Bücher, die einem zufallen oder die man gezielt sucht

Im Laufe eines Lebens fallen einem vermutlich zahlreiche Bücher in die Hände, die genau zu der Zeit ihren Sinn und Nutzen haben. Mal sind es berufsspezifische oder handwerkliche Bücher, mal Bücher, die in Liebes- oder Beziehungsfragen hilfreich sein können, mal aber auch spirituelle Bücher. Letztere, so meine Erfahrung, sucht man sich meist gezielt aus, wenn eine Krise das Leben kräftig durcheinander wirbelt, man nicht mehr genau weiss, ob das, was man getan hat oder gerade tut, noch richtig ist, Sinn macht oder erfüllend ist.
Vielleicht wird einem auch bewußt, dass man Jahre seines Lebens eher materiell eingestellt war, im Außen gelebt hat und/oder sein Innerstes dabei vergessen hat. Man schätzte es, die Kontrolle über das Leben zu haben, aber mit einemmal scheint sie hier und da zu entgleiten.

Viele kluge, welterfahrene Menschen aller Zeiten haben dazu unzählige Bücher geschrieben, Vorträge gehalten und jeder von ihnen spricht mit seiner/ihrer Art bestimmte Leser an.

Mir persönlich haben in den letzten Jahren vor allem Bücher von Osho, E. Tolle, Deepak Chopra, Rüdiger Schache und Anselm Grün sehr viel gegeben. Sie berühren sowohl mein Herz als auch meinen Geist und hinterlassen immer ein Wohlgefühl.

Vor ein paar Monaten kam noch ein weiterer Autor hinzu, der mir bis dato unbekannt war: Werner Ablass. Sein kleines Büchlein "Leide nicht – liebe" fiel mir durch "Zufall" in einem sozialen Büchermarkt in die Hände. Der Titel sprach mich gleich an und 2 Euro waren sicher keine Fehlinvestition. Ich sollte Recht behalten.

Worum geht es auf diesen 200 Seiten? Werner Ablass fasst mit einfachen, klaren Worten die Essenz des Lebens zusammen: Es ist AGAPE - die LIEBE ohne Objekt. Wie man sie erreicht, wenn man nur Willens ist und übt, das ist im Folgenden zusammengefasst.

Auf der Suche nach "dem" Ratgeber für ein gutes Leben

Viele Jahre seines Lebens war Werner Ablass (Jahrgang 1949) selbst ein Suchender. Etwa 30 Jahre hat er sich intensiv mit Weisheitslehren, Erfolgsphilosophien, mentalen Techniken und spirituellen Methoden beschäftigt. Erst im Jahr 2006 stiess er auf den Text eines Buches von Taddeus Golas, das schon seit 1971 auf dem Markt war und den Titel trägt: "Der Erleuchtung ist es egal wie du sie erlangst." Es schlummerte lange Zeit als Datei auf seinem PC, denn zu diesem Zeitpunkt gab es dieses nicht mehr zu kaufen. Die Erkenntnisse daraus und der eingeschlagene Übungsweg veränderten sein Leben in nur 6 Monaten. Diese Texte taten ihm gut und motivierten auf einfache, aber klare Art und Weise.

Das Prinzip der Resonanz

Krankheiten, Ängste, Phobien, Depressionen, Schmerzen, Enttäuschung, Trauer, Liebeskummer, Einsamkeit, fehlende Anerkennung, materielle Not, Arbeitslosigkeit – all diese Gründe lassen leiden. Nach Ablass gibt es aber keinen einzigen leidvollen Zustand, den die Liebe nicht zu heilen oder zumindest zu lindern vermag.

Unter LIEBE, um die es in diesem Buch geht, ist nicht die erotische Liebe (EROS) oder die freundschaftliche (PHILIA) gemeint, sondern eine von Personen, Umständen, Objekten und Bedingungen unabhängige Form der Liebe, die im Altgriechischen AGAPE genannt wird.
Der einzig egoistische Grund, warum man alles lieben sollte, ist der, dass es einem damit als Liebende/r einfach nur gut geht, da Liebe nichts anderes ist als eine hohe Schwingung. Alles im Universum schwingt, nicht nur Materie, sondern auch jeder Gedanke, jedes Gefühl und jeder geistige Zustand.

Es gibt hohe und niedrige Schwingungen und dementsprechend ist die Antwort (Resonanz) von Außen. Wie man also die Außenwelt erlebt oder sie sich einem zeigt, ist abhängig von der eigenen hohen (positiven) oder niedrigen (negativen) Schwingung. Wenn man von "Wir schwingen auf einer Wellenlänge" spricht, ist genau das gemeint, obwohl es sinnvollerweise heißen müßte "Wir schwingen mit derselben Frequenz" oder "Wir schwingen in Resonanz".

