Google Adsense – passende Werbung für die Website?

Google Adsense auf Pagewizz vorzustellen, hieße wohl, Eulen nach Athen zu tragen. Es handelt sich um die Werbelinks auf jeder Seite, die interessante, zum Thema der Seite passende Inserate einblenden sollten. Wohlgemerkt – zum Thema passend. Denn wenn die Besucher meiner Seite nach Rezepten für Weihnachtskekse suchen, wird ihre gleichzeitige Aufmerksamkeit für – sagen wir einmal Golfzubehör – möglicherweise begrenzt sein. Man würde erwarten, dass Adsense keksbezogene Werbelinks einblendet. Ich habe das ausprobiert. Zum Stichwort Weihnachtskekse blendet Google (auf der eigenen Seite) gleich gar keine Adsense-Links ein, was ich ungeschickt finde, nebenbei gesagt. Zwar verstehe ich, dass sich selbst gebackene Weihnachtskekse schlecht kommerzialisieren lassen. Doch würde ich als Weihnachtsgeschenks-Onlineshop meine Werbung lieber in eine Weihnachtskeksseite einblenden als um das Keyword "Weihnachtsgeschenke" zu kämpfen, bei dem die Konkurrenz übermächtig ist. Da ginge ich doch lieber davon aus, dass Menschen, die Weihnachtskekse backen, auch etwas verschenke wollen und würde meine Adwords-Links auf den Keksseiten einblenden. Doch ich betreibe keinen Online-Shop für Weihnachtsgeschenke und so soll mich das nicht weiter kümmern.

Welche Werbung passt zu Schriftstellern?

Doch was mich kümmert: Auf meinem gestrigen Pagewizz-Artikel über den "National Novel Writing Month" finden sich keine Adsense-Links zu Büchershops oder Schreibsoftware. Auch nicht zu Druckdienstleistern, nicht einmal zu jenen ominösen Verlagen, die mir sonst überall ins Gesicht springen und die mir ohnehin nicht willkommen wären.

Nein, was lese ich auf dieser Seite, auf der es ausschließlich um ein kollektives Schreibprojekt zum Schreiben von Romanen geht? 

  • Forex-Konto: 2000 Euro Bonus
  • Förderung für Unternehmen: Lassen Sie Ihr Geld nicht bei Unternehmerseite liegen
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Adsense Screenshot (Bild: http://pagewizz.com/nanowri...)

Schriftsteller als Goldsucher?

Nun sind Schriftsteller, die beim NaNoWriMo schreiben, selten Bestsellerautoren. Eher sind es Leute, die gerne schreiben, vielleicht schon das eine oder andere Mal veröffentlicht haben, aber mehr vom großen Durchbruch als Romanautoren träumen. Und dass man vom Schreiben nicht reich wird, jedenfalls gefühlte 99,9% der Autoren nicht, erleben diese Leute täglich. Diese Leute als Zielgruppe für hochspekulative Devisengeschäfte auszusuchen, und um nichts anderes scheint es sich bei diesem Forex-Konto zu handeln, scheint mir doch ein bisschen verwegen.

Dass die Schriftstellerei etwas mit Selbstständigkeit zu tun haben könnte, verstehe ich noch. Hoffen wir, dass nach Abschluss des NaNoWriMo viele Autoren einen lukrativen Verlagsvertrag in den Händen halten und das WIFI-Unternehmertraining brauchen.

Als Goldsucher fühlen sich Schriftsteller durchaus manchmal, wenn sie nach der zündenden Idee oder der rechten Formulierung suchen. Aber ob da ein Metalldetektor hilft, sei einmal bezweifelt.

Und für ein paar Cents seine persönlichen Daten an alle möglichen Firmen verkaufen, indem man Umfragen ausfüllt? Wer das als Schriftsteller nötig hat, ist besser dran, wenn er bei den Nachbarn Rasen mäht oder für Textbörsen schreibt. 

All diesen Adsense-Einblendungen ist jedoch gemein, dass ihre Stichwörter nicht zu den Stichwörtern der Seite passen, bei denen es doch um das Schreibprojekt nanowrimo geht, bei denen Autoren einen Roman schreiben.

SEO für Dummies

Nun muss ich zugeben, dass ich mit diesen "SEO-Dingen" etwas "ungefähr" umgehe. Ich bin im Prinzip der Überzeugung, dass ein Text, der für Leser geschrieben ist und beim Thema bleibt, in etwa die richtige Keyworddichte samt zugehörigen Synonymen haben müsste. Google behauptet immerhin, dass es Inhalte vorreiht, die für Leser relevant sind. Demnach müsste im Umkehrschluss ein Text, der für Leser relevant ist, auch für Google relevant sein. Deshalb habe ich meine Keywords im Hinterkopf, mehr aber auch nicht. Außerdem: Wer weiß denn, wann Google wieder seinen Algorithmus ändert? Wenn meine Seiten hochpräzise auf den aktuellen Algorithmus optimiert sind, muss ich dann nach dem nächsten Zoo-Update alles umschreiben? Mit diesem Problem verdient ein ganzer Wirtschaftszweig seine Brötchen, ich gehöre ich nicht dazu.

