Die Entdeckung und Nutzung des Feuers war für unsere Entwicklung ein entscheidender Meilenstein. Nahrung konnte gegart werden und lieferte somit mehr verwertbare Proteine. Das wirkte sich positiv auf unser Gehirn aus.
Ohne Feuer keine Wärme im Winter. Ohne Feuer keine Metallverarbeitung.
Aber Feuer muß man anzünden. Lange Zeit wurde Feuer geschlagen und mit Zunderschwamm die Funken aufgefangen um sie dann auf das Brennmaterial zu übertragen.
Was ist Zunder, Zunderschwamm und Feuerschlagen
von Merlin
Ich geb dir Zunder, jeder kennt dieses und andere Sprichwörter. Aber die wenigsten wissen, was Zunder ist und wie man damit Feuer entfacht.
Nicht immer war das Kochen so bequem wie heute.
Neben den Nahrungsmitteln musste auch die Feuerstelle gepflegt und vorbereitet werden.
Im Zeitalter des BIC Feuerzeugs denkt kaum jemand darüber nach, wie in alter Zeit Feuer entfacht wurde. Schwefelhölzer gab es in China bereits im 6 Jahrhundert. Diese wurden in Glut gehalten und entzündeten sich. Diese Glut wurde mithilfe des Zunderschwamms, des Feuersteins und eines Schlageisens erzeugt. 1669 experimentierte der Alchimist Henning Brand mit weißem Phosphor. 1786 entdeckte der Franzose Berthollet das Kaliumchlorat.
Anfang des 19 Jahrhunderts kamen Tunkzündhölzer auf den Markt. Diese wurden in Schwefelsäure getaucht und entzündeten sich durch chemische Reaktion. Aber erst ab 1850 gab es die sogenannten Sicherheitszündhölzer = Streichhölzer. Diese wurden an einer rauen Fläche gerieben.
Ein Feuer besteht also aus einem Brennmaterial, das sich mithilfe einer Zündflamme entfacht. Dringend dazu benötigt wird Sauerstoff. Brandstellen wurden somit hergerichtet. Meist waren sie Wärmespender. Lichtquelle und Kochgelegenheit in einem. Hier auf dem Bild sehen Sie eine alte Befeuerung. Das Gestell mit den Zähnen, das aussieht wie eine Säge ist die Feineinstellung, das Thermostat! Je nachdem, wie hoch der Topf vom Feuer entfernt war, ging es schneller oder langsamer. Daher kommt das bekannte Sprichwort: „Leg mal einen Zahn zu.“
Zunderklöppler, ein angesehener Beruf. 1940 verstarb der letzte aus diesem Metier im Bergischen Land.
Zunder ist ein Pilz, der an Totholz gedeiht.

Zunderklöppler war ein angesehener Beruf. Dieser streifte durch die Wälder und sammelte Baumpilze überwiegend von Buchen. Gerne wachsen diese auf gefällten Bäumen oder ihren Stümpfen. Man benötigt schon Werkzeug dazu.
Beitel, Axt oder Stemmeisen sind angebracht. Zur Aufbereitung wurden die Pilze mehrere Stunden (5 – 6) gekocht. Dem Wasser wurde Nitrat zugegeben.
Damals in Form von Kuhpisse. Im Harn sind Nitrate enthalten. Heute kann man Nitrat beim Gewürzhändler bestellen. Ab einer gewissen Menge schaut dann das Sondereinsatzkommando vorbei, da Nitrat auch in einigen Sprengstoffen vorkommt. Der weichere Oberteil wurde abgetrennt, und wie aus der Berufsbezeichnung hervorgeht, geklöppelt. Bedeutet weichgeschlagen.
Also war dieser Beruf wichtig und geachtet. Wir wissen jetzt, was Zunder ist.
Auch wie man ihn findet und bearbeitet. Aber, wie bringt man ihn zum Glimmen?
Feuerstein, Schlageisen, Zunderschwamm und die richtige Technik.
Der Zunder fängt den Funken und fängt an zu glimmen.

