"Wegen dir kriege ich noch graue Haare!"

Wie schnell wir Menschen grau werden, das bestimmen vor allem unsere Gene. Doch auch Schicksalsschläge und anhaltender Stress können uns vorzeitig ergrauen lassen.

Hunden geht es ähnlich: Forscher haben festgestellt, dass Stresshormone bei besonders ängstlichen und impulsiven Hunden dafür sorgen, dass diese Hunde im Gesichtsbereich frühzeitig graue Haare bekommen.

Vor allem betroffen sind Hunde, die Angst vor lauten Geräuschen, unbekannten Menschen und Tieren haben.

Kommt mit dem Alter auch die Gelassenheit?

Hundebesitzer von Senior-Hunden kennen das wahrscheinlich: Ältere Hunde wirken oft besonders souverän, abgeklärt und cool.

Doch unter der ruhigen Oberfläche kann es ganz schön brodeln: Eine Studie hat anhand der Messung von Stresshormonen bei jungen und älteren Hunden festgestellt, dass ältere Hunde in stressigen Situation durchaus intensiv emotional reagieren.

Sie haben jedoch häufig gelernt, ihre Reaktionen zu kontrollieren und sich die innere Belastung kaum anmerken zu lassen.

Hat eigentlich schon einer Kontaktlinsen für Hunde erfunden?

Wenn wir Menschen älter werden, nimmt unser Sehvermögen ab: Plötzlich können wir Dinge auf die Entfernung nicht mehr so gut erkennen wie früher – wir werden kurzsichtig.

Vielen Hunden geht es ähnlich. Hundehaltern, die viel mit Handzeichen arbeiten, wird deshalb empfohlen, ihre Gesten etwas deutlicher zu machen oder alternativ auf Stimmsignale zu setzen.

"Ach, der wedelt mit dem Schwanz, der freut sich!"

Dass Schwanzwedeln beim Hund nicht immer nur Freude bedeuten muss, das weiß inzwischen sicher jeder, der sich einigermaßen mit Hunden auskennt.

Faszinierend ist aber, dass wir aus der Schwanzbewegung tatsächlich herauslesen können, ob der Hund positive oder negative Emotionen fühlt. Ganz einfach: Wedelt er mit der Tendenz nach rechts, ist er positiv gestimmt. Wedelt er mit der Tendenz nach links, ist er negativ gestimmt. Auch bei Artgenossen wissen Hunde diese Signale auf dieselbe Weise zu deuten.

Wichtig: Immer aus der Sicht des Hundes betrachten!

Wie sich dieses Phänomen erklären lässt: Wie beim Menschen wird die rechtsseitige Bewegung von der linken Gehirnhälfte gesteuert und umgekehrt. Die linke Gehirnhälfte ist für die positiven Emotionen verantwortlich, die rechte Gehirnhälfte sorgt eher für negative Empfindungen.

Hunde haben es offenbar gerne fair und freundlich ...

... zumindest, was die Interaktion von Mensch zu Mensch betrifft. Wenn jemand Frauchen oder Herrchen unfreundlich behandelt, distanzieren sich viele Hunde von dieser Person.

Aber: Menschen, die dem Besitzer des Hundes unterstützend zur Seite stehen, werden vom Hund gegenüber neutralen Personen nicht bevorzugt.

Die Forscher vermuten: Helfen ist für Hunde ein ganz normales und selbstverständliches Verhalten.

Den Erfolg des Hundetrainings um 40 Prozent steigern?

Kein Problem, geht ganz einfach: Das Training statt mit einer Ruhephase lieber durch eine kurze Spieleinheit abschließen.

Forscher haben festgestellt, dass im Training gelernte Inhalte auf diese Weise beim Hund deutlich schneller und besser abrufbar waren.

Gibt es tatsächlich Hundenamen, die Glück oder Unglück bringen?

Viele Menschen überlegen sich gut, welchen Namen sie ihrem Hund geben.