Jetzt geben mir meine Adsense-Einblendungen aber schon zu denken: Wenn Google überhaupt nicht erkennt, worüber ich schreibe, habe ich vielleicht etwas falsch gemacht. Deshalb habe ich den SEO-Affen bemüht und eine Keywordanalyse für meine Seite durchgeführt:

  • Das Wort "Roman" kommt bei 594 Wörtern 15 Mal vor, das ist eine Keyworddichte von 2,5 Prozent.
  • "Schreiben" kommt auch 15 Mal vor, drei Mal die Kombination "Roman schreiben".
  • "Autor" kommt 14 Mal und "Autoren" acht Mal vor, "Autorin" fünf Mal "Autorinnen" fünf Mal. Zusammen habe ich also 32 Mal irgend etwas mit "Autor" geschrieben, das ist eine Keyworddichte von fünf Prozent.
  • Dazu kommen noch sieben Schriftsteller und Schriftstellerinnen. Google erkennt doch Synonyme, ja?

Für ein rein intuitives SEO finde ich das gar nicht schlecht. Die Keyworddichte für "Gold", "Umfragen", "Bonus" oder "Geld verdienen" ist übrigens Null. Ich erkläre mich für unschuldig.

Diese Seite wurde übrigens überhaupt nicht nach Keywords optimiert. Sie enthält Stichwörter von Weihnachtskeksen bis zu Metalldetektoren. Ich bin gespannt, was Adsense daraus macht.

 

Wer wissen möchte, welche Stilblüten Adsense auf anderen Pagewizz-Seiten hervorbringt, kann hier weiterlesen:

http://pagewizz.com/adsense-stilblueten-auf-pagewizz-seiten/

Alice_Alphabet, am 06.11.2011

Kommentare


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Alice_Alphabet am 06.11.2011

Ja, die Werbung ist möglicherweise temporär weg, weil ich bisher gar keinen eigenen Adsense-Account hatte und ich gerade erst freigeschalten werde. Jedenfalls steht das in einem Mail, das ich bekommen habe.

Ich schwöre aber, dass ich niemals nach Metalldetektoren zur Goldsuche gegoogelt habe. Auf diese Idee wäre ich selber gar nicht gekommen.

susivital am 06.11.2011

Also ich sehe auf dieser Seite im Moment überhaupt keine Anzeigen!
Ansonsten geht es mir auch so, dass ich häufig die Werbung zu sehen bekomme, nachdem ich gerade vor kurzem gesucht habe. Im Moment geht mir die Center Parcs Werbung massiv auf den Keks. Wenn ich meinen Artikel darüber aufrufe, um ihn zu twittern oder zu verlinken, sehe ich stundenlang danach nur noch Center Parcs...

Alice_Alphabet am 06.11.2011

Hallo! Willkommen hier! Ja, hier stimmen die Einschaltungen auch bei mir, obwohl ich ein vielseitig interessierter Mensch bin und heute schon alles mögliche von Katzenhaltung bis zu Wadenkrämpfen angeschaut habe.

Ich habe heute viel beobachtet, was so eingeblendet wird und mein Eindruck ist: Mit klassisch kommerziellen Begriffen wie "SEO", "Gebrauchtwagen", "Kreditvergleich", "Gartenmöbel", "Weihnachtsgeschenke", "Erotikversand" oder "Online Casino" hat Google gar kein Problem. Mit abstrakten oder finanziell bescheidenen Themen wie "Kinderlieder singen", "das eigene Karma verbessern", "Evolution des Flirtverhaltens" oder "Ketchup selber herstellen" tut es sich weit schwerer.

Mein Artikel übers Schreiben verwundert mich dennoch ein bisschen, da es für mich von der Kommerzialisierbarkeit her in der Mitte zwischen "Sternschnuppen zählen" und "Versicherung abschließen" liegt. Vor allem werden auf derartigen Seiten oft jene Verlage eingeblendet, die ich nicht nennen mag, um meine Seite frei von jenem Keyword zu halten. Insofern habe ich Glück gehabt, das Google nicht recht weiß, was es mit der Seite anfangen soll.

Und klar, ich mach mir auch einen Spaß draus. Ich denke ja, dass Google Adsense ganz überwiegend gut arbeitet. Aber das Schreiben lohnt sich eher dort, wo es versagt. :))

mupf66 am 06.11.2011

lach - da dachte ich bisher, nur bei mir wäre das so!
Klasse Artikel und klasse, dass jemand den Mut hat, darüber zu schreiben.
Ist ja immerhin schon fast "Gotteslästerung" :-)))

Däumchen und LG ricci

chefkeem am 06.11.2011

Auf dieser Seite stimmen die Anzeigen schon. Bei manchen Themen dauert es Tage oder sogar Wochen, bis Google mehr relevante Anzeigen liefert. Auch kommt es auf die persoenlichen Daten des jeweiligen Besuchers an. Google weiss, welche Webseiten ich zuletzt angesehen hatte, und dann setzen sie mir die entsprechende Werbung vor. LG Achim

KreativeSchreibfee am 06.11.2011

Sehr schön auf den Punkt gebracht.
Ja, ich habe mich auch schon oft gewundert, welch merkwürdige Adsense Werbungen in meinen Artikeln zu finden sind, die absolut nichts mit den Themen zu tun haben.
LG Kerstin

Autor seit 2 Jahren
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