Wenn wir bewußt unsere äußere Wand (oder unser EGO, wie OSHO es auch nennt) weglassen, ist dahinter immer Liebe – AGAPE. Wir müssen sie nur einfach wieder hervor holen. Mit unserer inneren Grundhaltung sind wir immer Urheber unserer gesamten eigenen Realität.
So ist es mit der Liebe, mit Reichtum, mit Gesundheit, Erfolg. Unsere Schwingungsfrequenz auf allen Gebieten steigt nur an durch Zuversicht, Glaube und Liebe. Sich auf die Liebe einzuschwingen ist am sinnvollsten, da sie die höchstmögliche Schwingungsebene darstellt und man mit ihr die größtmöglichen Veränderungen erreicht.

AGAPE läßt sich zu jedem Zeitpunkt und in jeder Situation durch uns selbst erzeugen, weil sie nicht von äußeren Umständen, vergangenem und zukünftigem Denken abhängt. Das gelingt ganz leicht, indem man einfach immer wieder im Laufe des Tages das Wort "Liebe" oder "Ich liebe" denkt, ohne es empfinden zu wollen. Es einfach nur behaupten, das reicht schon. Energie fließt immer in die Richtung der Aufmerksamkeit. Es ist letztlich eine Entscheidung: Den inneren Zustand der Liebe mehr zu lieben als jedes andere Objekt deiner Liebe. Man liebt nun nicht mehr die Menschen, Dinge oder Situationen, weil man sie liebenswert findest, sondern man liebt einfach, weil man merkt, wie gut es einem dabei geht. Man berührt sein innerstes Wesen und ist in Harmonie mit sich selbst.Foto: Petra Anderson

Dieses "Lieben" ist kein religiöses Gebot oder ein ethischer Massstab, sondern allein die Erhöhung des eigenen Schwingungsniveaus, was zur Folge hat, dass man mit anderen Menschen (auch Tieren und Dingen) sorgsamer, fairer und respektvoller umgehen kann. Man soll sich dabei keineswegs innerlich verbiegen, sondern einfach so sein, wie man wirklich ist, so wie man denkt, so wie man fühlt.

Selbst, wenn man Antipathie für einen anderen empfindet oder sich ein negativer Gedanke einschleicht, dann - so nennt es Ablass- "umschließe oder umranke ihn einfach mit Liebe und liebe dich dennoch dafür, dass du ihn/sie/es momentan nicht lieben kannst."

Das Lieben, was jetzt gerade ist

Auch wenn das jetzige Leben, der Wohnort, der Beruf gerade nicht der eigenen Vorstellung entspricht, so kann man lernen, dennoch alles zu schätzen und zu lieben, denn auch Dankbarkeit, Anerkennung, Begeisterung, Faszination ist Liebe in anderer Form. Das Jetzt ist immer das Übungsfeld.

Wie sich oftmals zeigt, hilft alleine das wiederholte "Wünschen" nicht, etwas Anderes oder Besseres zu erreichen. Es ist ja auch nur eine Art der Schwingung, die der Kosmos als Echo zurückwirft. Das heisst, wenn man etwas sucht, wird man möglicherweise noch lange weiter suchen müssen nach dem, was man noch nicht hat. Bringt man aber einfach etwas mehr Liebe in seine gegenwärtige Situation, so braucht man sich um die Erfüllung seiner Sehnsüchte keine Sorgen mehr zu machen. Eine angenehme Vorstellung oder?

Lieben, was gerade ist, bedeutet: Man läßt alles so, wie es ist und fügt lediglich jeder Situation, jedem inneren Zustand, LIEBE hinzu oder anders ausgedrückt: Man gewöhnt sich einfach an, sich in allem und jedem zu lieben.

 

Liebe ist im Grunde alles, was wir ersehnen. Egal, wieviel Geld jemand besitzt, welche Position oder Erfolge er/sie vorweisen kann – fehlt die Liebe, ist er/sie dennoch "ein armer Hund". Jeder Arme oder Bettler mit wenig Geld im Geldbeutel, aber Liebe im Herzen, ist reicher und einem solchen, materiell reichen Menschen überlegen.

Wir lieben immer nur unsere Vorstellungen, wie etwas zu sein hat, um es lieben zu können. Das blockiert aber die Liebe und macht aus ihr bei Nichterfüllung manchmal sogar Ärger, Wut, Eifersucht, Neid, Mißmut, Enttäuschung und Anderes. Negative Emotionen sind laut Ablass nichts anderes als Liebe, die sich in ihrem Fließen blockiert fühlt.

