Kindle als Star einer Stephen-King-Geschichte

Allen Kulturpessimisten und Unkenrufen zum Trotz überlebte gedruckte Literatur das Radio, das Kino und das Fernsehen. Und es wird auch vom eBook nicht verdrängt werden! Vielmehr können die elektronischen Bücher als Ergänzung zum bestehenden Programm verstanden werden und bringen einige nicht unerhebliche Vorteile mit sich. Doch der Reihe nach: Mittlerweile buhlen diverse eBook-Reader um die Gunst der neuen Medien gegenüber aufgeschlossenen Kundschaft. Zu den in Mitteleuropa am meisten verbreiteten Geräten zählen jene des Onlinegiganten Amazon, der seit Ende 2009 seinen Kindle auch für deutschsprachige Leser anbietet. Während die ersten eBook-Reader von Amazon in Design wie auch Funktion etwas zu wünschen übrig ließen, präsentiert sich der im Oktober 2011 veröffentlichte Kindle 4 in geradezu bestechender Optik und weiß mit seinem Preis-Leistungsverhältnis zu punkten.

 

Dass eBook-Reader zunehmend auch von den Bestsellerautoren ernstgenommen und entsprechend bedient werden, belegte beispielsweise Horrorautor Stephen King, dessen Novelle "Ur" nicht nur exklusiv für Amazons Kindle verfasst wurde, sondern dieses Gerät ins Zentrum der Handlung rückte.

Stephen King liest "Ur" auf dem Amazon Kindle

Gratisbücher für Amazons Kindle 4

Die US-Autorin Amanda Hocking gelangte überhaupt nur dank der Veröffentlichung ihrer in der Freizeit geschriebenen Romane als eBooks zu ansehnlichem Wohlstand. Mittlerweile erzielen eBooks in den USA Milliardenumsätze und auch der deutschsprachige Raum ist bereit für die digitale Revolution. Falls Sie dieses Wort ob des inflationären Gebrauchs als übertrieben abtun möchten, wird Sie der Praxistest zum Amazon Kindle 4 hoffentlich eines Besseren belehren. Lassen Sie mich eines schonungslos klarstellen: Auch ich weigerte mich bis vor kurzem, einen eBook-Reader auch nur in Betracht zu ziehen. Obwohl keine ausgesprochene Leseratte - die Leidenschaft Filme steht dem zeitlich im Wege -, so lese ich seit Jahren gerne und durchaus viel. Allerdings auf traditionelle Weise, mit einem geleimten oder gar gebundenen Buch zwischen den Fingern.

Amazons Kindle 4Bis ich zum ersten Mal den Amazon Kindle 4 in Händen hielt und mich Hals über Kopf, respektive Daumen und Zeigefinger in den eBook-Reader verliebte. Denn zu den ganz großen Vorteilen des Geräts zählen seine unglaublich schmale und buchstäblich handliche Bauweise. Obwohl es sich um einen Minicomputer mit eingebautem Akku handelt, hat man nicht das Gefühl, einen solchen in der Hand zu halten. Mit seinen nur 170 Gramm konkurriert er in Punkto Gewicht mit einem nicht besonders üppigen Taschenbuch.

 

Äußerst simple Installation

Die Installation des in einem hübschen Karton gelieferten Kindle funktioniert so einfach, dass selbst ältere Zeitgenossen wie der Artikelautor vor keinerlei Probleme gestellt werden. Der Installationsvorgang wird auf dem 6 Zoll (ca. 15 Zentimeter) großen Bildschirm unmissverständlich erklärt. Die Steuerung erfolgt über das so genannte Cursorpad, das vorne auf dem Gehäuse angebracht ist. Allerdings muss zunächst der Akku aufgeladen werden, was mittels des bei der Lieferung beigelegten USB-Kabels am Computer erfolgen kann. Alternativ dazu kann man auch einen Netzstecker verwenden, der allerdings nicht im Lieferumfang enthalten ist und deshalb gemeinsam mit dem Amazon Kindle bestellt werden sollte.

Nach der auf Deutsch erfolgten Installation kann man das Gerät bereits zum Lesen benutzen. Die auf dem eBook-Reader gespeicherte Bedienungsanleitung bietet sich als - überraschend kurze und verständliche - Lektüre an. Bücher können dank des eingebauten WiFi-Empfangs sofort gedownloadet und gelesen werden. Und hier lernt man einen weiteren Vorteil des Amazon-Systems kennen und schätzen: Hat man im eBook-Shop ein Buch erworben, kann dieses augenblicklich auf den Kindle übertragen werden! Voraussetzung ist hierfür natürlich ein aktiver Account.

