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Das legendäre Grabtuch von Turin - Echt oder gut gemachte Fälschung?

Nachdem es viele Jahrhunderte als echt galt, ist man seit einigen Jahren der Ansicht, das Grabtuch von Turin ist eine gekonnte Fälschung. Wie diese Fälschung entstanden sei, darüber kursieren ebenfalls zahlreiche Gerüchte und Theorien. Durch genauere Untersuchungen konnten viele davon bereits ausgeschlossen werden. Am interessantesten und wahrscheinlichsten ist diese: 

 

Leonardo da Vinci und die Fotografie

 

 

Vor ein paar Jahren kam die Vermutung auf, Leonardo da Vinci hätte das Grabtuch von Turin mit einer Technik, die der Fotografie ähnelt, hergestellt. Auftraggeber für diese Fälschung soll niemand geringerer als die Familie Medici gewesen sein!

 

 

 

 

 

Selbstportrait: Leonardo da Vinci ( Rötelzeichnung)

 Bildquelle: wikimedia commons / gemeinfreies Bild

 

Wie kam es zu dieser Vermutung?

Ein Fotograf war dabei, seine Aufnahmen des Grabtuchs zu entwickeln (für die jüngeren Leser: Früher wurden Fotos noch auf "Film" gemacht, dieser wurde belichtet und später in der Dunkelkammer entwickelt).

Als dieser Fotograf das Negativ des Bildes betrachtete, fiel ihm etwas Ungewöhnliches auf: Es sah aus, wie das Positiv einer schwarz/weiß Fotografie. Das Gesicht, das auf dem Tuch zu sehen ist, dürfte jedem Kunstliebhaber bekannt vorkommen, denn es zeigt eine erstaunliche Ähnlichkeit mit den Selbstportraits des Leonardo da Vinci.

 

 

Zu Lebzeiten da Leonardo da Vincis wurden tatsächlich erste Fotografie-Versuche gemacht: Verschiedene Materialien (vorzugsweise Leinen) wurden mit Salmiak behandelt und belichtet. Leonardo war bekannt für seinen Hang zur Naturwissenschaft und zahlreiche Erfindungen, die aber erst Jahrhunderte später entwickelt wurden. Warum also sollte er es nicht schaffen, eine so bemerkenswerte und täuschend echte Reliquie (die seinem Portrait auch noch erstaunlich ähnelt) herzustellen? 

 

 

(Bildquelle: wikimedia commons/ gemeinfreies Bild)

Das Rätsel des Turiner Grabtuchs

Ist das Grabtuch von Turin doch echt?

Mittlerweile wurden auf dem Grabtuch von Turin kleinste Spuren von Pflanzen und Pollen entdeckt, die vor ca. 2000 Jahren ausschließlich im nahen Osten vorkamen. Somit wurde auch diese Theorie größtenteils widerlegt. Obwohl man Leonardo durchaus zutrauen könnte,  diese Pollenspuren von einem Ausgrabungsstück aus Israel verwendet zu haben. Er war sehr intelligent und experimentierte gerne. Auch gab es Vermutungen, er könnte ein Leintuch aus dieser Zeit erworben und dann entsprechend bearbeitet haben.

Im Jahr 1988 ergaben mehrere  Radiokarbon-Analysen, das Grabtuch von Turin  stamme aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Spätere Untersuchungen ergaben allerdings, dass der erste Test durch Bakterien verfälscht wurde.

 

Das Turiner Grabtuch: Beschreibung

Das Grabtuch von Turin zeigt einen Mann, der ca. 1,75 m groß ist. Neben den typischen Verletzungen an Füßen und Händen ( = Stigmata) ist auch die Stichwunde in der Nähe des Herzens zu erkennen und die Spuren der Geißelung. Diese Verletzungen seien fast unmöglich zu fälschen, nach Annahmen einiger Wissenschaftler.  - Wirklich unmöglich? Wie schwer wäre es im Mittelalter gewesen, jemandem (freiwillig oder unter Zwang) diese Verletzungen an den richtigen Stellen zuzufügen und diese Person dann vorsichtig mit einem Tuch zu bedecken?

Starb Jesus am Kreuz?

Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler weitgehend einig: Die berühmteste Reliquie der Kirche stamme tatsächlich aus der Zeit Christi und ist echt! Ob allerdings Jesus Christus darin eingehüllt wurde oder ein anderer, der ebenfalls am Marterpfahl starb, das lässt sich wohl nach über 2000 Jahren nicht mehr feststellen.

 

Viel interessanter ist jedoch die Frage, ob es sich um ein Leichentuch handelte:

Jesus starb ungewöhnlich schnell! Menschen, die am Marterpfahl hingen, lebten teilweise noch bis zu bis 2 Tage - sie waren leidiglich bewusstlos durch die Folter, Schmerzen und den Schock (eine Schutzfunktion des Körpers). Auch wirft es einige Fragen auf, warum ausgerechnet Josef von Arimathäa, ein Fremder, um den Leichnam Jesu bat und ihn in eine auffällig große Grabkammer brachte.

Als Jesus am Kreuz bzw. Marterpfahl hing und um Wasser bat, hielten ihm die Römer einen mit Essig getränkten Schwamm vors Gesicht. Eine Theorie geht davon aus, dass man ihm damit ein Betäubungsmittel verabreichte und er nur bewusstlos war, als man ihn vom Kreuz nahm. Josef von Arimatäa soll ihn in die besagte Höhle gebracht haben, um Jesus gesund zu pflegen.

Zur damaligen Zeit war es üblich, Verletzte zu waschen, zu salben und mit einem Leintuch zu bedecken. Einer Legende zufolge soll Jesus nach seiner Genesung nach Indien gegangen sein, um dort sein Werk fortzusetzen. Alles eine Legende oder doch ein Funken Wahrheit? Was würde mit der Kirche geschehen, sollte sich diese Legende als Wahrheit herausstellen? Wer weiß, was in den geheimen Bibliotheken des Vatikan für Aufzeichnungen verborgen gehalten werden....

 Text: Grace / pagewizz

Grace, am 17.10.2010
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