 

Sich selbst lieben hat höchste Priorität

Der Mensch, der einem am nächsten steht, ist man selbst, darum ist Selbstliebe kein törichtes Ego-Spiel, sondern ein absolutes Muss. Nur mit der nötigen Liebe zum eigenen Ich und in einem selbst kann man sie auch anderen Menschen, Tieren, Dingen geben.
Konzentrieren sollte man sich dabei weniger auf bestimmte Dinge, Situationen, Menschen, sondern man sollte einfach alles lieben, was einem begegnet, was man gerade tut.

"Liebe manches und du erhältst manches,.liebe alles, und du bekommst alles" - so ein Zitat aus seinem Buch.

AGAPE in Unternehmen

Liebt ein Vorgesetzter seine Untergebenen in ihrer Persönlichkeit, in ihrem Sosein, werden sich die Mitarbeiter für ihren Chef die Hacken ablaufen, wenn sie sich respektiert und als Mensch anerkannt fühlen.

Liebt ein Chef seine Mitarbeiter aber nicht und erwartet lediglich gute Arbeit, dann kann er noch so begabt und visionär sein, wird aber niemals das aus seinen Mitarbeitern herausholen können, was wirklich in ihnen steckt und sie bereit sind zu geben.

Gesundwerden durch Selbstliebe

Es ist schwer, wenn nicht sogar unmöglich, seine körperlichen Beeinträchtigungen und Schmerzen zu lieben, aber Ablass rät dazu, sie dennoch mit Liebe zu umranken, mit Liebe zu durchdringen. Sich dagegen zu wehren, sie zu hassen, führt nur dazu, dass die Schmerzen und die Verzweiflung noch größer und quälender werden. Schaffst man auch das nicht, dann sollte man zumindest versuchen, seinen Hass, seine Wut auf den Schmerz anzunehmen und sie zu lieben.

Liebende Akzeptanz ist auch hier der Schlüssel.

Krankheit ereignet sich immer, wenn man auf niedriger Ebene schwingt. Wer gesund werden will, muss sich dessen bewusst werden und anfangen, höher zu schwingen. Die Liebe ist der beste Weg, um negative Emotionen zu neutralisieren. Diese Liebe, in die man dadurch kommt, manifestiert sich im Außen auch durch andere Menschen, durch Ärzte, Heilpraktiker, Therapien, Medizin, Bücher - manchmal sogar durch Operationen. Wenn man den Eindruck hat, sie könnten einem helfen, dann sollte man sie dankbar annehmen.Pixelio.de

Auf der Ebene von Angst und Ablehnung kann der Kosmos einem nicht helfen. Eine höhere Schwingungsebene verhilft zur Heilung.

Aus diesem Grunde ist auch die Art unserer Ernährung von großer Bedeutung. Wenn man sich nach einer Nahrungsaufnahme nicht beschwingt und besser fühlt, sondern eher beschwert, kann man sicher sein, dass man sich ungünstig ernährt hat. Essen sollte dennoch auch ohne schlechtes Gewissen eingenommen werden.

Ab und zu eine ausgelassene Party zu feiern, kann zur Erhöhung des Schwingungsniveaus viel besser sein als eine asketische Lebensweise oder die strenge Einhaltung bestimmter Normen aus Angst vor Erkrankung.

Auch körperliche Bewegung erhöht unsere Schwingung. Dem Körper Bewegung zu verschaffen, ist ein Akt der Liebe ihm gegenüber.

Madonna und Deepak Chopra in einem wunderschönen Lovesong

Liebe und Erleuchtung

Esoterisch orientierte Menschen suchen nach Erleuchtung, doch was bedeutet Erleuchtung eigentlich? Ablass umschreibt es so: "Man sieht sich und die Welt ohne Interpretation des Verstandes. Direkt. Ohne den Filter seiner Bewertung. Genauso, wie alles in Wirklichkeit ist."

Leider schlägt Erleuchtung nicht ein wie der Blitz oder kommt über Nacht. Erlechtung ist im Grunde unser natürlicher Zustand, von dem wir uns entfernt haben. Je erleuchteter jemand ist, umso natürlicher, offener und umgänglicher wird er einem erscheinen. Weniger erleuchtete Menschen erscheinen eher affektiert, absonderlich, kompliziert oder distanziert.

Das einzige, was man im Leben tun muss, um zur Erleuchtung zu gelangen ist, sich darin zu üben, alles und jedes zu lieben. Wenn man das liebt, was man JETZT gerade erlebt, wird man Vergangenem nicht nachtrauern oder Dinge in der Zukunft ersehnen.

