Wasser statt Toilettenpapier

Was ist besser für die Hygiene?

Es gibt Dinge und Bedürfnisse, an denen kommt auf dieser Welt kein Mensch dran vorbei und doch werden gerade die notwendigsten aller Geschäfte je nach Kulturkreis unterschiedlich gehandhabt. Bei »dem Geschäft«, wie der Gang zur Toilette gerne in der Absicht diskret zu wirken, genannt wird (ein Begriff der übrigens tatsächlich daher kommt, dass die Römer auf ihren öffentlichen Latrinen nebenher Geschäfte machten) kommt zumindest auf deutschen Toiletten bisher weitestgehend das Toilettenpapier zum Einsatz. Hat sich ja auch bewährt, könnte man meinen. Doch viele Experten im Bereich der Hygiene sehen dies inzwischen anders. Insbesondere trockenes Toilettenpapier reinigt ihrer Meinung nach den Intimbereich nicht sauber genug und kleine zurückgebliebene Verschmutzungen können die betroffene Haut schädigen. Die Schlussfolgerung, dass demnach feuchtes Toilettenpapier ideal sei, ist hingegen ein Trugschluss. Feuchtes Toilettenpapier kann Reizungen oder im schlimmeren Fall Entzündungen hervorrufen, da es Duftstoffe und Konservierungsstoffe beinhaltet. Neben der rein hygienischen Betrachtung, mag der Heimwerker vielleicht auch anmerken, dass übermäßiger Gebrauch von Toilettenpapier zu Verstopfungen der Abwasserrohre führen kann.

Was ist die Alternative zu Toilettenpapier? Viele Ärzte sagen ganz klar Wasser. Wasser statt Toilettenpapier wurde schon früher in anderen Kulturkreisen zur Reinigung des Hintern verwendet, etwa in arabischen Ländern oder auch in Indien. Allerdings kam hier auch die Linke (»unreine«) Hand zum Einssatz, etwas was hierzulande aufgrund unseres Hygieneverständnisses unvorstellbar wäre. Dennoch ist das Reinigen mit Wasser statt Toilettenpapier auch hier auf dem Vormarsch, jedoch in Form einer berührungslosen Sanitärtechnik. Die Lösung ist das Dusch WC (Duschklo), eine Mischung aus Toilette und Bidet.

Wer hat’s erfunden?

Es ist in der Tat schon über ein halbes Jahrhundert her, als ein Schweizer das Dusch WC erfunden hat. In unseren Regionen konnte es sich aber lange Zeit überhaupt nicht durchsetzen und geriet, außer im medizinischen Bereich, praktisch gänzlich in Vergessenheit, oder wurde als typisch japanische Kuriosität betrachtet. Japanisch? Stimmt schon, in Japan wurde das Dusch WC bereits in den 1980er Jahren populär und hat sich rasant verbreitet. Heute besitzen dort schon etwa die Hälfte aller Haushalte ein Dusch WC.

Die Montage eines Dusch WC

Was benötigt man um eine Dusch WC zu installieren?

Um eine Dusch WC zu installieren benötigt man nicht viel und man muss auch kein ausgesprochen handwerkliches Geschick besitzen oder gar Sanitärinstallateur sein. Man muss lediglich den bestehende WC Sitz/Klodeckel abmontieren und den Dusch WC-Aufsatz stattdessen anschrauben.

Zudem wird eine Steckdose benötig, die in Japan inzwischen längst standardmäßig unter dem WC angebracht ist. Bei Neubauten sollte man möglichst gleich an einen zusätzlichen Wasseranschluss denken, der aus der Wand kommt. Ist dieser nicht vorhanden, muss man eben den Spülkasten öffnen und dort mit Hilfe eines T-Stücks die Leitung an das Zulaufrohr anschließen, was in der Regel kein Problem darstellt.

Wasser statt Toilettenpapier ist hygienischer

Weshalb Proktologen das Dusch WC empfehlen

Sicherlich muss man sich mit dem Gedanken, dass ein Wasserstrahl beim Dusch WC das Toilettenpapier ersetzt, erst anfreunden. Dass dies eine Umstellung ist, steht auch außer Frage, ebenso, dass es Leute gibt, die sich dies überhaupt nicht vorstellen können oder möchten. Dennoch sind Proktologen, die Fachärzte für diesen Bereich, vom Dusch WC überzeugt, da die Analdusche eine gründliche und zugleich reizarme Säuberung darstellt. Ein großer Vorteil besteht auch für diejenigen, die unter Hämorrhoidenproblemen leiden, da Wasser statt Toilettenpapier eine schmerzfreie Reinigung gewährt. Die Entwicklung im medizinischen Bereich geht jedoch teilweise noch weiter. So gibt es vereinzelt sogar schon Dusch WC mit integriertem Hightech, die den Zuckerwert im Urin bestimmen, Körperfettanteile, Blutdruck und Puls messen und diese dann über das Handy an den Hausarzt übermitteln. Wer hat's erfunden? Diesmal kein Schweizer, sondern ein Japaner …

Weitere Vorteile des Dusch WC

Komfort auf dem »Stillen Örtchen«

Neben der primären Technik, dass Wasser statt Toilettenpapier zur Reinigung des Intimbereichs verwendet wird, haben Dusch WC je nach Modell und Ausführung noch weiter Vorteile, die die Nutzung teilweise auch sehr komfortabel machen. So gibt es etwa Dusch WC die einen beheizten WC-Sitz haben oder andere bei denen der Wasserstrahl wohl temperiert werden kann. Um dort zu reinigen wo gewünscht lässt sich etwa zudem der Wasserstrahl nicht nur dosieren, sondern auch in seiner Position ändern.

Als medizinisches Hilfsmittel anerkanntes Dusch WC
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Doch nicht nur starre Einstellungen lassen sich bei manchen Dusch WC vornehmen, sondern auch dynamische, wie etwa einen pulsierenden Wasserstrahl oder einen der sich vor und zurück bewegt. Das rundum Sorglospaket bietet ein Dusch WC mit beheizter Klobrille, pulsierendem und bewegendem Wasserstrahl, dessen Temperatur man ebenso regeln kann, wie die Temperatur des nach der Reinigung einsetzenden Gebläses zur Trocknung. Und was bei nobleren Autos schon lange möglich ist, findet man auch in der Sanitärtechnik wieder – das programmierte Benutzerprofil für die individuelle automatisierte Einstellung des Dusch WC.

Mag manches, wie das Benutzerprofil, derzeit noch lustig klingen, so hat das technisch reich ausgestattete Dusch WC gerade auch bei kranken und behinderten Menschen nicht nur Berechtigung, sondern große Vorteile. Nicht zuletzt deshalb, wird das Dusch WC für Menschen die beim Toilettengang auf fremde Hilfe angewiesen sind, meist von Kranken- und Pflegekassenkassen als medizinische Hilfe anerkannt.

Efes, am 13.09.2012
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