Interview mit Marc Levy anlässlich der Veröffentlichung seines Buches "Si c'était à refaire"

Der französische Autor

Marc Levy

hat sich durch seine Romane, die einen leicht esoterischen "Touch" haben, einen Namen gemacht. "Solange du da bist" ist ein solcher Roman. Hier geht es um einen Mann, der einem Geist begegnet. Der Roman erregte so viel Aufsehen, dass er sogar von Steven Spielberg verfilmt wurde. Weitere Romane folgten – beispielsweise "All die ungesagten Worte" und "Wo bist du". Der Autor versucht meistens, eine unglaubliche Geschichte mit Situationen zu verknüpfen, die im realen Leben passieren können.

Der 1961 geborene Autor lebt jetzt in New York. Und genau dort spielt vorwiegend sein Roman

Mit jedem neuen Tag,

der in Deutschland bisher nur als gebundene Ausgabe erhältlich ist, aber ab Mitte April 2016 auch als Taschenbuch erscheinen wird. Die ISBN-Nummer für die Hardcover-Ausgabe ist 978-3764505295, und das Buch ist im Blanvalet-Verlag erschienen.

In diesem Roman geht es um Andrew Stilman, der nach Jahren seine große Jugendliebe Valery Ramsay in New York wieder trifft. Neu entbrennt ihre Liebe. Diesmal beschließen sie, sich nicht wieder aus den Augen zu verlieren und zu heiraten. Valery ist Tierärztin mit einer gutgehenden Praxis.

Andrew befasst sich mit brisanten Themen

Andrew ist Journalist bei der "New York Times" und arbeitet immer wieder an brisanten Reportagen. Im Moment recherchiert er in Argentinien. In den 1970er-Jahren herrschte einst eine Militärdiktatur, in der viele grausame Ereignisse passierten. Junge Paare wurden aus nichtigen Gründen verhaftet und gefoltert. Man wollte ihnen ein Geständnis abringen, gegen den Staat und die Diktatur zu arbeiten. Irgendwann wurden diese Paare getötet. Ihre Kinder kamen in die Familien von Angehörigen der Militärregierung. Erst als Erwachsene fanden sie heraus, dass ihre leiblichen Eltern umgebracht wurden. Das waren traumatische Erlebnisse für diese erwachsenen Kinder – und viele von ihnen versuchten zu erfahren, wer ihre richtigen Eltern waren und was mit ihnen passiert war. Andrew ist genau auf die Spur eines Mädchens gekommen, deren Eltern getötet wurden und die bei einem Mitglied der Regierung aufwuchs.


Vielleicht sind Andrews Recherchen der Grund, dass er eines Tages beim Joggen niedergestochen wird. Oder die schöne Frau, die er, als er mit seinem Freund Simon seinen Junggesellenabschied feiert, in einer Bar trifft. Hin und weg ist er von der Schönheit dieser Frau. Sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf und beherrscht fortan seine Gedanken. So sehr, dass Valery das bemerkt und ihn verlässt.

Blick auf New York (Quelle: Pixabay)

Blick auf New York (Quelle: Pixabay) (Bild: Unsplash / Pixabay)

Andrews zweites Leben

Nach der Messerattacke meint Andrew, dass er jetzt stirbt. Aber das ist nicht der Fall. Er erwacht – nicht in einem Krankenhaus, sondern in einem Park in New York. Als er zu Hause Valery trifft, weiß er auch, warum. Sein Leben wurde um 62 Tage zurückgedreht. Deswegen erlebt er Ereignisse, die er schon erlebt hat, noch einmal. Und er sieht die Chance, begangene Fehler gut zu machen – oder sie erst gar nicht zu begehen. Und er möchte herausfinden, wer einen Grund hat, ihn umbringen zu wollen.

Dazu ist ihm nicht nur eine Liste potentieller Feinde hilfreich, sondern auch ein Kommissar, namens Pilguez. Ihn kann er dank seiner plötzlich existierenden "hellseherischen Fähigkeiten" überzeugen, ihm zu helfen.

Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Andrews sucht seinen Mörder – und er will gleichzeitig versuchen, seine Frau nicht zu enttäuschen. Seine Gesundheit leidet darunter, und immer wieder quälen ihn Alpträume….

Kinotrailer des Films "Solange du da bist"

Mein Leseerlebnis von "Mit jedem neuen Tag"

Der Schreibstil des Buches ist einfach. Also keine komplizierten Sätze und kaum Fremdwörter. Einen Ich-Erzähler hat man nicht, die ganze Story wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben. Das Buch lässt sich also schnell und flüssig lesen.

Allerdings gibt es einige Kritikpunkte. "Mit jedem neuen Tag" könnte entspannend sein, würde die Handlung nicht immer wieder den Leser in Schockmomente versetzen. Dabei handelt es sich bei dem Buch um keinen Thriller und auch nicht um einen Liebesroman. Es ist ein Buch, das vom Typ her zwischen Thriller und Liebesgeschichte angesiedelt ist. Valery und Andrew lieben sich, aber das Wissen, dass jemand Andrew nach dem Leben trachtet, raubt ihm oft den letzten Nerv. Er verdächtigt viele Leute, auch seine Frau Valery. Und das führt dazu, dass er nachts immer wieder von Alpträumen gequält wird. Diese Alpträume erlebt der Leser mit. Erst nach diesen Träumen erfährt er, dass es Träume waren und nicht die Wirklichkeit.

Das ist etwas, was mich beim Lesen stört. Ich lese das Buch deswegen, weil ich wissen will, wer Andrew umbringen will. Er selbst wird mir immer unsympathischer – gerade, weil er so als Nervenbündel dargestellt ist. Seine Frau Valery ist eine Nebenfigur, deswegen kann ich sie weder sympathisch, noch unsympathisch finden.

Deswegen gestaltet sich mein Leseerlebnis nicht gerade positiv, und das bleibt leider bis zum Schluss der Fall. Der Schluss gefällt mir ebenfalls nicht. Hier hatte ich ganz andere Erwartungen. Vorhersehbar ist dieses Ende nicht – und diese Tatsache bleibt für mich der einzige positive Aspekt dieses Buches.

Mein Fazit

Bei dem Buch "Mit jedem neuen Tag" von Marc Levy hatte ich eine romantische Geschichte erwartet, die gleichzeitig eine kluge Moral hat. Immerhin ist es ja nicht normal, dass ein Leben 62 Tage zurückgedreht wird. Was ich bekommen habe, ist ein Zwischending zwischen Romanze und Thriller – mit einerseits gemächlicher Handlung und Schockmomenten andererseits. So bleibt für mich das Buch eine mittelmäßige Lektüre, bei der ich unentschlossen bin, ob ich sie weiterempfehlen soll oder nicht.

Wonderful_Life_74, am 11.03.2016
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Bildquelle:
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