Ein Schlageisen ist ein kleines Metallteil aus rostendem Eisen, kein Edelstahl!
Feuersteine werden genommen wegen ihrer scharfen Kanten. Bereits in der Steinzeit waren sie Ersatz für Messer und Pfeilspitzen.
Der aufbereitete Zunderschwamm wird auf den Feuerstein gelegt. Das Eisen wird mit zwei Fingern gehalten. Der Schlag erfolgt mit steifer Schulter nur aus dem Ellbogen. Die Metallkante schrappt am Feuerstein entlang. Kleinste Eisenteilchen, Mini-Späne werden abgetrennt und durch die Reibung glühend.
Mit etwas Glück fällt so ein Funke auf den Zunder. Dort fängt er an zu glimmen. Nun können wir die Glut auf leicht entzündbares Material übertragen.
Die Pusteblume brennt beim kleinsten Funken. Sind natürlich nicht immer zur Hand. Deshalb hatten unsere Vorfahren stets einen Vorrat an trockenem Holz und Zündmaterial (Stroh) angelegt. Wer mal versucht hat im Wald mit frischem Holz ein Feuerchen auf Überlebensart zu entzünden, weiß wie schwer das ist. Unter dem Sprichwort: „Ich geb dir Zunder“ verstehen wir jemanden anzutreiben, Feuer unterm H....rn zu machen. Früher war das eine gute Gabe!
Ein Sturmfeuerzeug ist bei Wind und Wetter einsatzfähig.
Zum Überlebenstraining empfehle ich einen Magnesiumstab.
Auf Mittelaltermärkten verwende ich Trollrotz mit einer Chemikalie vermischt, brennt grün.

Hier im Bild ist ein Magnesiumstab. Kostet an die 6,-- €, gibt es auch bei Amazon. Beim Survivel-Training kommt es nicht darauf an einen Edelstahl-Rambo-Dolsch zu besitzen, sondern einige Grundkenntnisse zu haben.
Mit einem einfachen Messer lässt sich Magnesium abschaben. Diese Späne entzünden sich mit wenigen Funken und werden extrem heiß. Die Funken erzeugen wir durch schnelles Vorbeiziehen des Messers am Stab. Insofern ist das schon eine Lösung an sich. Wir benötigen nur noch trockenes, leicht entflammbares Kombustibel (Brennmaterial) getrocknete Blätter sind da ganz gut. Der Aufbau eines Feuers ist allen bekannt. Meist wird es aus Unkenntnis erstickt, zum Verbrennen wird Sauerstoff benötigt. Wenn es denn mal brennt, sollte man auch den Nachschub gleich vorweg mit trocknen. Weniger ist auch beim Feuermachen oft mehr. Also sollte man schon morgens Ausschau nach geeigneten Materialien halten, diese sammeln und gegen Feuchtigkeit schützen.
Dann steht eurem Feuer nichts mehr im Weg. Bei langer Trockenheit ist ein Feuer in der Natur aber auch sehr gefährlich. Waldbrände entstanden schon durch weggeworfenen Zigarettenkippen. Selbst Glasscherben können durch den Spiegeleffekt Brände verursachen. Also bitte sorgsam mit der Natur umgehen. Sie wird es Ihnen danken.
Jetzt wollt ihr noch wissen was Trollrotz ist, Brennpaste natürlich! Die aber wird aus nordischem Trollrotz gewonnen.

















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Kommentare
Danke Dir, die Stäbe kosten nicht viel, gibt es in frast jedem Outdoor-Laden.
Können sehr nützlich werden.
Ein interessanter Artikel.
Hmm, ich muss mir mal einen Magnesiumstab zulegen.
Ja, bevorzugt an Buchen. Aber sehr gerne an Totholz.
Ich denke die Zunderschwämme wachsen gerne an Buchen...?
Danke dir. Deine Begeisterung steckt mich an, noch besser zu werden.
Alchimisten, Herkünfte von Sprichwörtern, Geschichte und alles in allem: Wissen, Wissen, Wissen - alles Dinge, die mich sehr interessieren und ich hab' sie mal wieder perfekt versammelt in deinem Artikel gefunden! Da wird's in diesem Jahr noch ma ein ganz anderes Gefühl sein, ein Streichholz zu entzünden, um eine Kerze vom Adventskranz brennen zu lassen! Toll!
Danke Euch, ist wirklich nicht ganz einfach. Auf Märkten habe ich meist den
Vorführeffekt, da klappt das dann nicht. Dafür nehm ich dann meinen Zauberstab,
einen alten Weinstock. Unten ist ein Loch, und da klemm ich Alleszünder rein.
Wenn das Handwerk hapert, kommt die Magie zum Zuge. Aber ich hab auch schon oft auf diese Weise Feuer gemacht.
Toller Artikel! Ich muss irgendwo noch einen Feuerstein und ein bisschen Zunder rumliegen haben, hat mir meine Mutter vor vielen, vielen Jahren mal mitgebracht, und ich werf ja nichts weg ... Aber ich hab's nie ausprobiert, damit Feuer zu machen, und wenn ich deine Anleitung hier lese, wäre es mir sicher auch nicht gelungen. Scheint doch nicht so leicht zu sein!
Das wusste ich wirklich nicht. Als Kinder haben wir immer versucht, allein mit Steinen Feuer zu machen. Zum Glück ist uns das nie gelungen.
Super Artikel, danke schön.
Toll aufgearbeitete Historie!!
Feurige Grüße
Efes