 

Tausende Kostenlose eBooks auf Amazon

Amazon bietet tausende deutschsprachige Bücher sogar völlig kostenlos an! Dabei handelt es sich größtenteils um Klassiker, darunter bekannte Titel von Jules Verne, Karl May, Goethe und vielen anderen Schriftstellern von Weltformat. Die Angst, den Speicher des Amazon Kindle rasch zu belegen, ist eher unbegründet. Die eingebaute Festplatte kann 1 Gigabyte an eBooks speichern, was für weit über tausend Bücher ausreichend ist. Gespeicherte Bücher können sowohl sortiert, als auch gelöscht werden, wobei gelöschte Bücher im Amazon-Account gespeichert werden und jederzeit wieder auf das Gerät übertragbar sind.

Lesen wie in einem Buch

Sobald der Kindle sich mit eBooks zu füllen beginnt, rückt natürlich die Kernfrage in den Mittelpunkt: Wie liest es sich auf einem Reader? Die Antwort: Verblüffend angenehm! Das E Ink-Display ist mit einem LCD-Monitor nicht zu vergleichen. Zwar kann der Kindle 4 maximal 16 Graustufen in einer Auflösung von 600 x 800 Pixeln darstellen. Dafür gibt es, abgesehen vom Umblättern, keinerlei Flimmern. Man liest somit tatsächlich wie auf richtigem Papier! Schon nach wenigen Seiten vergisst der Leser, dass er es mit einem Minicomputer und nicht mit einem echten Buch zu tun hat.

Im Gegensatz zu einem Buch offenbart der Amazon Kindle 4 einige tolle Zusatzfunktionen. Beispielsweise lassen sich Schriftgröße, Schriftart und Zeilenabstand jederzeit ändern. Lesezeichen werden nicht benötigt: Das Gerät merkt sich, welche Seite zuletzt aufgeschlagen war. Dazu gesellen sich allerlei Feinheiten, wie ein bereits vorinstallierter Duden oder das Oxford Dictionary of English, falls man die Bedeutung von Fremdwörtern erkunden möchte. Sogar das Anzeigeformat lässt sich ändern: Statt Hoch- kann das Querformat gewählt werden.

 

Langwierige Texteingabe, schlapper Browser

Einige kleinere Mankos weist der Amazon Kindle 4 dennoch auf, wobei mich diese nicht weiter stören, ich sie aber trotzdem der Vollständigkeit halber erwähnen möchte. Zum einen erfolgt die Texteingabe über eine virtuelle Tastatur auf dem Bildschirm, die per Cursor gesteuert wird und sich somit als langwierig und nervig entpuppt. Gedacht ist die Tastatur vor allem für Notizen; sie kann jedoch auch für das gezielte Suchen nach Titeln oder Autorennamen im eBook-Shop verwendet werden.

Zum anderen ist da die Sache mit dem Browser. Dieser wird selbst von Amazon als "experimentell" bezeichnet, was den Nagel auf den Kopf trifft. Zum Surfen im Web sollte der geneigte Leser aber besser wie gewohnt auf seinen Computer oder sein iPad zurückgreifen.

 

Erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis: Amazon Kindle 4

Diese Kleinigkeiten stören aber nicht im Geringsten, so man sich der Kernaufgaben des Amazon Kindle 4 besinnt - und diese erfüllt der eBook-Reader perfekt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ohnehin fast unschlagbar und lässt den Verdacht aufkeimen, dass Amazon seinen Reader zum Selbstkostenpreis verkauft und auf die nötigen Gewinne beim Verkauf der eBooks spekuliert. Anders lässt sich ein Preis im zweistelligen Euro-Bereich für ein dermaßen ausgefeiltes Gerät kaum erklären.

Fazit: Selbst als traditioneller Bücherwurm kann man sich der bestechenden Magie des Kindle kaum entziehen. Endlich muss man nicht mehr zum Buchhändler fahren oder auf die Lieferung eines Buches warten, sondern kann dieses - so verfügbar - sofort downloaden und lesen. Natürlich ersetzt Amazons Kindle nicht den Charme echter Bibliotheken oder aufwändig gestalteter Hardcover. Für den raschen Lesegenuss und vor allem als Reisebegleiter mit hunderten Büchern auf kleinstem Raume erweist sich der eBook-Reader aber rasch als nahezu unverzichtbar.

Übersicht: Vor- und Nachteile von Amazons Kindle 4

Vorteile Nachteile
+ extrem leicht, handlich und intuitiv verständlich - virtuelle Tastatur
+ Bücher können sofort gelesen werden - "experimenteller" Browser
+ gestochen scharfes Display - leider kein Touchscreen
+ lange Akku-Laufzeit - keine Farbdarstellung
+ bequem transportabel
+ ressourcenschonend
+ tausende kostenlose eBooks auf Amazon verfügbar
+ nützliche Features wie Lesezeichen und Wörterbücher
+ Preis-Leistungs-Verhältnis einmalig
Rainers eBooks sofort auf den Kindle laden und lesen
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