Die Legende(n) des Ursprungs

Die chinesische Legende

Der chinesischen Legende nach machte der Kaiser Shen Nung (2737-2697 v. Chr.) einen Spaziergang durch seinen Garten.

Während einer Rast, in der er sich eine Tasse Wasser abkochen ließ wehte der Wind dann 3 Blätter eines nahe gelegenen wilden Teebaumes in seine Tasse.

Sofort färbte sich das Wasser und ein wundervoll aromatischer Duft stieg ihm in die Nase. Seitdem wollte der Kaiser nichts anderes mehr trinken.

Die japanische Legende

In Japan gibt es die Legende von Bodhidharma (495 n. Chr.). Er war der erste Missionar des Buddhismus in China.

Ihm sollen während einer Meditation die Augen zugefallen sein, so dass er einschlief. Darüber war er so erbost, das er sich seine Augenlider abschnitt, und diese zu Boden warf. Die Augenlider schlugen Wurzeln und daraus wuchsen zwei Sträucher mit grünen Blättern.

Als Bodhidharma von diesen Blättern probierte verschwand sofort seine Müdigkeit und er fühlte sich vollkommen erfrischt.

Übrigens benutzt man in Japan für Tee und Augenlid das selbe Schriftzeichen.

Die indische Legende

Nach der indischen Legende begab sich der Missionar Darma auf eine Pilgerreise nach China. Er legte das Gelübde ab, während der ganzen, immerhin siebenjährigen Reise, nicht zu schlafen sondern nur zu meditieren.
Nach fünf Jahren überkam ihn allerdings eine dermaßen starke Müdigkeit, sodass er sich nur noch durch Spaziergänge wach halten konnte.
Während diesen Spaziergängen pflückte er Blätter von Sträuchern um ihn herum und zerkaute sie. Diese Blätter hielten ihn dann die restlichen zwei Jahre wach.

Der wahre Ursprung...

...liegt wohl wirklich in China. Als sicherste Quelle dafür gilt die 221 v. Chr. erstmals in chinesischen Schriftrollen erwähnte Teesteuer. Aber man geht davon aus, das Tee erst nur zu medizinischen Zwecken verwendet wurde. Als Genußmittel began der Aufstieg des Tees dann erst ab ca. 600 n. Chr.
Bücher rund um das Thema "Tee"
Die Welt des Tees
Das Buch vom Tee
Tee

Teekultur - andere Länder - andere (Tee) Sitten

China

Als Ursprungsland gibt es in China natürlich die älteste Teekultur. In China sagt man: "Tee erleuchtet den Verstand, schärft die Sinne, verleiht Leichtigkeit und Energie, und vertreibt Langeweile und Verdruss."

 

Japan

Auch die japanische Teekultur hat ihre Wurzeln in China. Hier hat sich allerdings mit der Zeit ein Teeritual entwickelt, bei der das Teetrinken selber fast schon in den Hintergrund rückt. Ein Sprichwort aus Japan besagt: "Ein Bad erfrischt den Körper, eine Tasse Tee den Geist."

 

England

In England wird Tee zu jeder Tageszeit getrunken. Aber außerhalb Großbritanniens bekannt ist whl hauptsächlich der "five o'clock tea". Dieser beruht  auf der Legende, dass eine Herzogin von Bedford, die Anfang des 19. Jahrhunderts lebte, Nachmittags regelmäßig ein Hungergefühl verspürte und sich einen Imbiss und ihren Tee kommen ließ. Mit der Zeit lud sie dann immer öfter Gäste zu dieser kleinen Zwischenmahlzeit ein, und schon war der "five o'clock tea" geboren. In England gibt es das Sprichwort: "Der Weg zum Himmel führt an der Teekanne vorbei."

 

Südamerika

Für die Ureinwohner Südamerikas ist Mate Tee das Volksgetränk. Er wird beschrieben als "Grünes Gold der Indios" oder als "Trank der Götter". Auch hier gibt es wieder eine Legende, die besagt, dass vor ca. 1000 Jahren ein Gott den Guarani-Indianern die Pflanze und das komplizierte Rezept zur Aufbereitung der Blätter übergeben hat. Seitdem ist es aus dem Alltag von Millionen Südamerikanern nicht mehr wegzudenken.

Weitere interessante und kuriose Dinge über den Tee

 

  • Wer in Ägypten eine Einladung zum Tee ausschlägt gilt als ausgesprochen unhöflich.
  • Friedrich II von Preußen bezeichnete den Tee als "Drachengift aus China" und sprach am 20. Mai 1777 ein generelles Teeverbot aus. Er kam damit aber nicht durch, weil sich insbesondere die Ostfriesen ihren Tee nicht verbieten lassen wollten.
  • Der teuerste Tee der Welt ist der "Big Red Robe". Für 100gr. dieses Tees wurden auf Versteigerungen schon 10 000 € erziehlt.
  • Mitte des 19. Jhd. wurden so genannte Tee-Rennen veranstalltet. Das bekannteste ist das grosse Tee-Rennen von 1866
  • Das erste Buch des Tees wurde im 8. Jh. geschrieben. Es handelt sich um ein dreibändiges Buch, das der Chinese Luh Yü im Auftrag einiger Teehändler schrieb. Luh Yü wurde noch viele Generationen später als Schutzpatron des Tees verehrt.
  • Die Legende vom Earl Grey Tee: Bei der Earl Grey Mischung handelt es sich im wesentlichen um eine Mischung aus chinesischem Schwarztee und Bergamottöl. Der Legende nach wurde Charles Grey, der zweite Earl Grey und zukünftiger britischer Premierminister zum Londoner Hafen gerufen, weil auf einem Schiff die Ladung Tee und die Ladung Bergamottöl während eines Sturms durcheinander gefallen waren. Da er aber die ganze Ladung nicht über Bord werfen wollte, ließ er Freunde und Verwandte die neue Mischung probieren. Da alle davon begeistert waren, war eine neue Teemischung geboren, die fortan seinen Namen trug.
  • Erblüh Tee, hierbei handelt es sich um kunstvoll gebundene Kugeln aus Tee, die sich in warmem Wasser zu einer Blüte entfalten.

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  • In Ostfriesland gilt es als "Todsünde" den Tee zu rühren. Der Löffel dient nur dazu, zu signalisieren, dass man keinen Tee mehr möchte. (Dazu legt man in dann einfach in seine Tasse).
  • Die Entstehung des Teebeutels beruht wohl auf einem Missverständnis zwischen dem US-amerikanischen Teehändler Thomas Sullivan und seinen Kunden. Bis dato hatte Sullivan Teeproben immer in großen und teuren Blechdosen versandt. Das war aber eben sehr kostspielig, deswegen entschied sich Sullivan Teeproben portioniert in kleinen Seidenbeuteln zu verpacken und diese anstatt der Dosen zu verschicken. Seine Kunden verstanden seine Intention allerdings falsch und hielten es für eine geniale Idee, da sie die Teeproben samt dem Seidensäckchen aufgossen und somit das Abseihen des Tees oder das Umfüllen in eine zweite Kanne vermieden. So wurde die Idee des Teebeutels geboren und war wegen des hohen Komforts bei der Teezubereitung höchst beliebt.

Text © Monika Rosenbaum

monros, am 06.11.2010
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Bildquelle:
Adriano (Die japanische Teezeremonie - einer der Wege des Zen-Buddhismus)

Autor seit 4 Jahren
107 Seiten
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