Schließlich mag es ja sein, dass der Hundename doch etwas mit dem Wohlergehen des Hundes zu tun haben könnte … wer weiß?

Hundenamen wie Happy ("glücklich") oder Felix ("der Glückliche"), Max ("der Größte") oder Joy ("Freude") sind deshalb bei Hundehaltern besonders beliebt.

Und es scheint tatsächlich "glückliche" und weniger glückversprechende Hundenamen zu geben. Durch die Auswertung und den Vergleich von Tierversicherungspolicen stellte eine Studie fest, dass Hunde mit dem Namen Bruno (dem "unglücklichsten" Namen der Liste) 7 mal häufiger wegen Unfällen oder Krankheiten vom Tierarzt behandelt werden mussten, als Hunde mit dem Namen Luna (dem "glücklichsten" Namen der Liste).

Woran das liegen mag? Darauf haben die Forscher noch keine Antwort gefunden.

Eine Vermutung: Die Vorliebe für einen bestimmten Hundenamen könnte mehr mit der Persönlichkeit des Halters zu tun haben und weniger mit dem Hund oder dem Namen selbst.

Welche Hundenamen denn am meisten Glück bringen sollen? - Auf Luna folgen die Namen Olly, Skye, Freddie, Paddy, Ted, Bertie, Coco, Minnie und Teddy. 

Hunde mögen es modisch schlicht(er)

Wer in freier Natur auf ein grell gefärbtes Insekt oder auf eine bunt gestreifte Schlange stößt, dem wird vielleicht instinktiv ein bisschen unbehaglich zumute. Kontrastreiche Streifenmuster gelten in der Tierwelt als Warnfarbe.

Das scheinen auch Hunde zu wissen: Nähert sich ihnen ein Mensch, der ein Shirt mit auffälligem Muster in Längsstreifen trägt, reagieren sie eher unsicher, unterwürfig und nervös.

Wer also einen guten ersten Eindruck hinterlassen möchte, der sollte beim Welpenkauf oder Tierheimbesuch lieber auf einen dezenten Look setzen.

Was tut mein Hund da eigentlich ...?

Vermutlich hat sich schon jeder Hundebesitzer einmal diese Frage gestellt: Warum drehen sich Hunde eigentlich oft einige Male im Kreis, bevor sie sich zum Ausruhen auf ihre Decke oder in ihren Hundekorb legen?

Forscher haben festgestellt, dass Hunde dieses Verhalten vor allem dann zeigen, wenn sie sich auf eine weiche, aber unebene Unterlage legen möchten.

Eine mögliche Erklärung mag also sein: Die Hunde versuchen durch dieses Verhalten, sich ihren Ruheplatz ein bisschen bequemer zu machen.

(K)Eine Überraschung zum Schluss ...

Und zum Abschluss noch ein kleines Experiment, das Stanley Coren ganz ohne wissenschaftliche Unterstützung, sondern in Eigenregie durchführte. Manchmal – so schreibt er – reicht es nämlich schon, einfach nur zu schauen und zu zählen.

Herausfinden wollte der Hundepsychologe, wie Passanten auf einen am Fenster sitzenden Hund reagieren. Corens Cavalier King Charles Spaniel Ripley stellte sich für dieses Experiment großzügig als Versuchskaninchen zur Verfügung. 

Zugegeben, das Ergebnis wird für die meisten Hundebesitzer vermutlich keine große Überraschung sein: 75 Prozent der Menschen, die am Fenster vorbeigegangen sind, mussten beim Anblick des Vierbeiners ganz spontan lächeln.

Corens Schlussfolgerung: Just looking at a dog can make you smile!

Stanley Corens "Canine Corner"

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Wer Lust hat, mehr von Stanley Coren zu lesen, findet seine (englischsprachigen) Blog-Beiträge im Canine Corner der Psychology Today.

Stanley Corens Bücher in deutscher Sprache:
Michaela, vor 20 Tagen
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Bildquelle:
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