Hürden zum Glück

Wir sollten uns nicht vom Erleben in der Außenwelt abhängig machen – ob wir erfolgreich sind, Geld haben, anerkannt werden, geliebt werden, gesund sind und so weiter. Es ist ein Trugschluss zu meinen, dass man nur während optimaler äußerer Umstände glücklich sein kann. Auch unter den schwierigsten Umständen kann man glückselig sein, indem man nicht irgendein Objekt seiner Liebe, sondern nur den inneren Zustand der Liebe zu seiner höchsten Norm der Liebe macht.

Pixabay.de

Glückseligkeit ist nicht abhängig von dem Ort, an dem man sich befindet, sondern lediglich von der eigenen Bewertung. Auch wenn sich einige äussere Umstände ändern, so bleibt man doch überall dieselbe Person. Wenn man in innerer Harmonie ist, sich selbst und alles, was gerade ist, annimmt, so sein lässt und liebt, wird man sich überall zu Hause fühlen.

Man sollte Religionen aussen vor lassen, denn sie haben oft zu Verwirrung geführt oder wurden missinterpretiert. Alle Religionen hätten sich lieber nur darauf beschränken sollen, die Menschen lieben zu lehren, vor allem sich selbst zu lieben, dann gäbe es heute nicht so viel Abgrenzung, Hass und Krieg. 

Der Sinn des Lebens

Niemand kann uns den Sinn des Lebens geben; wir alleine entscheiden darüber, wie wir leben wollen. Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit und das bedeutet, jeder kann sich seinen Sinn im Leben erfinden. Sobald man einmal von einer bestimmten Sichtweise überzeugt ist, wird die Welt, unser gesamtes Erleben, uns genau das Feedback geben, das unsere Sichtweise bestätigt.

Letztendlich geht es doch immer darum, dass wir glücklich sein wollen. Das bedeutet aber auch, dass wir zunächst einmal zufrieden sind mit der Person, die wir sind.
Liebe bedeutet auch Selbstachtung, Wertschätzung, Akzeptanz, Harmonie, in sich selbst zu ruhen, mit sich selbst zufrieden und glücklich zu sein. Wie will sonst jemand, der sich selbst nicht liebt, andere lieben? Was hat er/sie denn zu geben?

Alles, was dieser Mensch für andere tut, wird letztlich dem Ziel dienen, sich all das bei anderen zu holen, was er in sich selbst nicht findet. Das was zunächst nach Nächstenliebe aussieht, ist oftmals purer Egoismus oder wie es Osho ausdrückt "Liebe als Geschäft".

Die eigene Schwingung zu erhöhen, ist die Lösung - einfach zu lieben ohne Grund.
Auch die Seele braucht Nahrung und man tut gut daran, ihr Rückzug zu geben, eine Oase der Ruhe, aber auch Gelegenheit zur Kommunikation und Aktivität, wenn ihr danach ist.

Falsche Erwartungen auf dem Übungsweg und Gegensteuern

Wenn man ein Liebender wird, kommt eine Energie in das Leben, die wahre Wunder bewirkt. Möglicherweise werden einem Wünsche erfüllt, an deren Erfüllung man nie geglaubt hat und man lernt, in belastenden Lebensumständen stabil zu bleiben.

Dennoch kann einem auch ein starker Wind entgegenblasen und alles verwirbeln, denn die Liebe wird auch zum eigenen Wohl all' das beseitigen, was das eigene Fließen irgendwie behindert. Damit muss man rechnen und es gilt, durchzuhalten und in der Schwingung der Liebe zu bleiben, die Krise auch einfach zu lieben.

Man sollte beginnen, seine Aufmerksamkeit schon sofort nach dem Aufwachen auf die Liebe zu richten und einfach und sanft das Wort LIEBE erklingen lassen, einmal, zweimal, wie man es gerade mag. Gefühle sollte man dabei nicht erwarten und auch nicht erzwingen. Sie kommen von ganz alleine.

Dasselbe Ritual gilt auch für die Zeit vor dem Einschlafen.

Positiv wirkt sich auch die Übung vor dem Spiegel aus, indem an sich so oft wie man mag und so emotional wie möglich sagt: "Oh, wie sehr liebe ich dich!"

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Fazit: Ein kleines Büchlein, das das Leben positiv verändern kann und von dem die Autorin Bärbel Mohr ("Wünsche an das Universum") auf der Rückseite schreibt "Dieses Buch ist eine Art Turbobeschleuniger für alle Universumsbesteller. Es ist die beste Basis für eine gute Verbindung mit dem Universum, die ich mir denken kann. Aus meiner Sicht ein Muss in jedem Bücherschrank!" Dem kann ich mich nur anschließen.

 

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