamen.
ChrisTa am 31.08.2012
Ich glaube, nach diesem Artikel sollte ich mir Sorgen machen... Eine nahestehende Verwandte hat immer mehr von o.g. Symptomen... Ich werde mir gleich morgen mal die o.g. Seite mit dem Selbsttest ansehen und mit ihr diese durchgehen. LG ChrisTa
Krimifreundin am 09.03.2012
@textdompteuse: Liegestütze sind übrigens prima als Prophylaxe. Sich körperlich und geistig fit zu halten soll helfen, den Prozess einer Alzheimer Erkrankung einzudämmen. Eine Garantie gibt es allerdings nicht. Aber zumindest tust du was für deinen Kreislauf... LG v Ruth
Textdompteuse am 08.03.2012
Das ist ja schon kein bloßer Artikel mehr, sondern eine Abhandlung. So übersichtlich und differenziert beleuchtet, dass mein Daumen schon anfängt zu strampeln. LG - Lieselotte P. S.: Mein Daumen hat wohl auch schon Alzheimer. Jetzt muss ich Liegestütze machen, hatte wohl schon mal uneingeloggt gedaumt.
Krimifreundin am 03.03.2012
@Alice: In der Tat ist es für die Angehörigen sehr schwer, einen Alzheimer Patienten zu betreuen. Aber wennn sie mehr über die Krankheit wissen, ihnen klar wird, dass sich der Mensch, der früher mitunter taff und gewandt war, durch seine Krankheit verändert und seine Äußerungen nicht bösartig sind, sondern symptomatisch, dann wird es schon etwas leichter für sie. Aufklärung und Hilfe, das ist das, was Betroffene und Angehörige am meisten brauchen. Natürlich ist es sehr schmerzhaft, wenn ein Mensch, den man liebt, sich völlig verändert und nicht mehr der ist, der er einmal war. LG v Ruth
Alice_Alphabet am 03.03.2012
Ich seh die Angehörigen nur in einer ganz schwierigen Lage, weil es für sie so emotional belastend ist. Ich kannte einen dementen Menschen, der immer "Herr Fahrdienstleiter" zu mir gesagt hat. Wäre das mein eigener Vater gewesen, hätte es mir das Herz zerrissen. Ich denke, für die Angehörigen ist es nicht nur Know How, sondern auch die Frage, wie weit man sich gefühlsmäßig von solchen Dingen distanzieren kann. Und das Beispiel mit dem Fahrdienstleiter ist ja harmlos. Die Leute fühlen sich ja manchmal von der eigenen Familie bedroht und beschimpfen sie entsprechend. Für Professionisten ist es sicher einfacher, da eine neutrale, professionelle Position einzunehmen. Was jetzt nicht heißt, dass es Angehörige gar nicht können. Ich meine nur, dass es sehr schwer ist und habe den höchsten Respekt vor ihnen.
Krimifreundin am 03.03.2012
@Marten J. Bruns: Vielen Dank für die virtuellen Blumen. Viele haben Angst vor Alzheimer, wissen aber eigentlich nicht, wie sich die Symptome äußern und - wenn man Angehörige mit Alzheimer Demenz hat - wenig über Validation. Oft eskalieren Situationen, die man mit entsprechenden Kommunikationstechniken in den Griff bekommen hätte.
Krimifreundin am 03.03.2012
@Alice: Ich habe viel über den "alten König im Exil" gelesen. Die Rezensionen sind durchweg positiv. Aber das Buch selbst habe ich noch nicht gelesen. Ich habe ein bisschen Angst, dass ich anschließend eine Infusion benötige, weil mir das Wasser wie ein Springbrunnen aus den Augen sprudelt oder ich am 11. November in der Bratröhre lande, weil ich mit Gänsehaut (vor Rührung) überzogen bin. LG v Ruth



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